Linienflug ins All

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Hereinspaziert! Die Crew des „kiU“ nicht etwa vor, sondern unter „ihrer“ Kinoleinwand – stilecht ausgestattet mit VR-Brillen für das 3D-Erlebnis. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Der „Full Dome“ im Dortmunder U bietet außergewöhnliches Kino-Erlebnis

Dortmunds Freizeitangebote sind reichhaltig, ein Gratis-Kurztrip ins All indes dürfte trotzdem eher zu den exklusiven Angeboten gehören. „Gebucht“ werden kann er in – wenn man so will – Dortmunds kleinstem Kino: Dem „Full Dome“ im Foyer des Dortmunder U.

Aus der Taufe gehoben wurde die den Raum beherrschende Kuppel zur letzten Museumsnacht vom ein Stockwerk höher ansässigen Digitallabor „kiU“. Das „kiU“, betrieben vom Fachbereich Design der Dortmunder FH, lotet Möglichkeiten und Präsentationsformen digitaler Medien aus – und hat als Partner von Dortmunds Kulturzentrum selbstverständlich beste Voraussetzungen, auch ambitioniertere neue Ideen und Konzepte zu realisieren und den Besuchern zu servieren.

Im Falle des Fulldomes ist eine Medien-Attraktion dabei herausgekommen, die quer durch alle Altersstufen Neugier weckt. Denn entgehen kann die imposante Halbkugel, die sich ein wenig wie eine aufgeklappte Auster im Erdgeschoss des U auftut, dem Publikum nur schwer. Fünf Beamer sind es, die computerunterstützt in ihrem Inneren die Bilder liefern, und insgesamt sieben Soundkanäle sorgen für eine angemessene Akustik. Das Programm bestimmen dürfen in der Regel die Besucher selbst: Mittels Touchscreen können sie zwischen elf unterschiedlichen Alternativen wählen, darunter einige Real-Filme sowie vor allem Animationen. Womit wir wieder beim Kurztrip in den Weltraum wären: Der 8 min-Clip „Cycle of everything“ ist aktuell die womöglich imposanteste Fulldome- Animation, und zu besonderen Anlässen sogar als 3 D-Spektakel zu erleben. Beginnend auf dem Meeresgrund nimmt er die Besucher in teils rasender Fahrt mit bis hin zu fernen Galaxien.

Wie alle anderen verfügbaren Filme ist auch die Jagd durchs All im Übrigen – Hut ab! – eine „hauseigene Produktion“. Um diese so entspannt wie möglich genießen zu können, laden in der Regel mitten unter dem „Dome“ Sitzsäcke zum Verweilen ein. Keine Technik indes ohne Tücken: Für das perfekte „Kuppel-Erlebnis“ sollte man sich als Zuschauer genau hier – auf einem der etwa vier zentralen Plätze – niederlassen. Denn je weiter man von der optimalen Sitzposition abweicht, umso klarer taucht an den Rändern des Sichtfelds die Kante des Fulldomes auf, wodurch die Raum-Illusion naturgemäß merklich geschmälert werden kann. Was allerdings bei den geplanten Sonder-Events im Laufe des Jahres kaum ins Gewicht fällt, sind doch die technischen Möglichkeiten der Kinokuppel – wie der künstlerische Leiter des kiU, Harald Opel, erläutert – mit dem bloßen Abspielen von Filmen nicht erschöpft.

Bei einer für den 29.3. geplanten Tanzperformance etwa werden die Bewegungen der Akteure interaktiv von computergenerierten Bildern eingerahmt werden. Und auch im weiteren Verlauf des Jahres wird der Fulldome insbesondere im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Kleiner Freitag“ (siehe auch Extra-Artikel) immer wieder als Trumpfkarte gespielt werden.

Für Harald Opel und sein etwa 20-köpfiges Team sicherlich zusätzliche Motivation, weiterhin originelle Einsatzformen für „neue Medien“ zu entwickeln. Das Publikum im U darf gespannt sein – und einstweilen im Sitzsack ins All aufbrechen.

Auf ins All! Der künstlerische Leiter des „kiU und langjährige Leiter des Studiengangs „Film“ an der Dortmunder FH, Harald Opel (2. v. r.), mit zwei seiner Mitarbeiter in der Kulisse von „Cycle of everything“.

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