Stadt Dortmund: Hilfs- und Unterstützungsangebote

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Die Sitzung vom 24. März nutzte der Verwaltungsvorstand zu einer ausführlichen Erörterung über die Auswirkungen der Coronakrise für die Dortmunder Bevölkerung sowie auf die einzelnen Dezernate der Stadtverwaltung und ihrer Fachbereiche. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Wirtschaftsförderungschef Thomas Westphal unterstrich in der Sitzung des Verwaltungsvorstands, dass die Situation Auswirkungen auf alle Branchen habe. „Die Lebensmittelindustrie hat ein Problem mit umgekehrten Vorzeichen“, sagte Westphal und meinte damit, dass es kein Versorgungsproblem von Seiten der Produktion gäbe. „Das Versorgungsproblem entsteht durch Hamsterkäufe“, machte er klar – und appellierte, auf Hamsterkäufe zu verzichten.

Die Hilfsprogramme beinhalten auch das Thema Steuerstundungen für betroffene Unternehmen. Diese Steuerstundungen seien mit einem einfachen Formular bei den Finanzbehörden zu beantragen.

Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft
Westphal teilte mit, dass es bei der Landes-Kultusministerin ein Programm zur Unterstützung von freischaffenden Künstler*innen mit Einmalzahlung von 2.000 Euro gebe. Ein Bundesunterstützungsprogramm verspricht die Zahlung von direkten Zuschüssen für Unternehmen (für Unternehmen bis zu fünf Mitarbeiter*innen gibt es einmalig 9.000 Euro für drei Monate, für Unternehmen von fünf bis zehn Mitarbeiter*innen gibt es einmalig 15.000 Euro), vorgesehen vorwiegend für Miet- und Sachkosten. Westphal wies darauf hin, dass es für die Zahlungen noch keine Ausgabestelle gebe, aber der Bund verfügt habe, dass die Auszahlung über die Länder zu erfolgen habe. Außerdem habe das Land ein Zuschussprogramm – ergänzend zu dem des Bundes – in Aussicht gestellt, dass Unternehmen von 10 bis 50 Mitarbeiter*innen in den Fokus stellt mit einer Zahlung von 25.000 Euro. „Die Antragswege sind zu diesem Zeitpunkt für uns noch nicht klar“, so Westphal.

Betreuung von Kindern und Jugendlichen
Zur Sachlage an den Schulen berichtete Schuldezernentin Daniela Schneckenburger: „Mit Änderung der rechtlichen Voraussetzung hat sich an Schulen und Kindertagesstätten die Situation nicht gravierend verändert.“ Seit dieser Woche hat das Schulministerium NRW die Anordnung getroffen, dass Kinder von Schlüsselpersonen, auch wenn nur ein Elternteil zu dieser Gruppe gehört, mit betreut werden können. Alle anderen Regeln dazu gelten fort, z. B. dass das Kind symptomfrei sein muss.

„Eltern werden gebeten genau zu überprüfen, ob sie den Betreuungsbedarf wirklich benötigen. Wir hatten in der letzten Woche etwa 800 Kinder in der Tagesbetreuung. Anfang dieser Woche sind es knapp 900. 360 Kinder werden in Grundschulen betreut. 72 von 89 Grundschulen sind in die Betreuung miteingebunden“, rechnete Schneckenburger vor. Der Grundsatz, dass Kinder in den Betreuungsgruppen verbleiben, in denen sie sich schon vorher befanden – auch bei einer kleinen Anzahl an Kindern – gelte nach wie vor, damit ggf. eine Infektionskette nachvollzogen werden kann.

Flexible Betreuungszeit an Wochenenden und in den Osterferien
Neu ist, dass die Betreuung flexibilisiert wird: In den Osterferien bleiben die Schulen dafür geöffnet. Lehrer*innen stehen für die Betreuung zur Verfügung mit Ausnahme der Osterfeiertage vom 10. April bis einschließlich dem 13. April. Darüber hinaus gibt es für Eltern die Möglichkeit auf Wochenendbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen zurückzugreifen.

„Wir haben dazu über die Träger eine Abfrage in Auftrag gegeben. Bis kommenden Donnerstag, 26. März, 16 Uhr erwarten wir eine abschließende Anmeldung der Eltern, um dann die Kindertageseinrichtungen und Schulen zu organisieren, die an den Wochenenden geöffnet bleiben sollen.“ Bislang gäbe es zwar erst zwei Anmeldungen, das könne sich allerdings schnell ändern. Schneckenburger zog bis hierher eine positive Bilanz: „Die Lage ist übersichtlich und in wir sind in gutem Kontakt mit den Trägern. Das gilt auch für die – stationäre und ambulante – Jugendhilfe. Auch dort sind Verabredungen getroffen worden mit Trägern, um den wichtigen Betrieb der Jugendhilfe aufrecht zu erhalten. Das Jugendamt wird weiterhin Familien in schwierigen Lebenslagen betreuen.“

Aktive Nachbarschaftshilfe und Obdachlosenhilfe
Sozialdezernentin Birgit Zoerner verwies auf die besonders schutzbedürftigen Menschen, wie etwa Senior*innen und Menschen mit Vorerkrankungen, in dieser schwierigen Zeit. „Um Hilfe in der Fläche anzubieten, gibt es ein Angebot der FreiwilligenAgentur, des Integrationsnetzwerks lokal willkommen, der Seniorenbüros und Seniorenbegegnungsstätten. Sie haben ein Netzwerk gebildet, über das sie besonders schutzbedürftige Menschen bzw. diejenigen die helfen wollen, zusammenbringen „, erklärte Zoener. Helfer*innen melden sich bei der FreiwilligenAgentur oder einer der anderen Kooperationspartner*innen. Dann wird geguckt, wer wo was anbieten kann. „Das wird dann so gesteuert, dass die Hilfe in die Fläche geht.“

Außerdem sprach die Sozialdezernentin die Hilfe für Obdachlose an. Für sie verschärft sich die Situation aufgrund der verschiedenen Kontakt- und Versammlungsverbote, die zu einer Schließung der Tagesaufenthalte geführt hat. „Natürlich bleiben unsere Standardsysteme erhalten. Das ist die Männerübernachtungsstelle, die jetzt tagsüber für die Menschen, die dort übernachten, geöffnet bleibt. Die Frauenübernachtungsstelle hat ohnehin 24 Stunden geöffnet“, sagte Zoerner. Die zentrale Stelle der Diakonie bleibt immer noch mit einem eingeschränkten Angebot geöffnet. An der Bornstraße und am Gasthaus wird es weiterhin medizinische Betreuung geben. Es hat sich ein Netzwerk gebildet, dass sieben Tage die Woche die Weitergabe von Lunchpakete an Obdachlose sicherstellt.

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