LWL-Klinik Dortmund bietet Perspektive nach der Flucht

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Eine Mutter aus dem Iran findet Ausbildungsplatz in der Klinik-Apotheke: Shirin A. und ihre Chefin Dr. Carola Dehmel. (Foto: (LWL/Herstell)

Shirin A. flüchtete mit ihrem Sohn aus dem Iran. Nicht wegen kriegerischer oder politischer Auseinandersetzungen, sondern weil eine Witwe dort nicht allein ihr Kind aufziehen darf und es an Großvater, Onkel oder Bruder abgeben muss. Das wollte die junge Frau, deren Mann tödlich verunglückt war, nicht. Sie beantragte ein Visum, verkaufte all ihre Wertgegenstände und kaufte zwei Flugtickets in ein neues Leben.

Über diverse Umwege (erst Italien, dann Bielefeld und Schöppingen) landete das Mutter-Sohn-Gespann in Hamm, wo Shirin A. und ihr Sohn auch jetzt wohnen. Inzwischen allerdings nicht mehr im Asylbewerberheim, sondern in einer kleinen Wohnung. Denn Shirin A. hat einen Ausbildungsplatz gefunden. In der Zentral-Apotheke der LWL-Klinik Dortmund, und dieser Ausbildungsplatz zur pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten wurde extra für sie geschaffen.

Apotheken-Leiterin Dr. Carola Dehmel: „Shirin hatte bei uns ein Praktikum gemacht und wir wollten sie unbedingt halten, denn Shirin arbeitet ausgesprochen engagiert und ist vom ganzen Team akzeptiert. Eine kluge, zielstrebige Frau, die ich sofort an Aufgaben setzen konnte. Sie hat mich beeindruckt.“ Das Jobcenter Hamm hatte Kontakt zur Zentral-Apotheke der LWL-Klinik Dortmund aufgenommen, weil Shirin A. bereits im Iran in einer Apotheke gearbeitet hatte. Darüber hinaus war sie nach ihrem Studium der Kinderpsychologie auch in einer Klinik in Teheran tätig.

Shirin A. macht die Arbeit in der Apotheke Spaß. Sie verpackt die Arzneimittel für die ausgehenden Lieferungen und die Stationen, kontrolliert deren Verfallsdaten, begleitet Stationsbegehungen und „saugt“ alles, was sie lernen kann, regelrecht auf. Sowohl fachlich/inhaltlich als auch sprachlich. Deutsch kann sie inzwischen gut, wenngleich sie sagt, dass ihr Sohn die Sprache noch viel besser beherrsche. Er ist 18 und macht bald Abitur. Shirin ist schüchtern, Kontakt zu fremden Menschen aufzunehmen fällt ihr schwer. Aber das Team der Apotheke macht es ihr leicht. Hier hat sie Anschluss und Unterstützung gefunden. Hier ist sie glücklich, sagt sie, sie habe „ihren Platz gefunden“.

 

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