Spoootz wie Wurst – Ausstellung im Torhaus

0
20
Mariola Laschet ist nach langer Diskussion die erste Künstlerin, die ihr Werk im Torhaus ausstellt. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Vier Jahre Praktikum: Was wohl für die meisten wie ein Albtraum klingt, war Mariola Laschets bewusste Entscheidung. „Ich bin da hängengeblieben“, da, am Theater. Besonders im Bereich der Bühnengestaltung bewegte sie sich mit großer Begeisterung. Aber die Probenzeiten sind hart, Freizeit gibt es für TheatermitarbeiterInnen kaum. Daher entschloss sich Laschet: „Ich male“ und besuchte die Kunstakademie in Bochum.

Nun ist Laschet die erste, die nach der Diskussion über die vollständige Schließung des Torhauses am Rombergpark ihre Kunst ebendort der Öffentlichkeit präsentieren darf. Denn trotz der fraglichen Sicherheitsbedingungen im Torhaus darf dieses nun wieder für Ausstellungen genutzt werden. Kürzlich fand sich nämlich eine Betriebsgenehmigung von 1958, weshalb die Nutzung für Ausstellungen Bestandsschutz genieße, erläuterte Burkhard Rinsche vom Kulturbüro der Stadt Dortmund am 4. April den Medienvertretern. „Da muss doch einer gewühlt haben“, warf Laschet dazwischen. Ja, vermutlich hat einer gewühlt – und das mit Erfolg. Leider sind in der Betriebsgenehmigung keine Konzerte erwähnt, weshalb die Gitarrenkonzerte im Torhaus wohl in Zukunft ausfallen müssen.

Am 7. April war es so weit: Laschets Ausstellung „Spoootz“ öffnete ihre Türen für Besucher. Drei Rollen à 200 Meter Transparentpapier hat Laschet mit ihren Markerzeichnungen gefüllt und anschließend gemeinsam mit ihrer Schwester an Leinen im Torhaus aufgehängt. Dabei spielt der Zufall eine wesentliche Rolle: wie die Bahnen zu liegen kommen, ist Teil des Kunstwerks. Auch dass Risse entstehen, gehört dazu. „Dieses Papier ist unglaublich scheiße empfindlich.“

Die Künstlerförderung der Stadt Dortmund, die diese Ausstellung ermöglicht und beworben hat, sieht vor, dass die Künstlerin im Nachgang ihrer Ausstellung die Möglichkeit erhält, ihr Werk zu verkaufen. Doch wie verkauft man 200 Meter Kunst? Mit dieser Frage konfrontiert traf Laschet eine Entscheidung: Sie wird ihr Werk „wie Wurst“ stückweise verkaufen. Dabei ist sie offen dafür, dass der Käufer ihr Werk nur zu bestimmten Gelegenheiten hervorholt, eben wenn die Zunge „Bock auf Wurst“ meldet.

Am Ende bleibt wohl bei so manchem die Frage: Was ist eigentlich Spoootz? Doch genau diese Frage ist Teil der Ästhetik, mit der Laschet spielt. „Ich will, dass alles immer offen bleibt“, sagt sie und geht so d’accord mit einem Kunstverstand, dem „das Endgültige“ widerstrebt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. April 2019 zu sehen.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500