“nordwärts“: Präsentationsjahr endet mit Erntedankgottesdienst in der Martener Immanuelkirche

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Pfarrer Höfener-Wolf interviewt Oberbürgermeister Ullrich Sierau. (Foto: Stadt Dortmund/ Gaye Suse Kromer)

„Aller Augen warten auf Dich, und Du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ Mit diesen Worten aus Psalm 145 eröffnete Pfarrer Christian Höfener-Wolf in der Martener Immanuelkirche am 7. Oktober einen ungewöhnlichen Erntedankgottesdienst – und leitete gleichzeitig den Abschluss des “nordwärts“-Präsentationsjahres 2018 ein.

Ungewöhnlich war der Gottesdienst in der Elias-Gemeinde vor allem deshalb, weil deren Mitglieder gemeinsam mit “nordwärts“-Aktiven das christliche Erntedankfest zum Anlass genommen haben, um eine Zwischenbilanz für das „Projekt zu ziehen – und Danke zu sagen, für die Erfolge, die bereits „geerntet“ werden konnten. Bereits am Eingang begrüßte das “nordwärts“-Team jede/n Gottesdienst-Besucher/in per Handschlag und mit einem Geschenk: ein Apfel mit “nordwärts“-Fähnchen als Symbol für die eingefahrene Ernte.

Pfarrer Höfener-Wolf stellte heraus, dass Menschen schon in vorchristlicher Zeit für die Ernte des Jahres gedankt haben: „Ich glaube, damit sind wir ganz nah an dem, was wir heute tun: wir schauen zurück und ziehen Bilanz bei ‚nordwärts‘.“ Es gäbe, so der Pfarrer, immer Menschen, die sehen, wo etwas repariert werden muss. „Solche Menschen“, so Höfener-Wolf, „bauen etwas auf, wie Gott es will. Solche Menschen brauchen wir überall in der Welt – aber wir brauchen sie auch hier in Dortmund.“

Besondere Chemie
Einige solcher Menschen aus der Stadtgesellschaft stellten sich im Laufe des Gottesdienstes den Anwesenden vor. Es waren „Paare“, die sich über „nordwärts“ kennengelernt haben und gemeinsam Früchte ernten konnten. Das erste Paar bildeten Dajana Schlieter, Sozialwissenschaftlerin vom Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, und Margarete Konieczny, seit vielen Jahre für Kirche und Caritas in der Senioren-, Kinder- und Flüchtlingsarbeit aktiv. Die beiden Frauen haben sich über eine Befragung in Marten kennengelernt – im Rahmen des Forschungsprojektes Quartierslabore

Ein weiteres Paar, das über das „nordwärts“-Projekt zueinander gefunden hat, ist Prof. Dr. Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte an der Fakultät Kunst- und Sportwissenschaften der TU Dortmund und „nordwärts“-Kuratoriumsmitglied, und Felix Baron zu Knyphausen, Schlossherr auf Schloss Bodelschwingh. So märchenhaft ein solches Anwesen auch sei, machte Baron zu Knyphausen deutlich, so schwer sei es, diese Anlage am Leben zu erhalten. Über ‚nordwärts‘ haben wir viel Unterstützung erfahren und sind auch schon einige Schritte weitergekommen“, so zu Knyphausen. Kennengelernt haben sich der Schlossherr und die Kunsthistorikerin auf einem „nordwärts“-Workshop auf dem Schloss. „Es zeigte sich schnell, dass wir als Historiker gefragt sind“, so Welzel, „wir haben Bodelschwingh zu einem Modellprojekt gemacht.“

OB Sierau: „Danke an alle Partner“
Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Initiator des ambitionierten “nordwärts“-Projektes wünschte sich im Gespräch mit Pfarrer Höfener-Wolf, „dass die Menschen stolz auf den Dortmunder Norden sind und sagen sollten, dass sie gerne hier leben.“ Zahlen belegen, dass ein Stück dieser Ernte schon eingefahren ist, denn „nordwärts“ basiert auf vielen Teilprojekten. Insgesamt sind es bisher 234. Davon sind 29 bereits umgesetzt.

Seit Start 2015 sind die Investitionen im „nordwärts“-Gebiet von 33 Mio. € auf 117 Mio. € in 2017 und damit um fast 350 % gestiegen. Dazu tragen Vorhaben, wie beispielsweise auf der Westfalenhütte bei, auf der rund 3.600 weitere neue Jobs geschaffen werden können.

Seinen Dank gab der Oberbürgermeister auch an die Wohnungswirtschaft, die großes Engagement im „nordwärts“-Gebiet zeigt. Dort gibt es im Rahmen von „nordwärts“-Teilprojekten umfangreiche Investitionen in Bestände und Neubauten bei ca. 4.000 Wohneinheiten.

„Danke an alle Partner“, honorierte der Oberbürgermeister die erfolgreiche Leistung aller Beteiligten an dem Projekt.

11.000 erlebten Präsentationsjahr
Im Präsentationsjahr 2018 stellten die „nordwärts“ Ideengeber der Öffentlichkeit ihre eingebrachten Projekte vor. Insgesamt 11.000 Menschen nahmen seit der Auftaktveranstaltung am 21.3. auf Zeche Zollern die Gelegenheit wahr, sich bei Wanderungen, Radtouren, Diskussionsrunden und mehr über das außergewöhnliche Projekt zu informieren.