Nicht nur freitags im Dienste des Weltklimas – „Fridays for Future“ bastelte in Wischlingen an gemeinsamen Strategien

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Viele Teilnehmer kannten sich bislang nur über soziale Netzwerke. Der Sommerkongress bot die große Chance, die Kräfte künftig besser zu bündeln – wie in diesem Falle bei Schülerinnen und Schülern aus Niedersachsen. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Sie bilden die derzeit vermutlich populärste bürgerrechtliche Bewegung, doch bislang hatten sie sich noch nie gemeinsam an einem Ort versammelt: Beim Sommerkongress vom 31.7. bis 3.8. holten die Schüler und Studenten von „Fridays for Future“ dies nun nach.

Für eine Organisation, welche flache Hierarchien zum Grundsatz hat, ein ganz schön ehrgeiziges und arbeitsintensives Unterfangen, setzte die Vorbereitung doch u. a. eine Telefonkonferenz mit etwa 800 (!) regionalen Delegierten voraus.

Umso erstaunlicher, dass die Veranstaltungslogistik schließlich innerhalb von nicht einmal fünf Monaten auf die Beine gestellt wurde. Für Wischlingen als Veranstaltungsort entschieden sich die Macher, nachdem ihnen die Stadt Dortmund ihre Unterstützung bei der Organisation zugesagt hatte.

So entwickelte das Orga-Team in den ihnen zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten schließlich ein Programm, bei dem neben jeder Menge Informationen zu Klimathemen („Was ökonomische Ungleichheit mit der Klimakrise zu tun hat“, „Mein T-Shirt und schmelzende Polkappen?!“) auch Argumentationstrainings oder Debatten darüber, wie man Menschen am besten erreicht, auf der Tagesordnung standen.
Darüber hinaus ging es selbstverständlich vor allem darum, sich gegenseitig einmal persönlich kennenzulernen und ggf. zu vernetzen. So saßen dann auch etliche Grüppchen auf den Wiesen des Revierparks beisammen, um an Ort und Stelle Landeskonferenzen für mehrere Bundesländer auf den Weg zu bringen.

Ein organisatorischer Kraftakt wie der Wischlinger Sommerkongress hat für die Organisatoren allemal seinen Preis. Etwa 30 Stunden – so erzählen Anny und Ally aus dem Info-Zelt – investiere man wöchentlich sicherlich in unterschiedlichste Aufgaben für die Schüler- und Studentenbewegung. Und dies schlage sich auch messbar in der Abi-Benotung nieder. Klassische „Die-wollen-doch-nur-die Schule-schwänzen“-Argumente jedenfalls werden an diesem Wochenende in und um Wischlingen nachdrücklich widerlegt.
Knapp 1500 Kinder und Jugendliche waren es am Ende, die ihren Weg in den Revierpark fanden, um am Gemeinschaftsgefühl der noch jungen Organisation zu arbeiten.

Welche Impulse für die Zukunft hier womöglich gesetzt wurden, darf mit Spannung abgewartet werden – an Entschlossenheit zumindest mangelt es den Beteiligten nicht.

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