Parksituation im Kreuzviertel muss verbessert werden – Politik sucht nach Lösungen

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Ein vertrauter Anblick: Freie Parkplätze in Kreuz- und Klinikviertel sind im Grunde nur mit Gold aufzuwiegen (Archivfoto: IN-Stadtmagazine)

Das Kreuzviertel im Herzen steht hinsichtlich der vorhandenen Parksituationen seit geraumer Zeit im Fokus der Bevölkerung und der Medien. Die Mitglieder des Verwaltungsvorstandes haben in der Sitzung vom 9. Juli den Sachstandsbericht der Möglichkeiten zur Verbesserung der Parksituation im Quartier Kreuzviertel zur Kenntnis genommen.

Parkverhalten führt zu Gefährdung und Behinderung
Die überwiegende Anzahl der vorhandenen Straßen in diesem Gebiet zeichnen sich durch eine räumliche Enge und schmale Gehwege aus. Die Anzahl der dort zugelassenen und die Anzahl der am Abend und an Wochenenden mit und ohne Veranstaltungen dort einfahrenden Fahrzeuge übersteigt häufig die Menge der zur Verfügung stehenden legalen Parkflächen. Hinzu kommen eine Vielzahl von Gastronomie- und Gewerbebetriebe, deren hohe Attraktivität ebenfalls zu weiteren Zuläufen von Fahrzeugen in das Quartier führen.

Diese Gründe führen dazu, dass das das tatsächliche Parkverhalten in großen Teilen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht – es erfolgt nach den vorherrschenden Platzbedarfen in diesem Viertel oft unter Missachtung der verkehrlichen Anordnungen. Dies führt neben einschneidenden Gefährdungen der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern, auch zu Behinderungen der Rettungskräfte und einer hohen Beschwerdesituation.

Potential durch Rückgewinnung und Verdichtung von Garagen
Aufgrund des großen Missverhältnisses von verfügbaren öffentlichen Stellplätzen und angemeldeten Fahrzeugen hatte die Verwaltung in 2015 davon abgeraten eine Bewohnerparkzone „Kreuzviertel“ einzurichten, da das Parkproblem hier durch die Anwohner selbst er­zeugt wird. Da durch Lizensierung keine neuen Stellplätze entstehen, wird das Problem allein mit diesem Instrument nicht gelöst. Für die Schaffung zusätzlicher Stellplätze im öffentlichen Raum werden seitens der Verkehrs­planung keine Spielräume mehr gesehen. Für den Bau von Quartiersgaragen gibt es ebenfalls keine geeigneten Baugrundstücke.

Aus Sicht der Verwaltung gibt es im Kreuzviertel selbst zwei Potenziale zur Schaffung zusätzlicher Abstellmöglichkeiten. Zum einen durch die Rückgewinnung bestehender Garagen und zum andern durch die Verdichtung von Garagen. Denn bei ca. 600 Garagen im Gebiet werden rund 120 Abstellplätze ihrer Nutzung entzogen. Hier ist zu erwägen, die Garagen durch geeignete Maßnahmen zurückzugewinnen. Bei der Verdichtung sollte darauf hingewirkt werden, dass dort künftig Doppelstockparker eingerichtet werden. Hier sieht die Verwaltung ein Potential von 150 bis 200 Stellplätzen. Zusätzlich sollen im Rahmen des Modellvorhabens PULS für die Bewohnerinnen und Bewohner des Kreuzviertels auch Stellplätze im Bereich der Westfalenhalle nutzbar gemacht werden. Die Größenordnung ist noch nicht festgelegt.

Vielzahl von Maßnahmen notwendig
Mittelfristig können als ein Baustein weitere, wenn auch kleinteilige Verbesserungen erreicht werden, wenn der Vollzugsdruck der Verkehrsüberwachung in diesem Quartier erhöht wird. Auch durch verstärkte Kontrollen der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes werden keine zusätzlichen Parkräume in der vorhandenen Infrastruktur geschaffen. Mit Beteiligung aller betroffenen Fachämter der Verwaltung besteht Einigkeit darin, dass es nicht die eine Lösung zur Minderung des Parkdrucks in dem Quartier gibt und somit ein der Straßenverkehrsordnung konformes Parken zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer erfolgen kann. Vorliegend ist vielmehr ein Bündel von Maßnahmen notwendig. Als eher mittel- bis langfristige Lösungen sind die Maßnahmen aus dem Masterplan Mobilität zu nennen, wie z. B. der Ausbau des ÖPNV, Änderung des individuellen Mobilitätsverhaltens und der Nahmobilität.

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