Stadt engagiert sich für besseren Übergang von Schüler*innen mit Hauptschulabschluss in eine Ausbildung

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Symbolfoto: pixabay

Die Übergangsquote von Hauptschülern in eine duale Ausbildung lag in den letzten Jahren unter 20 Prozent. Im Abschlussjahr 2017 lag die Quote bei 18,5 %. Weitere 29,5 % der Hauptschüler*innen wechselten die Schulform, um weitere Bildungsabschlüsse zu erlangen.

Grund hierfür ist unter anderem, dass gesellschaftlich der Wunsch nach höheren Schulabschlüssen und dem damit verbundenen – vermeintlichen – besseren Karriereweg tief verwurzelt ist. Vor allem mit einem Hauptschulabschluss fühlen sich junge Leute bei ihrer Suche nach einem geeigneten Ausbildungsberuf benachteiligt, da viele der nachgefragten Ausbildungsberufe einen Realschulabschluss bzw. Abitur voraussetzen.

Die jungen Menschen wissen oft noch nicht, in welche Richtung der Arbeitsweg führen soll. Sie konnten bisher wenige berufliche Erfahrungen in der Schule sammeln oder kennen die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten mit einem Hautschulabschuss noch nicht. Hinzu kommt, dass es den Unternehmen zunehmend schwerer fällt, passende Nachwuchskräfte zu akquirieren. Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oft die notwendigen Ressourcen, um sich intensiv um das Recruiting von Auszubildenden zu kümmern. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Ausbildungsberufe in der öffentlichen Wahrnehmung gegen ein unattraktives Image kämpfen müssen.

„An der Schnittstelle Mensch – Betrieb setzen wir an. Das Herausarbeiten der Berufswünsche und das Zusammenbringen der jungen Menschen mit den Betrieben ist der Kern unserer Arbeit“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund.

An der Hauptschule Husen hat die Wirtschaftsförderung Dortmund einen erfolgreichen Versuch gestartet und einen „Betriebsakquisiteur“ eingesetzt. Der Akquisiteur baut gemeinsam mit lokalen Unternehmen und Schülern*innen ein Netzwerk aufbaut, führt Workshops durch und schafft somit erste Kontakte zwischen Schülern*innen.

Die Schüler*innen können dadurch ihre Präferenzen für unterschiedliche Berufe kennenlernen und gleichzeitig mit Unternehmen in Kontakt kommen. „An der Hauptschule Husen konnten wir die Übergangsquote im Abschlussjahr 2018 durch den Einsatz eines Betriebsakquisiteurs auf 40 Prozent steigern. Dieses Erfolgsmodell wollen wir als Bestandteil unserer kommunalen Arbeitsmarktstrategie ausweiten und an weiteren Schulen in Dortmund anbieten“, sagt Westphal.

Die Stadt Dortmund möchte mit dem Projekt die Übergangsquote von Hauptschülern*innen in eine duale Ausbildung deutlich steigern. Zudem muss ein Hauptschulabschluss wieder als Basis für eine gelungene Lebensbiografie wahrgenommen werden. Ziel ist die Umsetzung einer lokalen Betriebsakquisition an allgemeinbildenden Schulen und perspektivisch für Berufskollegs.

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