Grundsatzerklärung gegen Antisemitismus unterzeichnet

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Vertreter der Netzwerkpartner und der Jüdischen Kultusgemeinde. (Foto: Stadt Dortmund/Roland Gorecki)

Dortmund setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus: Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Dortmund in seiner Sitzung am 21.02.2019 die Grundsatzerklärung des Netzwerks zur Bekämpfung von Antisemitismus beschlossen. Die Stadt Dortmund setzt mit diesem bemerkenswerten Vorstoß als eine von wenigen Städten in ganz Deutschland ein beachtliches Signal.

Am 1. März haben für die Netzwerkpartner – rund 20 unterschiedliche Gruppierungen und Institutionen – Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft, sowie Polizeipräsident Gregor Lange die Grundsatzerklärung im Dortmunder Rathaus unterzeichnet. Das Netzwerk zur Bekämpfung des Antisemitismus in Dortmund ist seit Oktober 2018 aktiv. Der Entwurf der Grundsatzerklärung war der erste bedeutende Arbeitsschritt des Netzwerkes.

Antisemitismus bedroht nicht nur Menschen jüdischen Glaubens, er bedroht uns alle. Es geht um die Grundwerte der Demokratie. Antisemitische Einstellungen sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und ziehen sich durch alle Bevölkerungsgruppen. An einer Studie in 12 EU-Ländern, die 96 Prozent der jüdischen Bevölkerung abdecken, haben 16.395 Personen teilgenommen. Das Ergebnis lässt erschreckt aufhorchen. Demnach sehen seit 2013 89 % den Antisemitismus wachsen. 28 % der Juden wurden im letzten Jahr angefeindet oder gar angegriffen. 38 % von ihnen überlegen auszuwandern. So ist wichtig, sich des alltäglichen Antisemitismus wieder mehr bewusst zu werden, wieder aufmerksam zu sein, bzw. es zu werden – daran will das Netzwerk arbeiten.

Schon in seiner Sitzung am 15. November 2018 hatte sich der Rat der Stadt Dortmund mit der Thematik „Antisemitismus“ beschäftigt und nachfolgende Resolution verabschiedet:

„Dortmund ist eine weltoffene, vielfältige, tolerante und internationale Stadt, die von unterschiedlichen Herkünften und dem guten Zusammenleben aller ihrer Menschen profitiert. In ihr ist kein Platz ist für menschenverachtendes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit und damit auch nicht für Antisemitismus. Vor diesem Hintergrund spricht der Rat der Stadt Dortmund den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Dortmunds seine uneingeschränkte Solidarität aus und verurteilt ausdrücklich auch jegliche Art von antisemitisch motivierten Diskriminierungen und Gewalt.“

Die aktuelle Grundsatzerklärung des Netzwerkes vom 18.01.2019 stellt nun einen weiteren, wichtigen Baustein zur Bekämpfung des Antisemitismus in Dortmund dar. Angesichts der vielfältigen Formen des antisemitischen Ressentiments, mit dem Jüdinnen und Juden beständig konfrontiert sind und von denen sie bedroht werden, ist es für unsere pluralistische Gesellschaft von zentraler Bedeutung, die Erfahrungen derer, die von Antisemitismus betroffen sind, anzuerkennen und ernst zu nehmen.

Für die Partner des Netzwerkes ist unabdingbar: Nur wenn der Antisemitismus in all seinen Ausprägungen bekämpft und damit auch zum Gegenstand der Präventionsarbeit wird, kann eine demokratische Gemeinschaft ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, nämlich eine Gesellschaft zu realisieren, die jeder Form der Menschenfeindlichkeit entgegenwirkt, wo immer sie sich manifestiert.

 

Foto 1: Unterzeichnung der Grundsatzerklärung: Gregor Lange, OB Ullrich Sierau, Klaus Wegener (v.l.).
Foto 2: Vertreter der Netzwerkpartner und der Jüdischen Kultusgemeinde.
Quelle: Stadt Dortmund/Roland Gorecki.

 

 

 

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