Tag des offenen Denkmals: Viel Programm auf der Kokerei Hansa

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Foto: IN-StadtMagazine

Am Tag des offenen Denkmals, Sonntag (8.9.), haben Besucher der Kokerei Hansa freien Eintritt und können nicht nur das Industriedenkmal erkunden, sondern auch ein vielfältiges Programm im Themenspektrum zwischen „Industriekultur, Bautechnik, Kunst und Natur“ erleben.

Von 11-16 Uhr informieren Gästeführer*innen der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur zu jeder vollen Stunde bei kostenlosen Kurzführungen über die Geschichte und Bedeutung der Kokerei Hansa sowie über ihre jüngsten Herausforderungen im Rahmen ihrer denkmalpflegerischen Arbeit.

Fritz-Henßler-Berufskolleg Dortmund zeigt Arbeiten
Die Kokerei Hansa ist Lernort für zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Seit neun Jahren besteht eine enge Kooperation der Stiftung mit dem Fritz-Henßler-Berufskolleg Dortmund. Regelmäßig verlegen die Lehrerinnen und Lehrer das Klassenzimmer für die angehenden Bautechnischen Assistenten auf das Industriedenkmal, um den Themenbereich „Bauen im Bestand“ anschaulich und praktisch zu vermitteln. Die Ergebnisse monatelanger Arbeiten von insgesamt rund 60 jungen Männern und Frauen werden nun am Sonntag gezeigt und im Rahmen von Führungen um 13 und 15 Uhr präsentiert.

In diesem Jahr widmeten sich die Schüler und Schülerinnen des 13. Jahrgangs der Backsteinfassade des Lokschuppens. Sie erhielten eine Einweisung der Unteren Denkmalbehörde zur fachgerechten Aufnahme für die Archivierung, die sie anschließend selbst durchführten. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse erläutern die Jungen und Mädchen den Besuchern vor Ort. Der 12. Jahrgang befasste sich mit der Topographie der Kokerei. Methoden zum Bemessen und Bestimmen von Höhenunterschieden im Gelände stellen die jungen Erwachsenen vor. Die Schüler des 11. Jahrgangs setzten sich intensiv mit der Geschichte und baulichen Entwicklung der Kokerei und ihrem Architekten, Hellmuth von Stegmann und Stein, auseinander. Auf Stellwänden sind die Arbeiten aus dieser Unterrichtsreihe zu bestaunen. Zudem werden die Ergebnisse des ehemaligen 13. Jahrgangs ausgestellt, die im Frühjahr 2019 vor Ort erarbeitet wurden.

Gustav-Heinemann-Gesamtschule ist wieder dabei
In langjähriger Tradition ist auch die Gustav-Heinemann Gesamtschule am Tag des offenen Denkmals auf Hansa aktiv. Vier Klassen der Schule aus Huckarde präsentieren in der Zeit von 14-16 Uhr verschiedene Kunst- und Kreativ-Aktionen. Mosaikarbeiten aus Beton, die von Motiven des Denkmals inspiriert sind, können bestaunt werden. Ein menschenhohes Totem wird ausgestellt und es gibt einen Tanzdarbietung, bei der Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Um 14.30 Uhr bietet die Klasse 6.4 eine spannende Führung über das Gelände an. Die Schüler*innen haben im vergangenen Schuljahr unterschiedliche Orte der Kokerei Hansa in Kleingruppen genauer untersucht und erforscht. Am Tag des offenen Denkmals möchten sie ihre Informationen und Auseinandersetzungen mit der Kokerei Hansa weitergeben und freuen sich auf die Begegnung mit dem Publikum.

Ausstellung „Schwarzer Nebel, Weißer Rauch“ wird eröffnet
Und auch dem Thema „Kunst auf Hansa“ kommt in diesem Jahr zum Tag des offenen Denkmals eine besondere Bedeutung zu. Um 12 Uhr wird die Ausstellung „Schwarzer Nebel, Weißer Rauch“ eröffnet. Über den Zeitraum von fast einem Jahr haben sich neun Künstlerinnen und Künstlern der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg mit dem stillgelegten Areal der Kokerei auseinandergesetzt. Schon der Name der Ausstellung umfasst in seiner paradoxen Metapher gleich mehrere Themenfelder, die gemeinsam oder individuell erarbeitet wurden. Die neun, zum Teil sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen, werden in der Waschkaue und der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa präsentiert.

Kostenlose Kurzführungen
Zwischen 11 und 16 Uhr werden zudem zu jeder halben Stunde kostenlose Kurzführungen zur Industrienatur durch den RVR angeboten. Denn Industrie und Natur – das funktioniert auf der Kokerei Hansa bereits seit Jahren. Besucher blicken in die exotische Welt der Pflanzen und Tiere, die im Laufe der Zeit auf Hansa entstanden ist. Und sie erfahren, wie die Exoten nach Huckarde gekommen sind. Zwischen Rohren, Türmen und Gleisen warten eine Menge Überraschungen. Der Imkerverein Dortmund West e.V. ist ebenfalls vor Ort und ermöglicht Einblicke in die Imkerei.

Tag des offenen Denkmals 2019 auf der Kokerei Hansa
11–17 Uhr
Fritz-Henßler-Berufskolleg Dortmund: Drei Jahrgänge stellen persönlich ihre Unterrichts-Ergebnisse vor: Kombinierte Führungen um 13 und um 15 Uhr
11–17 Uhr Imkerverein Dortmund-West e.V. gibt Einblicke in die Imkerei
12 Uhr Ausstellungseröffnung „Schwarzer Nebel, Weißer Rauch“
12–16 Uhr zu jeder vollen Stunde Kurzführungen durch Gästeführer*innen der Industriedenkmalstiftung zur Industriegeschichte
12–16 Uhr zu jeder halben Stunde Kurzführungen zur Industrienatur vom RVR RUHR Grün
14–16 Uhr Gustav-Heinemann-Gesamtschule, Dortmund-Huckarde: Vier Klassen präsentieren Ergebnisse aus dem Unterricht; 14.30 Uhr: Schüler*innen der 6. Klasse führen über die Kokerei

Ort: Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund-Huckarde
Termin: 08. September 2019
Öffnungszeiten: 10.00 bis 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Die Kokerei Hansa entstand in den Jahren 1927/28 und galt in ihrer Zeit als äußerst modern und leistungsfähig. Sie war Mittelpunkt und wichtiger Bestandteil in der Verbundwirtschaft der Dortmunder Montanindustrie. Als Zentralkokerei erhielt sie Kohle von den umliegenden Zechen und verarbeitete sie zu Koks, der dann an das Dortmunder Hüttenwerk geliefert wurde. In Spitzenzeiten verließen 5000 Tonnen Koks am Tag das Werksgelände. Auf der Kokerei Hansa haben einmal bis zu 1000 Menschen gearbeitet.

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