Kneipenmusical als Masterarbeit an der FH Dortmund

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Das Film-Team am Set im Haus Fey (v. l.): Anke Kampmann, Stephan Hock, Wolfgang Schlößer, Max Wex, Valentin Hilker, FH-Absolvent und Regisseur Jakob Reuter sowie Sabine Müller. (Foto: Ruhrfolk)

Kneipensterben und Landflucht – sind das passende Themen für einen Musical-Film? FH-Dortmund-Absolvent Jakob Reuter und die Dortmunder Band „Dieselknecht“ legen mit „Zum Ewigen Knecht“ den Beweis und zugleich eine liebevolle Hommage an die Pinte um die Ecke vor.

Die Geschichte in zwei Sätzen: Karl ist 22 Jahre alt und arbeitet seit seiner Kindheit in der gemütlichen Dorfkneipe „Zum Ewigen Knecht“, die von Mutter Erika und deren Lebensgefährten Werner geführt wird. Als Karl eines Tages verkündet, dass es ihn in die Großstadt zieht, ist das ganze Dorf in Aufruhr.

Erzählt wird das alles mit viel Musik, umrahmt von spitzen Dialogen, die ebenso mit Klischees spielen wie die Bildsprache des Films. Gedreht wurde im Sauerland, in Dortmund und Bochum. Die Bochumer Traditionskneipe Haus Fey mit ihrem urigen Charme und ihrer Flaschenöffner-Sammlung wird im Film zur Dorfkneipe. „Tagsüber haben wir dort gedreht, abends wurde wieder Bier ausgeschenkt“, berichtet Regisseur Jakob Reuter. Die Gäste an der Theke blieben dieselben. „Die Stammgäste von Haus Fey sind Teil des Films, ebenso wie die Wirtin“, erzählt der FH-Absolvent. Das 30-minütige Musical im Bluegrass-Stil und ein Dokumentarfilm zum Kneipensterben bilden seine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Film an der Fachhochschule Dortmund.

Die Songs des Films sind von der Dortmunder Band „Dieselknecht“. Die Geschichte des Musicals haben sie gemeinsam zu den Liedern der Band entwickelt. Wenn der Film gezeigt wird, spielt „Dieselknecht“ anschließend oft ein Live-Konzert. So war es beim „Fiege Open Air Kino“ in Bochum und auch beim „PSD Bank Kino“ im Dortmunder Westfalenpark im August 2020. Dort hat die FH Dortmund den Film präsentiert.

Derzeit planen der Dortmunder Regisseur und die Band schon für das nächste Jahr. Und sie denken groß. Eine Tour ist im Gespräch, Kneipen-Themenabende, Gastauftritte anderer Musiker. Zudem hat Jakob Reuter den Film bei mehreren Festivals eingereicht.

Die Fachhochschule Dortmund stellte für das Projekt einen Teil des Equipments. „Im Fachbereich Design gibt es zudem die Filmwerkstatt mit Studio, Schnittplätzen, Tonmischung und Farbkorrektur“, erzählt Jakob Reuter, das sei wie ein „wahr gewordener Traum“ für Filmemacher. Seinen Traum von einem abendfüllenden Musicalfilm will sich der 31-Jährige in Zukunft erfüllen. Mit „Zum Ewigen Knecht“ hat er als Regisseur, Kameramann und Cutter eine beachtliche Referenz geliefert.

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