Neuer schauraum: comic + cartoon eröffnet mit Ausstellung über „Carl Barks und die Folgen“

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Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund

ENTE SÜSS SAUER. Carl Barks und die Folgen
7. April – 22. September 2019
schauraum: comic + cartoon, Max-von-der-Grün-Platz 7, 44137 Dortmund

George Lucas, Schöpfer von „Star Wars“, nennt ihn „einen unschätzbaren Teil unseres literarischen Erbes“. Jeff Kinney, Autor von „Gregs Tagebuch“, sagt: „Mir ist noch nie besseres Geschichtenerzählen untergekommen, egal in welcher Form“. Die Rede ist von Carl Barks (1901–2000). Der Disney-Zeichner und sein Werk stehen im Zentrum einer Ausstellung, mit der die Kulturbetriebe Dortmund am 7. April den neuen „schauraum: comic + cartoon“ eröffnen. Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Alexander Braun / German Academy of Comic Art. Der Eintritt ist frei.

Als Barks 1935 als Zeichner in die Disney-Studios eintrat, hatte er beruflich schon alles probiert: Er war Farmer, Holzfäller und Waggonbauer gewesen. Als er nach sieben Jahren die Trickfilm-Studios verließ, um ab 1942 Comics mit Donald Duck zu zeichnen, gab es die Welt von Entenhausen noch nicht. Carl Barks übernahm Donald Duck und seine drei Neffen – alles andere schuf er im Laufe der nächsten 24 Jahre: Onkel Dagobert und die Panzerknacker ebenso wie Daniel Düsentrieb, Gundel Gaukeley oder den Geldspeicher.

Am Ende haben von den ca. 6700 Seiten, die er zeichnete, nur knapp 200 als Originale überlebt – weniger als 3 Prozent eines Werks, das sich über die ganze Welt verbreitete und die Popkultur des 20. Jahrhunderts geprägt hat wie kaum ein anderes.

Der Meister und seine Schüler
Viele Zeichner aus aller Welt haben seitdem versucht, im langen Schatten von Carl Barks zu bestehen. Aber nur die Besten konnten ihm mit eigenen Erzählungen aus Entenhausen das Wasser reichen: Romano Scarpa (Italien), Daan Jippes (Niederlande), Vicar (Chile), William Van Horn (USA) und Don Rosa (USA). Einige, wie Romano Scarpa, begannen selbst bereits in den 1950ern ihr Werk, arbeiteten also parallel zum „Meister“. Andere starteten erst, nachdem Barks 1966 in den Ruhestand gegangen war.

Das deutsche Publikum kennt sie aus hiesigen Publikationen: Romano Scarpas Geschichten erschienen in den „Lustigen Taschenbüchern“, von Vicar stammen die meisten Einführungsgeschichten in der deutschen „Micky Maus“ der späten 1970er, 1980er und 1990er-Jahre. Ab den späten 1990ern erschienen dort auch die Stories von William van Horn und Daan Jippes.

35 Originalzeichnungen, 30 Erstausgaben
Die Ausstellung „Ente süß sauer“ zeigt neben vielen Erstausgaben vor allem die Originalseiten dieser Zeichner, angefangen bei Carl Barks. Zu sehen sind 35 Originale (Bleistift und Tusche auf Papier), darunter 10 von Carl Barks selbst: fünf von seiner eigenen Hand und fünf, die auf seinen Vorzeichnungen basieren. In sechs Vitrinen zu sehen sind außerdem ca. 30 Erstausgaben seltener Original-Publikationen, darunter Veröffentlichungen aus den 1930er- bis 1950er-Jahren.

Herausragende Exponate der Ausstellung sind zwei Arbeiten von Carl Barks aus seiner Blütezeit in den 1950er Jahren – zwei Seiten von 30, die aus dieser Zeit überhaupt noch existieren.

Schauraum wird drei Jahre lang zum Comic-Labor
Die Ausstellung bildet den Auftakt zu dem dreijährigen Projekt „schauraum: comic + cartoon“. Bei dieser Kooperation der Dortmunder Kulturbetriebe sollen die Möglichkeiten des Mediums Comics ausgelotet werden – in Ausstellungen ebenso wie Partizipationsprojekten (nicht nur) für Kinder und Jugendliche. Angedockt ist der Schauraum an das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), das für die Bespielung mit der Stadt- und Landesbibliothek, dem Kulturbüro und der Bildungsetage UZWEI im Dortmunder U zusammenarbeitet – weitere Kooperationen nicht ausgeschlossen.

Anbindung an die Dortmunder Kulturmeile
Der schauraum: comic + cartoon hat seine Heimat im ehemaligen und ebenerdig gelegenen Ladenlokal von DORTMUNDtourismus direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Damit wird der Schauraum zum Teil der „Kulturmeile“, die vom Dortmunder U übers Fußballmuseum und die Stadt- und Landesbibliothek bis zu MKK, domicil und Konzerthaus verläuft. Ansprechpartnerinnen im Schauraum sind Dr. Nassrin Sadeghi, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MKK und Sophia Paplowski, Mitarbeiterin der Stadt- und Landesbibliothek. Die Finanzierung erfolgt aus dem Etat der Kulturbetriebe.

Eröffnung
Eröffnet wird die Ausstellung „ENTE SÜSS SAUER. Carl Barks und die Folgen“ am Sonntag, 7. April 2019 um 11 Uhr im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1-3, 44137 Dortmund.

Der zur Eröffnung angekündigte Starzeichner Daan Jippes (74) ist leider erkrankt und kann am Sonntag nicht für seine Dortmunder Fans zeichnen. Der Signiertermin wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Daan Jippes ist einer der begabtesten Zeichner in der Tradition von Carl Barks. In den 1990er-Jahren arbeitete für die Disney-Studios in Kalifornien und war an Filmen wie „Die Schöne und das Biest“ und „Aladdin“ beteiligt.

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (144 Seiten, vierfarbig, Hardcover). Preis: 15 Euro, erhältlich ausschließlich im schauraum: comic + cartoon.

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