Nach einem Brand und einem ambivalenten Jahr – das Hansa Theater kehrt nach Hörde zurück

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(v. l.) Theresia, Rudi und Inga Strothmüller verlassen den Hombrucher Spielort „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. (Foto: IN-StadtMagazine)

„Ich habe das Gefühl irgendwie, wir sind hier grad noch eingezogen“, offenbarte Inga Strothmüller den Medienvertreter*innen zum Abschluss der Theatersaison am 14. Juni. Nach acht Monaten Zwischenmiete am Hombrucher Marktplatz kehrt das Hansa Theater nun nach Hörde zurück, wo es im Herbst wieder seine Türen öffnet. Am 28. September geht es mit einer Eröffnungsfeier mit Best-of-Show weiter, „wo alle vom Hansa Theater mitmachen“.

Das Hansa Theater blickt auf ein sehr ambivalentes Jahr zurück. Nach dem Brand in der Eckardtstraße musste eine schnelle Lösung her, denn das Theater bis zur Fertigstellung der Sanierung zu schließen, wäre laut Inga Strothmüller eine „Katastrophe“ für die Künstler*innen gewesen. Aber auch formal kam diese Option nicht in Frage, da die Verträge eine Bemühung um alternative Spielstätten vorschreiben.

Mit der Luna-Immobilie hatten die Theatermachenden einen ebenso vielversprechenden wie renovierungsbedürftigten Spielort gefunden. Zwar ermöglichte die Stadt Dortmund eine schnelle Renovierung, jedoch musste auch durch die Aktiven viel Hand angelegt werden. Doch das Hansa Theater wurde für seine Mühen entschädigt. „Die Resonanz in Hombruch war super, auch insofern, dass hier so viel Leben war“, resümierte Inga Strothmüller. Mit dem nebenan liegenden Restaurant „Buon Gusto“ baute sich schnell eine gute Zusammenarbeit auf: So ging man nach dem Theater noch auf ein Glas Wein zum Italiener oder stärkte sich für eine Vorstellung mit einem italienischen Essen.

Finanziell war es trotzdem „schon ein hartes Jahr“, auch weil das Theater sich erst in Hombruch etablieren musste, bevor im vergangenen halben Jahr die Besucherzahlen allmählich stiegen. „Das macht sich dann doch bemerkbar, dass man viel verliert, viel reinsteckt und das Publikum dann fehlt.“ Laut Theresia Strothmüller bräuchte es mindestens zwei Jahre, bis sich ein Theater in den Köpfen der Anwohner*innen festgesetzt habe.

Für die Immobilie erhoffen sich die Strothmüllers eine kulturelle Zukunft. „Wenn hier renoviert würde und das auf den heutigen Stand gebracht würde“, wären die Räumlichkeiten laut Theresia Strothmüller „ideal als Kulturstätte“. Doch die geschwungenen Treppenaufgänge bergen auch ihre Tücken. Denn ein Umbau zu einem barrierefreien Veranstaltungsort ist hier kaum denkbar. Die Nutzung durch private Kulturschaffende bleibt jedoch unbenommen.

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