Spielzeit 2018/19: Rekordergebnis für das Theater Dortmund

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Die Oper feiert ihre erfolgreichste Spielzeit der letzten zehn Jahre. (Archivfoto: IN-StadtMagazine)

Das Theater Dortmund blickt auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit 2018/19 zurück. Bei einer Gesamtbesucherzahl von 238.957 (Vorjahr 220.312) betrug die Auslastung 76,7 Prozent.

Auch in finanzieller Hinsicht entwickelte sich das Wirtschaftsjahr 2018/19 positiv. So stiegen die Umsatzerlöse im Vergleich zur Planung um gut 1 Mio. Euro auf 5,58 Mio. Euro und die Ertragszuschüsse der Stadt Dortmund um 187.000 Euro auf 40,5 Mio. Euro. Dabei überstiegen die Einnahmen aus Kartenverkäufen mit 4,6 Mio. Euro die Planung um 647.000 Euro. Die stärksten Positiv-Abweichung gab es in der Sparte Oper (plus 365.000 Euro), gefolgt vom Ballett (plus 146.000 Euro).

Die Personalaufwendungen haben sich durch die Tarifkostensteigerungen sowie den erhöhten Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherungen auf 40,8 Mio. Euro erhöht. Die Materialaufwendungen stiegen auf 2,6 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag setzt sich aus den Ergebniseffekten im Zusammenhang mit dem Anlagevermögen in Höhe von 2,4 Mio. Euro und der Erhöhung der Urlaubsrückstellungen (609.000 Euro) zusammen. Der Jahresfehlbetrag konnte aus eigener Kraft um 33.000 Euro auf 2,9 Mio. Euro reduziert werden und wurde in voller Höhe durch eine Entnahme aus der Kapitalrücklage ausgeglichen.

Oper Dortmund
Die Spielzeit 2018/2019 war die erste unter dem neuen Intendanten Heribert Germeshausen und von großen künstlerischen und betriebswirtschaftlichen Erfolgen geprägt: Mit Einnahmen von 2,1 Mio. Euro war sie die erfolgreichste des zurückliegenden Jahrzehnts.

Überregionale Beachtung bescherten vor allem die Deutsche Erstaufführung von Francesconis „Quartett, Echnaton“ von Philip Glass sowie Puccinis „Turandot“, Rossinis „Barbiere di Siviglia“ und Bernsteins „West Side Story“, wobei neben den Regiehandschriften stets auch das außergewöhnliche Sängerniveau des neuen engagierten Opernensembles gelobt wurde. Ebenso gefeiert wurden Gäste wie Allison Cook, Andrea Shin oder David DQ Lee, die sonst auf den Bühnen der Mailänder Scala oder der New Yorker Met zu Hause sind.

Von der Nachfrage überrannt wurde „Hey, Stadt!“, die erste Produktion der neugegründeten Dortmunder Bürgeroper: We do opera! Wie schon mit dem ersten Dortmunder „Musicircus“ gelang es, ein neues Publikum für diese Kunstform zu begeistern. Mit einem vielfältigen Spielplan gelang eine Öffnung der Oper in die Stadtgesellschaft.

Um  die  Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen sowie die Projekte für Erwachsene weiter auszubauen, bewarb sich die Oper erfolgreich bei der Profilförderung „Neue Wege“ (NRW Kultursekretariat, Kultur-Ministerium NRW) und bekam eine Förderung von 864.651 Euro. Als zweites Opernhaus Deutschlands und erstes in NRW wird Dortmund ab 2019/2020 über ein eigenes ‚Junge Oper‘- Ensemble verfügen.

Ballett Dortmund
Das Ballett Dortmund genießt weiterhin internationales Renommee: Gleich zwei Mal wurde das Ensemble unter der Leitung seines Direktors Xin Peng Wang nach St. Petersburg eingeladen: Zur Eröffnung der Deutschen Woche trat die Compagnie als Kulturbotschafter des Gastlandes NRW auf und war zwei Wochen später als einzige deutsche Compagnie zum internationalen Tanzfestival „Dance Open“ erneut in St. Petersburg präsent. Mit „Alice“ von Mauro Bigonzetti präsentierte man internationale Tanzkunst auf der Höhe der Zeit undn fand überregionale Beachtung bei den russischen Medien. Weitere Höhepunkte der Saison waren der Start von Wangs Tanztrilogie „Die göttliche Komödie“ nach Dante Alighieri sowie der Tanzabend „Visionen“ mit Choreografien von Douglas Lee, Wubkje Kuindersma und Jacopo Godani.

Dortmunder Philharmoniker
Die sechste Spielzeit unter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz stand unter dem Motto „Krieg und Frieden“. Die musikalischen Schwerpunkte lagen bei Sergej Rachmaninow und Gustav Mahler. So gehörten die Konzerte mit Rachmaninows „Die Glocken“ und Mahlers 9. Sinfonie zu den Höhepunkten. Aber auch die anderen Philharmonischen Konzerte, Herzstück der musikalischen Arbeit des Orchesters, fanden ein begeistertes Echo, z.B. der Doppel-Abend mit Schostakowitschs „Leningrader Sinfonie“ und Tschaikowskys Ouvertüre „1812“.

Zur Eröffnung der Spielzeit ging es mit den „Cityring-Konzerten“ hinein in die Stadt, ein klingendes Wochenende auf den Friedensplatz. Neben den Auftritten für Oper und Ballett konnten die Philharmoniker bei der „Expedition Klassik“ zahlreiche Schülerinnen und Schüler zwischen Aplerbeck und Nordstadt mit klassischer Musik vertraut machen.

Das Ansehen der Dortmunder Philharmoniker wächst stetig. Zum Saisonende hatte das Orchester unter Leitung von Gabriel Feltz die große Ehre, die renommierten Gustav Mahler Musikwochen in Toblach zu eröffnen – eine klingende Visitenkarte für die Stadt Dortmund.

Schauspiel Dortmund
Die Spielzeit begann mit einer Weltpremiere. Intendant Kay Voges und Ensemble verbanden in der Uraufführung „Die Parallelwelt“ zwei räumlich voneinander getrennte Bühnen (das Berliner Ensemble und das Dortmunder Haus) in einer gemeinsamen Theaterperformance. Dabei wurden neun Terrabyte an Daten aus Video und Sound zwischen Berlin und Dortmund hin- und hergeschickt. Ergebnis war „ein technisches Meisterwerk“ (3sat Kulturzeit) und „ein zutiefst menschlicher, nachdenklicher und unterhaltender Abend“ (DLF Kultur).

Vier weitere Uraufführungen und Kreationen bestimmten das Geschehen im Schauspiel – neben einer Reihe an Premieren wie „Im Studio hört Dich niemand schreien“ von Regisseur Jörg Buttgereit z.B. „Everything belongs to the Future“ nach Texten von Laurie Penny (Regie: Laura N. Junghanns) oder der Sprechchor-Produktion „Echte Liebe“ über Homosexualität im Fußball.

Für „Ich Europa“ schrieben elf Autorinnen und Autoren aus neun Ländern Monologe, die um das Verhältnis von Europa und dem Nahen Osten kreisten. Für ausverkaufte Vorstellungen sorgte die Adaption des Ruhrgebiets-Bestsellers „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“. Die Uraufführung „Unsere Herzkammer“ unter der Regie des Kabarettisten Rainald Grebe war eine musikalische Erinnerung an Persönlichkeiten und Positionen der SPD. Zuletzt kam „Im Irrgarten des Wissens“ zur Uraufführung.

Kinder- und Jugendtheater
Nach einem Gastspiel des KJT 2018 im Akademischen Jugendtheater Rostow am Don kam im Herbst 2019 der Gegenbesuch: Rostow war zu Gast im KJT. Außerdem spielte das Weihnachtsmärchen nach dem Werkstattumbau wieder auf der Bühne des Schauspiels. Das Publikum war von „Cinderella“ begeistert, so dass sich die Vorstellungen einer satten Auslastung erfreuten. Für die Uraufführung von „Der Sandmann“ schrieb Andreas Gruhn die Bearbeitung des Stoffes und inszenierte eine bildgewaltige Aufführung des Schulstoffes.

Der Jugendclub des KJT brachte im März „Klatschen“ von Corinne Maier und Tina Müller zur Uraufführung – ein Stück um die Themen Konkurrenz, Leistungsdruck, Ellenbogengesellschaft und Glück. Es spielten Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung zwischen 15 und 25 Jahren. Auch die Premiere von „Agent im Spiel“ war ein voller Erfolg. Das Stück sensibilisiert auf leichte und humorvolle Weise für das Thema Armut, das in Dortmund für viele Kinder und Jugendliche Lebensrealität darstellt.

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