„Choreo“ zeigt Tribünenkunstwerke

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Kunst sollte ja im besten Falle lebendig daherkommen und aus freiem Antrieb entstehen. Und worauf könnte diese Beschreibung besser passen als auf das Phänomen „Fan-Choreos“?

Weitestgehend selbst finanziert und mit enormem Zeitaufwand verbunden, entstehen diese Kunstwerke dort, wo das Herz des Fußballs schlägt.

Auch wenn der Live-Charakter bzw. die Vergänglichkeit der Stadion-Shows einen guten Teil des Reizes ausmachen, war es doch höchste Zeit für einen Bildband, der die bisherige Geschichte der Tribünen-Kunstwerke und ihre Highlights zusammenfasst.

Und tatsächlich ruft Hendrik Buchheisters Werk „Choreo“ eine Fülle legendärer Inszenierungen wie z. B. die Dortmunder Henkelpott-Choreo von 2013 wieder ins Gedächtnis. Doch auch skurrile kleinere Ideen finden Erwähnung: Etwa jene der Magdeburger Fans, die ihrem Team vor rund sieben Jahren von der Tribüne aus mit vielen bunten Pfeilen anzeigten, wo das Tor steht.

Die kontroverse Seite der Fan-Aktionen, der Einsatz von Pyrotechnik, wird – wie man es von einer guten Chronik erwartet – ebenso wenig ausgespart.

Insgesamt ein buntes, im wahrsten Sinne sehenswertes Werk, welches dieser ganz besonderen Kunstform auf über 140 Seiten ein verdientes Denkmal setzt.

Choreo, Hendrik Buchheister, Delius Klasing, 144 S., 29,90 €.

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