„Music with us“

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Claudia Hiddemann-Holthoff stellt ihre Musiker*innenportraits aus. Für die Dortmunder Künstlerin darf die dunkle Seite auf einem Portrait von Jim Morrison nicht fehlen. (Foto: IN-StadtMagazine)

Claudia Hiddemann-Holthoff zollt dem Keyboarder der „Doors“ Respekt. Ohne ihn wären die Konzerte jedes Mal abgebrochen worden, wenn Frontmann Jim Morrison mal wieder auf der Bühne zusammengebrochen war. So jedoch füllten psychedelische Keyboard-Sounds die langen Minuten, bis Morrison sich langsam wieder aus seiner Schattenseite erhob. Auf ebendiese hat Hiddemann-Holthoff Wert gelegt, als sie den Sänger in Ocker-Tönen auf eine Leinwand brachte. Zusammen mit anderen Portraits berühmter Musikschaffender hängt dieses Bild noch bis zum 3. April in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek, wo sie der Öffentlichkeit zugänglich sind. Dort sieht man sich insgesamt von Gelb-, Braun, teilweise auch Rottönen umgeben.

Hatte Hiddemann-Holthoff auch ein breiteres Farbspektrum ausprobiert, hatte sie teilweise sogar mit Blau hantiert, so „hat es diesen Blues, die Musik, die Wärme dieser Musik überhaupt nicht wiedergegeben“, wie sie selbst sagt. „Diese Schlaglichter, dieses Schummrige“ finden sich eben nur in den gewählten Erdtönen wieder. Denn es geht hier nicht vorrangig darum, die Musiker*innen realistisch abzubilden, sondern um eine Darstellung ihrer Persönlichkeit und ihrer Lebensgeschichte. So schwingt in Hiddemann-Holthoffs Triptychon mit dem Motiv Billie Holiday auch der Rassismus mit, mit dem die dunkelhäutige Musikerin Zeit ihres Lebens konfrontiert war. Michael Jackson hingegen ist zum gewählten Zeitpunkt bereits fast ein weißer Mann. Im Gegensatz zu John Lee Hooker, der für Hiddemann-Holthoff ein „Eigenbrötler“ war, „aber ein genialer“.

Stellenweise greift die Künstlerin auch zu Symbolik. So würde sie sich zwar selbst nicht als Fan der Musik der isländischen Sängerin Björk bezeichnen, bewundert aber ihre schillernden Bühnenshows und vor allem eins: ihre Schönheit. Darum gehören die Schmetterlinge, die auf Björks Portrait um das schlank zulaufende Gesicht flattern, für Hiddemann-Holthoff unweigerlich dazu. Und auch bei Adele fällt ein Tier ins Auge. Aus dem Rauch ihrer Zigarette steigt eine Taube auf: „Sie raucht gerade für den Frieden“, sagt Hiddemann-Holthoff.

Nicht nur die Musikschaffenden selbst, sondern auch ihre Portraits haben bereits viel von der Welt gesehen. So waren sie in New York, Miami, Paris, Turin und in der Schweiz zu sehen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. April dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr in der Artothek der Stadt- und Landesbbliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1–3 zu sehen.

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