Mehr Raum für Rad- und Fußverkehr: Stadt startet öffentlichen Dialog über Umgestaltung des Wallrings

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Symbolfoto (Archiv): IN-StadtMagazine

Zur Diskussion stehen vier Planfälle und Bewertungskriterien der Verkehrsuntersuchung. Eine Dialogwerkstatt zur Verkehrsuntersuchung Wallring bereitet das Projektteam Emissionsfreie Innenstadt derzeit für Donnerstag, 28. Januar 2021, 18:00 Uhr aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus als digitales Veranstaltungsformat vor.

Der Kfz-Verkehr auf dem Dortmunder Wallring soll langfristig neu organisiert werden, um mehr Raum für Rad- und Fußverkehr, Aufenthalt und Begrünung zu gewinnen. Im Bereich des Schwanen- und Ostwalls wird dazu mit dem Bau des Radwalls, den der Rat am 8.10.2020 beschlossen hat, innerhalb der nächsten zwei Jahre das Angebot für den Rad- und Fußverkehr verbessert. Dieses kurzfristig zu schaffende Angebot wird bis zum vollständigen Umbau des gesamten Wallrings, der erst in einigen Jahren erfolgen kann, dringend benötigt. Für die Umgestaltung des gesamten Wallrings ist eine Verkehrsuntersuchung im Rahmen des Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt der erste Schritt hin zu einem Umbau im Sinne der Verkehrswende und damit zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehr.

Ziel der Untersuchung ist, die Vor- und Nachteile durch Umverteilung der Verkehrsflächen zu Gunsten von Radverkehr, Fußverkehr, Aufenthalt und Begrünung zu ermitteln. Da mit einer Umgestaltung Flächen für den fließenden Kfz-Verkehr reduziert werden müssen, werden diese verkehrlichen Auswirkungen und damit verbundene Verlagerung auf das umliegende Verkehrsnetz untersucht.

Diskussion mit Arbeitskreis und Bürger*innen
Die zu untersuchenden Planfälle sowie Bewertungskriterien und erste Ergebnisse der Bewertung sollen mit dem begleitenden Arbeitskreis zum Masterplan Mobilität 2030 im Januar 2021 und in einer Dialogveranstaltung mit der Bürgerschaft voraussichtlich am 28. Januar 2021 diskutiert werden. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Sind die Planfälle ausreichend, oder welche weitere Varianten sollen untersucht werden?
  • Sind Planfälle miteinander zu kombinieren?
  • Welche zusätzlichen Bewertungskriterien sollen herangezogen werden?

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung fließen in die weitere Untersuchung ein.

Vier Planfälle
Diskussionsgrundlage sind die folgenden vier Planfälle, die die beauftragte Ingenieurgesellschaft Brilon Bondzio Weiser in Abstimmung mit der Verwaltung entwickelt und deren verkehrliche Wirkungen untersucht hat.

Planfall 1 – Umweltspur zwischen Westentor und Bornstraße (Quelle: BBW GmbH)

Im ersten Planfall wird unterstellt, dass auf dem Königswall und Burgwall zwischen Westentor und Bornstraße eine Umweltspur (für Bus- und Radverkehr) durch Entfall des äußeren Fahrstreifens eingerichtet wird.

Diese Variante ist bestandsorientiert, bietet einen geringen Eingriff in die Fahrspuren. Die Verlagerungen von Kfz-Verkehr auf das umliegende Straßennetz sind gering.

Planfall 2 – Einbahnstraßenregelung gegen den Uhrzeigersinn. (Quelle: BBW GmbH)

Der Planfall 2 sieht eine Einbahnstraßenregelung gegen den Uhrzeigersinn auf dem Wallring vor: Durch Umnutzung der inneren Richtungsfahrspuren wird Platz für die Einrichtung von Fußgänger- und Radverkehrsanlagen gewonnen. Einen verkehrlichen Vorteil bietet der Wegfall der Linksabbiegemöglichkeiten der auf den Wall zuführenden Straßen. Die verkehrlichen Wirkungen sind nicht nur auf dem Wallring, sondern im gesamten umliegenden Hauptstraßennetz erheblich.

Planfall 3 – Fahrstreifenentfall; Quelle: BBW GmbH

Der Planfall 3 schafft durch den Wegfall mindestens eines Fahrstreifens je Fahrtrichtung Platz für Fußgänger- und Radverkehrsanlagen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Radfahrstreifen, nicht um eine Umweltspur. Die Verlagerung von Verkehren auf das umliegende Straßennetz ist verhältnismäßig moderat.

Planfall 4 – Unterbrechung des Wallrings am Hauptbahnhof;(Quelle: BBW GmbH)

Die städtebauliche Wirkung durch die Schaffung eines neuen Platzraums vor dem Hauptbahnhof war leitend für die Auswahl dieses Planfalls 4. Er sieht eine Unterbrechung für den Kfz-Verkehr zwischen Bahnhofstraße und Freistuhl vor. Dort dürfen nur noch Busse und Taxen verkehren. Ergänzt wird dies um Umweltspuren in den zuführenden Wallabschnitten ab Westentor und Bornstraße.

Dieser Planfall hat seine Stärken v .a. durch den Gewinn von Platz- und Verkehrsfläche zwischen Hauptbahnhof, Fußballmuseum und Bibliothek. Die Verlagerung von Kfz-Verkehren betrifft v. a. die nördliche Ausweichroute (Grüne Straße/Steinstraße).

Dialogwerkstatt am 28. Januar 2021
Eine Dialogwerkstatt zur Verkehrsuntersuchung Wallring bereitet das Projektteam Emissionsfreie Innenstadt derzeit für Donnerstag, 28. Januar 2021, 18:00 Uhr aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus als digitales Veranstaltungsformat vor. Zu der Veranstaltung wird mit einer weiteren Medieninformation über die Beteiligungsmöglichkeiten eingeladen.

Die Verkehrsuntersuchung für den Wallting ist eine von 16 Maßnahmen des EU-Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt. Die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen unterstützen das Förderprojekt Emissionsfreie Innenstadt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

 

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