Digitale Zeitreise: Historische Zeitungen aus NRW gehen online

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Start des Online-Portals mit Beate Möllers (Ministerium für Kultur und Wissenschaft Düsseldorf, 2. v. l.), Dr. Andrea Ammendola (ULB Münster, 3. v. r.) sowie Dr. Astrid Blome (Leiterin Institut für Zeitungsforschung (r.). (Foto: Roland Gorecki, Dortmund Agentur)

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern? Von wegen! Historische Zeitungen bieten kulturhistorische Informationen, dokumentieren das Weltgeschehen und sind auch noch nach vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten aussagekräftige Zeugen des Alltags. „Gibt es das auch digital?“, lautet inzwischen eine der meistgestellten Fragen im Institut für Zeitungsforschung an der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund.

Die Antwort lautet: Ja! Ab sofort kann auch die historische Presse Nordrhein-Westfalens online gelesen werden. Das digitale Zeitungsportal zeitpunkt.nrw in dem die ersten regionalen Titel abrufbar sind, ist online. Den „roten Knopf“ drückte Beate Möllers vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das das Verbundprojekt der Universitäts- und Landesbibliotheken Bonn und Münster und des Archiv- und Fortbildungszentrums des Landschaftsverbands Rheinland fördert.

Das Angebot ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Die Nutzerinnen und Nutzer haben verschiedene Möglichkeiten, im Portal zu suchen: über den Zeitungstitel, über einen bestimmten Zeitraum, über einen Ort oder eine Karte.

Die Pilotphase läuft bereits seit 2017 und noch bis 2019, ein Folgeantrag für die zweite Projektphase (2020-2022) ist in Vorbereitung. In der ersten Phase sollen rund 5.000 Mikrofilme mit 6 Mio. Zeitungsseiten digitalisiert werden. Sie bilden einen repräsentativen Querschnitt durch die nordrhein-westfälische Presse der Jahre 1800-1945. Zu den Titeln, die man zum Start des Portals bereits finden kann, gehören die Aachener Allgemeine Zeitung, die Bürener Zeitung, die Godesberger Volkszeitung, der Kölner Lokal-Anzeiger, die Mettmanner Zeitung, die Münsterländische Volkszeitung, der Paderborner Anzeiger, das Rheinische Volksblatt, der Sauerländische Anzeiger, die Schwerter Zeitung, der Sieg-Bote, die Velberter Morgen-Zeitung.

Ab Herbst 2018 ist auch das 1828 gegründete Dortmunder Wochenblatt online, das unter wechselnden Titeln (Dortmunder Anzeiger, Dortmunder amtliches / allgemeines Kreisblatt etc.) bis 1939 erschien, zuletzt unter dem Titel Dortmunder Zeitung.

Herausragende Bedeutung hat das Projekt durch die Vielzahl kooperierender Partner – beteiligt sind Archive und Bibliotheken aus ganz NRW, die die Mikroverfilmungen ihrer Bestände zur Verfügung stellen. Die Gesamtkoordination liegt bei der ULB Bonn. Zuständig für die Digitalisierung und Strukturierung in Westfalen ist die Universitäts- und Landesbibliothek Münster; für den Bereich „Digitalisierung Rheinland“ das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, für die „Strukturierung Rheinland“ die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn. Das Institut für Zeitungsforschung und das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e. V. in Dortmund sind besonders wichtige Kooperationspartner, weil sie eine große Zahl an Masterfilmen für die Digitalisierung zur Verfügung stellen.