Historisches aus Dortmund: Erste Kohleförderung auf der Zeche Hansa vor 150 Jahren – von Dr. Günter Spranke

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Zu den ältesten Fotographien aus Huckarde gehört diese Ansicht der Übertageanlagen der Zeche Hansa aus dem Jahr 1871. (Foto: privat)

Ein denkwürdiges industriegeschichtliches Jubiläum steht in diesem Jahr an. Vor 150 Jahren begann die Kohleförderung auf der hiesigen Zeche Hansa und damit eine 111-jährige Zeitspanne, in der das Wirtschaftsleben in der Gemeinde maßgeblich durch den Steinkohlebergbau geprägt wurde.

Dabei reicht die Geschichte des frühen Bergbaus in Huckarde noch länger zurück. Bereits im Jahr 1810 machte man beim Ausschachten eines Brunnens beachtliche Kohlefunde. Im Jahr 1840 wurden dann Probebohrungen in den Huckarder Untergrund eingebracht – diese gelangten jedoch nur bis zur Mergelschicht und blieben so ohne die erhofften Fördermengen und Arbeitsplätze.

Mit der Gründung der „Dortmunder Bergwerks- und Hütten-Union“ im Jahr 1855/56 sollte dann der planmäßige Abbau beginnen, doch führten Fehlinvestitionen, technische Schwierigkeiten und damit verbundene Unternehmenspleiten zu Verzögerungen bei der erfolgreichen und rentablen Förderung. Es dauerte deshalb bis zum Jahr 1869, als mit einer Belegschaft von 283 Bergleuten erste 19 700 t Steinkohle gefördert werden konnte. Die irische Unternehmerfamilie Mulvanny hatte sich seit 1866 im Ruhrgebiet engagiert und mit ihrem Know-how und Kapital den daniederliegenden Kohlebergbau im Dortmunder Raum wiederbelebt. Der Geschäftsbetrieb auf Hansa war damals derart irisch geprägt, dass selbst die Geschäftsberichte in Englisch verfasst wurden.

Verbunden mit dem technischen und wirtschaftlichen Erfolg war 1869 auch der Anschluss des Bergwerks durch eine Eisenbahnstrecke als Stichverbindung zum Schienennetz der Cöln-Mindener-Eisenbahn – damit war auch ein zeitgemäßer Transport sichergestellt.

Auch im Rahmen der Inbetriebnahme der Hydroförderung im Jahr 1977 wurde an den Beginn der konventionellen Förderung im Jahr 1869 erinnert. (Foto: privat)

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