Was die Welt zusammenhält – Ausstellung „Muster“ der Dortmunder Gruppe im Torhaus

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Die Vertreter*innen der Dortmunder Gruppe (v. l.): Jan Bormann, Erika A. Schäfer, Roul Schneider, Pia Bohr, Alexander Pohl, Christian Psyk und Gudrun Kattke. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Was die Dortmunder Gruppe in den fünfziger Jahren erwirkte, gereicht ihr heute zum Vorteil. Denn nach langen Diskussionen über das Torhaus als Ausstellungsraum tauchte kürzlich eine Betriebsgenehmigung mit Bestandsschutz von 1956 auf, die ursprünglich durch die Dortmunder Gruppe angestoßen worden war. Das Jahr 1956 stellt ein Wendejahr für die Künstler*innen-Gruppe dar. Denn nachdem sie sich aus Protest gegen den Nationalsozialismus offiziell aufgelöst hatte, fand sie in diesem Jahr wieder zusammen.

Und der Protest zieht sich durch. In ihrer aktuellen Ausstellung im Torhaus „Muster“, die am Sonntag, den 5. Mai, offiziell eröffnet wird, setzen sich die Künstler*innen mit „Mustern der Menschen“ auseinander, mit „Muster, die sich eingeschlichen haben“, und dem „Durchbrechen der Muster“, wie Gudrun Kattke, ebenfalls ausstellende Künstlerin, betont. So geht es laut Künstler Roul Schneider mit seinem Werk „Hohle Birne Albtraum Gedankenmuster“ um die Muster rechtsradikaler Tendenzen weltweit. Umgekehrt verarbeitet er mit Wespenwaben, deren „biologische Struktur die höchste Festigkeit ergibt“ das, „was die Welt zusammenhält“.

Doch auch auf der konkreten Ebene haben die Künstler*innen „musterhaft“ gearbeitet. So hat der Bildhauer Jan Bormann Holzspäne und unterschiedlich farbige Platinen als „Produkte der Arbeit zusammengefügt. Auch Erika A. Schäfer geht mit ihren Arbeiten auf Alltagsgegenstände ein – „wie man die so benutzt“. Damit illustriert sie die Tendenz des Menschen, Muster zu bilden, selbst aus dem Tablettenfundus, den einige täglich zu sich nehmen müssen. Pia Bohr hingegen wählte mit ihrem Lieblingsmaterial Holz schon ein natürliches Muster für ihre Arbeiten.

Doch ein Muster funktioniert nur in der Imagination des/r Betrachter*in, in dem er/sie „Ergänzungen in der eigenen Vorstellung zusammenstellt“, wie Erika A. Schäfer den Betrachtungsprozess beschreibt. Daher sind die einzelnen Werke geradezu darauf angewiesen, betrachtet zu werden. Dies ist vom 5. bis 26. Mai möglich.

Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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