Bildung und Kultur für alle – Dortmunds Kulturbetriebe schließen 2018 erfolgreich ab

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Auch das Dortmunder U gehört zu den Kulturbetrieben Dortmund. (Foto: IN-StadtMagazine)

Die Kulturbetriebe Dortmund haben im Wirtschaftsjahr 2018 viele und vieles bewegt: Große und kleine Veranstaltungen, erfolgreiche Ausstellungen und beliebte Events erreichten Hunderttausende Menschen. Das Wirtschaftsjahr 2018 schließt die eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt mit einem Jahresverlust von 1,3 Mio. Euro – deutlich unter dem Plandefizit. Der Jahresverlust resultiert aus den nicht gedeckten Abschreibungsbeträgen und ist nicht kassenwirksam. Der Verwaltungsvorstand nahm den Lagebericht und Jahresabschluss der Kulturbetriebe am 7. Mai zur Kenntnis und leitete ihn an die politischen Gremien weiter.

Zu den Kulturbetrieben Dortmund gehören das Dortmunder U, die städtischen Museen, das Kulturbüro, die Bibliotheken, die Musikschule, das Dietrich-Keuning-Haus, die Volkshochschule und das Stadtarchiv. Gut 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (vollzeitverrechnet rund 438 im Jahresdurchschnitt) sorgten für Kultur- und Weiterbildungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Umlands.

Das Jahr im Dortmunder U stand ganz im Zeichen der großen Sonderausstellung „Pink Floyd: Their Mortal Remains“, die das Haus endgültig international bekannt gemacht hat. Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher kamen im Jahr 2018 zu Ausstellungen, Festivals und Großveranstaltungen im und am U. Neue Kunstwerke auf dem Vorplatz und Mobiliar im Haus sorgen für eine künstlerische, lebendige Verbindung zwischen Drinnen und Draußen. Mit wachsendem Erfolg zeigt sich inzwischen, dass des Hauses neu strukturiert werden muss, um die notwendigen Groß-Projekte mit ihren positiven Auswirkungen auf ganz Dortmund weiterhin bewältigen zu können.

Das Museum Ostwall hat 2018 sein Vermittlungsangebot erweitert und bietet inzwischen frühkindliche Kunstvermittlung ebenso wie Programme für Demenzkranke. Mit der neuen Sammlungspräsentation und dem begonnenen Umbau beider Museumsetagen hat das MO mit neuen, offenen Formaten experimentiert und setzt diesen Weg nun fort.

Im MKK startete Ende 2018 die Erfolgsausstellung „Rausch der Schönheit. Die Kunst des Jugendstils“, nachdem das Museum mit „Cowboy & Indianer“ das breitenwirksame Format der Familien-Ausstellungen eingeführt und damit neue Zielgruppen erreicht hatte. Insgesamt erreichten die städtischen Museen (MKK, Hoesch-Museum, Brauerei-Museum, Kindermuseum Adlerturm, Westfälisches Schulmuseum) mehr als 80.000 Besucherinnen und Besucher. Bei der 18. Dortmunder DEW21-Museumsnacht feierten die Menschen ihre Kultureinrichtungen trotz des Regenwetters und sorgten in der ganzen Stadt für volle Häuser.

Das Kulturbüro organisiert und veranstaltet eigene, beliebte Festivals und Konzertreihen (z.B. Favoriten 2018, Festival der freien darstellenden Künste NRW) und fördert und unterstützt freie Träger und Kunstschaffende. Insgesamt wurden 510 Veranstaltungen und 26 Förderprogramme mit 293 Förderfällen umgesetzt. Zum vierten Mal erhielt das Kulturbüro vom Land NRW einen Preis für sein Kommunales Gesamtkonzept Kulturelle Bildung. Zudem beschloss der Rat, die freie Kulturszene in Dortmund mit 250.000 Euro zusätzlich zu unterstützen. Die Verteilung der Mittel wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Szene konzipiert. Ziel ist es, inhaltliche Cluster zu bilden, Netzwerke zu fördern und zu stärken sowie freie Spielstätten zu stabilisieren.

Die drei Institute der Bibliotheken (Stadt- und Landesbibliothek, Institut für Zeitungsforschung und Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt) hatten 2018 ca. 680.000 Besucherinnen und Besucher. Zu ihrem 111. Geburtstag präsentierte sich die Stadt- und Landesbibliothek moderner denn je. In den Bibliotheken gab es fast 1.400 Veranstaltungen mit über 33.000 Besucherinnen und Besuchern. Die Medien wurden 1,6 Millionen Mal ausgeliehen; zugenommen hat dabei die Nutzung elektronischer Bücher. Da die Kapazität an Arbeitsplätzen in der Zentralbibliothek häufig ausgeschöpft ist, regt die Bibliotheken ein Nachdenken über erweiterte Öffnungszeiten an.

Die Musikschule hat ihre Angebote neu strukturiert und ist nun mit fünf Säulen für ihr differenziertes Programm zwischen Alter Musik und HipHop, Angeboten für Babys und Senioren, Spitzen- und Breitenförderung bestens aufgestellt. Die erfolgreiche Kooperation mit den FABIDO-Kitas wurde auf eine neue Basis gestellt und erheblich ausgebaut. Die Barockakademie erhielt erneut einen Preis.

Das Dietrich-Keuning-Haus zählte über 200.000 Besucherinnen und Besucher aller Kulturen und Generationen. Anfang des Jahres wurden mit dem „Sportpark DKH“ der neue Außenbereich für Kinder und Jugendliche eröffnet, Unterstützungsangebote für neu Zugewanderte weiterentwickelt und viele neue Veranstaltungsformate rund um gesellschaftspolitische Themen mit hochkarätigen Gästen etabliert. Das Haus hat mittlerweile neben seiner Funktion als soziokulturelles Zentrum und Begegnungsstätte im Stadtteil auch eine deutlich überregionale Ausstrahlung.

In der Volkshochschule fanden 2850 Veranstaltungen mit mehr als 27.000 Teilnehmende in 53.656 Unterrichtsstunden statt. Für neu Zugewanderte existiert nun eine lückenlose Angebotspalette; es wurden erfolgreich Drittmittel für die Deutschförderung angeworben. Rund 130 Menschen erwarben mit der VHS nachträglich einen ersten oder höheren Schulabschluss.

Das Stadtarchiv haben gut 16.600 Bürgerinnen und Bürger für Recherchen genutzt, rund 4900 kamen zu den Vortragsveranstaltungen. Die dem Stadtarchiv angeschlossene Mahn- und Gedenkstätte Steinwache hatte 21.700 Besucherinnen und Besucher.

Die Kulturbetriebe erhielten im vergangenen Jahr von der Stadt Dortmund 2,5 Millionen Euro für Investitionen. Ein Teil der städtischen Vermögensplanmittel wurde für Investitionen (3,2 Mio. Euro) und für die Tilgung von Altdarlehen (0,6 Mio. Euro) verwendet. Die Differenz wurde durch Mittelübertragung aus Vorjahren dargestellt. Der Mittelverbrauch war vor allem vom Baufortschritt der Baumaßnahmen abhängig. Darüber hinaus konnten mit Drittmitteln in Höhe von 0,6 Mio. Euro weitere Investitionen realisiert werden. Die Darlehen gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum 31.12.2018 auf 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro). Die Kapitalrücklage konnte im Berichtszeitraum insgesamt um 2,4 Mio. Euro erhöht werden.

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