Fahrbericht: Nissan Micra

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Mit der fünften Generation des Micra präsentiert Nissan eine radikal neue Definition eines Kleinwagens. Dabei zielt die Positionierung auf das europäische B-Segment – den großen Markt „erwachsener“ Kleinwagen. AutoAktuell fuhr den neuen Japaner mit dem 90 PS starken 0,9 Liter Dreizylinder-Motor.

Wow! Das soll ein Nissan Micra sein? Wir sind etwas irritiert. Vor uns steht ein athletischer Sportler mit dynamischen Proportionen, ausgeprägten Charakterlinien, mutig dreinschauend. Wer in Anlehnung an vorausgegangene Micra Generationen einen niedliches Schnuckelchen erwartet, wird eher enttäuscht sein – wir sind es nicht. Unser Herz hat das expressive Design des neuen Micra im Sturm erobert.

Breiter, länger, peppiger
Der neue Micra ist um fast 18 Zentimeter gewachsen, misst jetzt knapp 4 Meter und hat deutlich an Breite zugelegt. Das frisches Farbportfolio und zahlreiche Personalisierungsoptionen mit Pep betonen eindrücklich das Design des neuen Micra und lassen ihn aus der Masse hervorstechen. Der geräumige Innenraum mit vielen fortschrittlichen Features, die eigentlich nur aus höheren Fahrzeugklassen bekannt sind, überzeugt uns. Hochwertige Materialien, Softtouch-Oberflächen und eine farblich akzentuierte Gestaltung bringen Leben in den Kleinen. Wir sitzen vor einem modern gestalteten Cockpit, alles ist am richtigen Fleck. Dank seines pfiffigen Layouts bietet der neue Micra die hervorragende Ergonomie für die Frontpassagiere; auch im Fond überzeugt uns der ausschließlich als Fünftürer gebaute Kleinwagen durch Platz und Komfort. Der variable Laderaum schluckt 300 Liter, die sich um asymmetrisches Umklappen deutlich vergrößern lassen. Eine ebene Ladefläche bietet der Micra leider nicht.

Perfekt „connected“
Die Steuerung vieler Fahrzeugfunktionen erfolgt über das Infotainment-System. Die neueste Generation des NissanConnect Navigationssystems mit 7 Zoll Touchscreen, Digitalradio und Google Services ist in der von uns gefahrenen Ausstattungslinie N-Connecta Serie. Ebenso an Bord: Intelligent Key-System, Sportlederlenkrad, Regensensor, Klimaautomatik und Tempomat.

Als erster Kleinwagen bietet der neue Micra einen Around View Monitor, der den Wagen beim Rangieren aus der Vogelperspektive zeigt, und zum ersten Mal in dieser Liga warnt die Elektronik nicht nur beim Verlassen der Fahrspur, sondern bremst zur Kurskorrektur auch einzelne Räder ab.

Klangqualität wie im Konzertsaal
Für Musikliebhaber ist das Bose Sound-System ein Highlight des neuen Micra. Einzigartig in dieser Fahrzeugklasse sind die Lautsprecher in den Kopfstützen, die uns zusammen mit denen in den Vordertüren und Hochtönern in den A-Säulen mit einem besonderen Klangergebnis verwöhnen.

Unterwegs sind wir mit dem 0,9 Liter großen Dreizylinder mit Turboaufladung. Er leistet muntere 90 PS. Diese zeigen sich besonders in den höheren Gängen, der Dreizylinder macht sich im doch manchmal nervigen Dortmunder Stadtverkehr gut. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung verarbeitet auch heimische Schlaglöcherpisten ordentlich und bietet besten Komfort. Die Intelligente Fahrkomfortregelung überwacht dabei die Fahrbahnoberfläche und gleicht Fahrbahnunebenheiten möglichst aus. Straff, agil und wendig wuseln wir uns hindurch auf die A44 und auch hier verhält sich der Japaner tadellos, läuft 175 km/h Spitze.