„Tiere sind bedingungslos“: Airbrush-Ausstellung „Animalism“ von Britta Hess

0
68
Britta Hess’ Airbrush-Kunstwerke gemahnen an Schwarz-Weiß-Fotografien. (Foto: IN-StadtMagazine)

Als Tier gliedert sich der Mensch ein in die Fauna unserer Erde. Ob Britta Hess mit dem Titel „Animalism“ ihrer neuen Ausstellung in den Pflanzenschauhäusern im Rombergpark lediglich irritieren wollte oder es in ihrer Kunst tatsächlich darum geht, den Menschen in das Tierreich einzufügen, diese Frage muss im ästhetischen Betrachtungsprozess verbleiben, der sich niemals gänzlich auflöst.

Wenn Britta Hess aber sagt: „Tiere sind bedingungslos und Menschen leider nicht“, erklärt sie gerade mit dem Unterschied zwischen Mensch und Tier, warum ihre Ausstellung sich ausschließlich mit Tieren befasst. „Ich finde, Tiere haben so viel Ausdruck, ohne gekünstelt zu sein.“ Die junge Künstlerin „mag einfach alles, was natürlich ist“ und strebt in ihrer Kunst „weg von der Plastikwelt“.

Konsequenterweise hat sie für einzelne ihrer Werke einen hölzernen Untergrund gewählt. So scheint ein kleiner Nager aus einem Baumstamm heraus auf den Betrachter zuzulaufen. Die Nahaufnahme eines Tigergesichts hat Britta Hess auf eine Platte „geairbrusht“, die ursprünglich als Arbeitsplatte für die heimische Küche gedacht war, dort aber nicht hineinpasste. Und ja, die lebensechten Bilder, die an Schwarz-Weiß-Fotografien der Tiere gemahnen und auch auf Fotografien basieren, stellt die Künstlerin tatsächlich mit der Airbrush-Pistole her.

Was Britta Hess an ihrer Kunst auf Papier und Holz liebt, ist, auch mal einen Fehler machen zu dürfen. Hauptberuflich nämlich ist sie ebenfalls Künstlerin, doch eine Tattoowiererin erhebt den „Anspruch, es perfekt zu machen“, denn Zerreißen und Neumachen ist hier nicht drin. Doch auch in ihrem Tattoostudio am Hörder Bahnhof, das sie gemeinsam mit vier weiteren Künstler*innen betreibt, ist es die Natur, die ihre Arbeit prägt: „Tiere sind mir das Liebste“.

Und Natur heißt für sie auch Natürlichkeit und das Klischee des harten Rockers an der Tattoo-Nadel verlassen. Als sie ihr Studio vor sieben Jahren eröffnete, legte sie Wert auf eine Umgebung, „wo sich Frauen wohlfühlen, wo auch mal ein Mutter-Tochter-Tattoo entsteht“. Die Menschen sind verschieden und „dementsprechend verschieden dürfen die Studios sein“, findet Britta Hess. Nicht ohne Grund trägt ihr Studio an der Hermannstraße 19 den Namen „EigenArt“.

Und es war eine Frau, die sich dort wohlfühlte und die der Künstlerin vorschlug, ihre Airbrush-Werke auszustellen. Denn als Mitarbeiterin des Botanischen Gartens Rombergpark kannte Beate Bomm einen Ausstellungsort, an dem sich nicht nur Tiere wohlfühlen. Auch Britta Hess geht auf in der Vegetation der Pflanzenschauhäuser.

  • Die Ausstellung „Animalism“ ist vom 29. September bis zum 24. November kostenlos in den Pflanzenschauhäusern hinter dem Café Orchidee zu sehen.
  • Am Eröffnungstag wird Britta Hess selbst einige Stunden als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.
  • Öffnungszeiten der Ausstellung: samstags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500