Offener Brief: Sperrung des Wegs an den Westfalenhallen stößt auf breite Ablehnung

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Der Weg endet an der Strobelallee. (Foto: Jan Rocho)

Der Wunsch der Westfalenhallen, den Weg zwischen den Messehallen drei und vier zeitweise oder sogar ganz zu schließen, stößt auf breite Ablehnung.

In den letzten Wochen hatten sich bereits der Bund Deutscher Architekten (BDA) und die Initiative „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ gegen eine Sperrung des Wegs ausgesprochen, der das Kreuzviertel und die Lindemannstraße auf direktem Weg mit der Strobelallee verbindet.

Nun haben sechs Organisationen einen offenen Brief an die Geschäftsführerin der Westfalenhallen und den Planungsdezernenten der Stadt geschrieben. Ihre Forderungen an Sabine Loos und Ludger Wilde: Der Weg müsse für Fußgänger und Radfahrer ohne Einschränkung geöffnet bleiben, auch vorübergehende Sperrungen dürfe es nicht geben. Und die neue Brücke über die B1 müsse so angelegt werden, dass man auch mit dem Rad den direkten Weg nehmen könne und sich nicht im Zickzack über enge Rampen quälen müsse.

Die Westfalenhallen GmbH möchte den Weg zeitweise oder sogar dauerhaft schließen, um im Messebetrieb die Anlieferung und den Auf- und Abbau zu beschleunigen. Auch der Wunsch nach einem in sich abgeschlossenen Betriebsgelände wird genannt. Fußgänger und Radfahrer müssten dann einen Umweg um die große Halle machen oder auf die Wittekindstraße und die Straße „Am Rabenloh“ ausweichen.

Dagegen wehrt sich ein breites Bündnis von sechs Organisationen mit einem offenen Brief an die Westfalenhallen und den Planungsdezernenten: Der Fahrradclub ADFC, der Fußgängerverband FUSS, der Runde Tisch zur Prävention von Kinderunfällen, der Seniorenbeirat der Stadt, der Verkehrsclub VCD und die Fahrradinitiative VeloCityRuhr. Gemeinsam betonen sie die große Bedeutung des Wegs für Fußgänger und Radfahrer und fordern, den Weg uneingeschränkt offen zu halten. Auch vorübergehende Sperrungen dürfe es nicht geben, denn sonst müssten Nutzer des Bahnhaltepunkts Signal-Iduna-Park aus dem Kreuzviertel die Zeit für den Umweg immer mit einplanen, so dass eine vorübergehende Sperrung fast so negativ wie eine vollständige Sperrung wirke.

„Eine Sperrung des Wegs, egal ob zeitweise oder sogar dauerhaft, widerspricht auch dem Ziel einer Minderung der Stickoxid- und Kohlendioxidemissionen, das die Stadt sich gesetzt hat,“ so der ADFC-Vorsitzende Werner Blanke. „Es ist widersinnig, einerseits im Rahmen des Förderprojekts „Emissionsfreie Innenstadt“ Radwege auszubauen, um Menschen zum Umstieg vom Auto auf emissionsfreie Verkehrsmittel zu bewegen – und andererseits durch die Sperrung eines wichtigen Wegs Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV zu erschweren und so Anreize zur vermehrten Autonutzung zu schaffen.“

Das Bündnis fordert auch, die Lindemann-Brücke über die B1 so zu planen, dass der Radverkehr den Verbindungsweg geradlinig erreichen könne.

In den Rahmenplänen zum Messe- und Veranstaltungszentrum Strobelallee ende die Brücke auf der Südseite in einem weiten Bogen nach Osten. „Würde das so gebaut, müsste der Radverkehr erst diesen großen Bogen fahren und sich dann im Zickzack über die engen Rampen mit 180-Grad-Kehren vor den Hallen 3a und 2 quälen, bevor er den Verbindungsweg nutzen kann,“ so Blanke. „Dabei würde es auf den engen Rampen zu Konflikten mit Nutzern mit Rollstuhl oder Rollator kommen, für die diese Rampen eigentlich angelegt wurden.“

Hier müsse zusätzlich eine geradlinige Verbindung für den Radverkehr von der Brücke zum Verbindungsweg eingeplant werden. Da über den Bogen bereits eine barrierefreie Verbindung bestehe, könne die Direktverbindung für den Radverkehr mit einer etwas größeren Steigung und ohne Zwischenpodeste gebaut werden. Notfalls sei eine spindelförmige Rampe denkbar.

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