Kein Objektiv ist objektiv: Von den Anfängen der Fotografie bis heute – Vortrag im MKK

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Sie revolutionierte unsere Sehgewohnheiten und verstieß zugleich gegen damalige Moralvorstellungen und christliche Ethik: die Fotografie. Dank dieser Erfindung konnte die Realität schneller, preisgünstiger und präziser abgebildet werden, als es die Malerei je zuvor vermochte.

Unter dem Titel „Kein Objektiv ist objektiv“ spricht Prof. Claude Sui von den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen am Mittwoch, 24. Juni, 18 Uhr in der Rotunde des MKK über den Wahrheitsanspruch der Fotografie von ihren Anfängen bis heute.

Der Eintritt ist frei. Der Vortrag gehört zum Begleitprogramm der aktuellen Foto-Ausstellung „Astrid Lowack. The Elements of Transcendence“ im Studio (bis 25. Oktober 2020).

„Flüchtige Spiegelbilder festhalten zu wollen, ist nicht bloß ein Ding der Unmöglichkeit, schon der Wunsch, dies zu wollen, ist eine Gotteslästerung.“ So entrüstet reagierte 1839 der Leipziger Stadtanzeiger, als Daguerre bekannt gab, er könne durch die Camera Obscura beständige „Lichtbilder“ erzeugen. Durch kürzere Belichtungszeiten und handliche Fotoapparate stieg die Produktion an Fotoaufnahmen rasant; durch die Digitalfotografie geht die Zahl der Schnappschüsse in die Billionen.

Die meisten Aufnahmen dienen dazu, einen unwiederbringlichen realen Moment für immer festzuhalten. Fotografische Kategorien wie Bildjournalismus, Reise-, Landschafts-, Porträt- und Genrefotografie geben eine scheinbare Objektivität ihrer Umgebung wieder. Anhand ausgewählter Bildbeispielen wird der Referent den Wahrheitsanspruch in der Fotografie thematisieren und der zentralen Frage nachgehen: Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit?

Prof. Dr. Claude W. Sui war seit 2002 verantwortlich für den Aufbau des Forums Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Als Leiter und Kurator bearbeitet er u.a. wissenschaftlich die zeitgenössische Helmut-Gernsheim-Sammlung, das Robert-Häusser-Archiv und die Sammlung historischer Reisefotografien der Geschwister Reiss. Er ist Honorarprofessor an der Hochschule Mannheim für Gestaltung für seine Verdienste um die Fotografie.

Die Sitzplätze in der Rotunde sind auf 50 beschränkt. Die Teilnehmenden müssen sich vorab an der Kasse in eine Teilnahmeliste eintragen.

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