Live und in Farbe: Urban Sketchers präsentieren ihren Blick auf die Industriekultur

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(v. l.) Zeichnerin Birgit Encke, Isolde Parussel (Leiterin des Hoesch-Museums) und Guido Wessel, Urban Sketcher vor dem Hoesch-Museum. (Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund)
  • „Live und in Farbe. Urban Sketchers zeichnen Dortmunder Industriekultur“ sowie
  • „Blicke in den Stadtteil. Ein Schulprojekt!

1. März bis 24. Mai 2020 bzw. bis 5. April
Hoesch-Museum Dortmund, Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund

„Urban Sketchers“ sind Zeichner, die ihr direktes Umfeld vor Ort zeichnen und skizzieren. Für eine Ausstellung im Hoesch-Museum Dortmund haben sich 15 Zeichnerinnen und Zeichner aus der Dortmunder Urban Sketchers-Gruppe nun die Industriekultur der Stadt vorgenommen. Vom 1. März bis 24. Mai zeigen sie ihre Sicht auf die Relikte der Schwerindustrie in Einzelbildern und Skizzenbüchern in der Ausstellung „Live und in Farbe: Urban Sketchers zeichnen Dortmunder Industriekultur“.

Zu sehen sind 61 Skizzen und 28 Skizzenbücher aus den vergangenen drei Jahren. Die Künstlerinnen und Künstler waren unter anderem unterwegs auf Phoenix-West und -Ost, der Kokerei Hansa, im Unionviertel, im Hoesch-Museum, am Hafen, an der Zeche Gneisenau, in Arbeitersiedlungen sowie auf Zeche Zollern.

Die beteiligten Zeichnerinnen und Zeichner sind zwischen 35 und 76 Jahren alt – einige von ihnen akademisch ausgebildete Künstlerinnen und Künstler, die meisten jedoch malen und zeichnen nach Feierabend bzw. im Ruhestand. Sie gehören zu einer weltweiten Gemeinschaft von Tausenden kreativen Menschen, die den Alltag direkt auf dem Zeichenblock einfangen.

Weltweite Bewegung
Die Urban Sketchers-Bewegung, eine Art visueller Journalismus, wurde 2007 in Seattle (USA) vom Illustrator Gabriel Campanario ins Leben gerufen. Das Motto: Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung! Die Dortmunder Urban Sketchers arbeiten seit Juni 2016 im losen Verbund. Sie treffen sich jeden Donnerstagabend im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, um gemeinsam in der Dortmunder Innenstadt und darüber hinaus zu zeichnen. Für ihre „Sketchwalks“ geben sie sich entweder eine konkrete Aufgabe, erzählen ganze Geschichten oder nehmen nur einzelne Motive auf. Skizzenbuch, Tusche, Bleistift und Aquarellfarben gehören dabei zur Grundausstattung.

Im September 2020 richtet die Dortmunder Gruppe erstmals das deutschsprachige Jahrestreffen der Urban Sketchers aus.

Die Dortmunder Urban Sketchers
Die beteiligten Urban Sketchers sind Fritz Angerstein, René Becerra, Birgit Encke, Dagmar Knappe, Tanja Krause, Anne Pieper, Nathalie Planer-Friedrich, Martin Theil, Brigitte Tolxdorf, Eike Wacker, Michael Weigelt, Guido Wessel, Anna Wirges, Monika Wirges, Inge Zeller.

Führungen und Workshops – Mitmachen erwünscht
Im Hoesch-Museum finden an den Sonntagen (29.3., 26.4., 24.05.) jeweils von 14 bis 16 Uhr Führungen mit anschließendem Workshop der Urban Sketchers statt. Jeder kann mitmachen, die Teilnahme ist kostenlos.

Jeden Donnerstag um 18 Uhr treffen sich die Dortmunder Urban Sketchers zum Zeichnen in der Artus Galerie+Shop im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (Hansastr. 3). Anschließend geht es zum max. 10 Minuten entfernt liegenden „Einsatzort“. Es ist immer jemand im Laden, der den aktuellen Zeichenort mitteilen kann. Zeichenmaterial bitte mitbringen. Auch hier gilt: Jeder kann mitmachen, die Teilnahme ist kostenlos.

Schulprojekt zu Gast in der Ausstellung: „Blicke in den Stadtteil“
Zu Gast in der Urban-Sketchers-Ausstellung ist eine weitere Ausstellung: Die „Blicke in den Stadtteil“ sind ein Schulprojekt der Gertrud-Bäumer-Realschule aus der Nordstadt um die Kunstlehrerin Daniela Leliwa. Ähnlich wie die Skizzen der Urban Sketchers zeigen die Schülerinnen und Schüler in Fotoserien die Vielfalt, das Unbekannte, aber auch Gewöhnliche des eigenen Umfeldes. Die Ausstellung ist vom 1. März bis 5. April zusehen.

Seit drei Jahren besteht die Kooperation zwischen der Gertrud-Bäumer-Realschule und dem Hoesch-Museum. Im aktuellen Schuljahr beschäftigt sich der Kunstkurs Klasse 9 mit seinem Lebensumfeld, also der Nordstadt. Zu Beginn stand die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und Bildausschnitten. Anschließend wurden historische Fotografien von Erich Grisar analysiert: Er hielt die Dortmunder Nordstadt in den 1920er-Jahren mit seiner Kamera fest.

In Kleingruppen erkundeten die Schülerinnen und Schüler schließlich Orte ihres Stadtteils und wurden oft selbst von der Schönheit, die sich ihnen durch die Handykamera offenbarte, überrascht.

Zu sehen sind rund 80 Fotografien von 14 Schülerinnen und Schüler zu neun Themen bzw. Orten: Hafen, Kanal, Kunst im öffentlichen Raum, Brauerei-Museum, Fredenbaumpark, Borsigplatz, Hoeschpark, Lebensmittelgeschäfte, christliche Kirchen.

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