„Montanium“ holt ein Stück Zechenalltag an die Oberfläche

0
29
Die neue Zollern-Attraktion möchte ein authentisches Erlebnis vermitteln: Beleuchtung, Geräusche, Dimensionen – das Montanium will die vergangene Welt des Ruhrbergbaus erfahrbar machen. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Museen waren früher einmal lediglich Häuser mit jeder Menge Schaustücken in Glasvitrinen und vielen Bildern an den Wänden. Spätestens mit der Digitalisierung allerdings dämmerte es vielen Ausstellungsmachern, dass sie echte Erlebnisräume schaffen sollten, um für ihr Publikum weiterhin interessant und relevant zu sein.

Die Zeche Zollern wiederum bot ihren Besuchern schon immer mehr als nur das klassische „Vitrinen-Programm“, denn hier sind schließlich die Gebäude und Gerätschaften selbst die „Stars“. Trotzdem erweitert die Mitte Februar eröffnete Untertage-Erlebniswelt „Montanium“ das Spektrum des historischen Industriegeländes um eine ganz neue, spannende Farbe.

Entstanden ist ein Ort, der den Besuchern einen möglichst authentischen, alle Sinne ansprechenden Eindruck von der Welt unter Tage vermitteln will. Geachtet hat man dabei u. a. auf wirklichkeitsgetreue Beleuchtung und Gerüche sowie eine buchstäblich „vor Ort“ unter Tage aufgenommene Sound-Kulisse. Einzig beim die Wand entlangfahrenden Kohlehobel handelt es sich um eine Lichtprojektion, die eingespielt wird, während es um die Besucher herum in Dolby-Surround-Qualität hämmert und kracht.

Das Interieur der vierzig Meter langen Erlebnisstrecke stammt aus dem ehemaligen Lehrbergwerk der Zeche Westerholt, und wird an Experimentierstationen durch ein spielerisches Element mit Aha-Effekt ergänzt: Hier kann man u. a. der unterschiedlichen Tragfähigkeit von Holz und Stahl auf die Spur kommen oder erleben, wie mittels Hydraulik große Gewichte mit kleinem Krafteinsatz gestemmt werden können.

Konzipiert ist Zollerns neue Trumpfkarte übrigens so, dass sie baulich erweitert werden kann. Und genau dies soll innerhalb der nächsten zwei Jahre auch geschehen, in denen das Montanium um einen (ebenfalls interaktiven) Werkstatt-Bereich und einen Abschnitt, der die Fahrt mit einer Grubenbahn simuliert, erweitert werden soll.
Doch auch bereits „Bauabschnitt 1“ lohnt einen Besuch allemal – um Industriegeschichte nicht nur zu betrachten, sondern auch zu erleben.

Einzelbesucher können das „Montanium“ im Rahmen offener, einstündiger Führungen täglich um 13 Uhr und 16 Uhr besuchen (Kosten: Museumseintritt plus 2 €). Einstündige Gruppenführungen können frei vereinbart werden und kosten 40 €.

Weitere Infos gibt es telefonisch unter 0231-6961220.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
500