Jetzt ganz neu – Neue Medien in der DASA

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Die Welt ist ein einziges Netzwerk, zusammengehalten durch das Internet. Was das mit uns macht, zeigt in Ausschnitten die neue Ausstellungseinheit "Neue Medien" in der DASA Arbeitswelt Ausstellung. © DASA

Bisher ging es in der DASA-Ausstellung „Im Wettlauf der neuesten Nachrichten“ um die Arbeit in Medienberufen von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis in 1990er Jahre. Jetzt ist das Thema wieder bis an unsere Gegenwart herangeführt.

Die neue, von Holzer Kobler Architekturen gestaltete Ausstellung spielt mit der schönen neuen Datenwelt, konfrontiert die Besucher/innen mit längst zum Alltag gewordenen Sehgewohnheiten und Verhaltensmustern und hinterfragt das Arbeiten mit und in den Medien. Sie nutzt dazu sinnliche Raum-Erfahrungen, Hands-Ons, Kunstwerke und ein crossmediales Angebot von Text, Bild, Video und Ton.

Alles so schön bunt hier
Der ab Januar 2020 zugängliche Bereich thematisiert die Weiterentwicklung unserer Medienlandschaft durch die großen Zeitströmungen „Digitalisierung“ und „Globalisierung.“ Wie ändern sich klassische Medienberufe und welche neuen Beanspruchungen sind damit verbunden? Die schon immer hohe „Leistungsverdichtung“ hat in den letzten 20 Jahren noch einmal einen gehörigen Zahn zugelegt. Der Ausstellungsbereich der “Neuen Medien” ist als Parcours konzipiert. Die Besucher/innen begeben sich auf eine Reise, auf der sie ihr Wissen an zahlreichen Stationen spielerisch testen und erweitern können und neue, unerwartete Erkenntnisse gewinnen.

Die fast unvorstellbare „Nachrichten-Vielfalt“ erschließt uns das Internet und: erschlägt uns zugleich. „Senden und empfangen“, das ist heute so leicht wie nie, nicht zuletzt durch die Echtzeit-Taktung der sozialen Netzwerke. Dadurch verbreiten sich nicht nur Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch, sondern auch Lügen, Fake-News und im schlimmsten Fall Hasstiraden bis hin zu „Cyber-Mobbing“. Die Art und Weise der Kommunikation verändert sich ins Bildhafte, „Emojis“ zieren fast alle Digitalnachrichten. Wie solche Aussagen wirken, wenn man die Bildsymbole in eine „echte Rede“ überträgt, können die Ausstellungsgäste zum Beispiel sehr plastisch ausprobieren.

Die Frage von „Wahrheit und Fälschung“ stellt sich noch viel massiver als in den ‚klassischen‘ Medien. Die Besucher/innen sind daher aufgerufen, einmal selbst eine gefälschte Nachricht zu produzieren und zu publizieren – im begrenzten Rahmen der Ausstellung versteht sich.

„Guugelst du, oder was?“
Die riesige Informationsfülle im Internet zwingt dazu, mittels Suchmaschinen eine (möglichst) „kluge Auswahl“ zu treffen.
Allerdings ist oft unklar, nach welchen Regeln „Google und Co.“ arbeiten und wer im Hintergrund alles die Strippen zieht. Die Gefahr, die Welt durch die eigene Filterblase zu sehen, ist höher denn je. Die in den DASA-Werkstätten gefertigte „Guugle“-Maschine aus Holz und Metall macht die hintergründigen Mechanismen auf noch nie gesehene Weise anschaulich „Daten als Ware“ sind die Basis vieler Internet-Unternehmen. Die Installation der Medienkünstler Alex Wenger und Max-Gerd Retzlaff führt vor Augen, welche Daten Nutzer innen schon dann von sich preisgeben, wenn ihr Smartphone lediglich auf WLAN-Empfang geschaltet ist.

An dieser Stelle kommen auch diejenigen zu Wort, die mit dem Internet ihr Geld verdienen. Zeitungsverlage und Fernsehsender beschäftigten Journalist/innen, um auch „online“ Nachrichten anbieten zu können. Hier heißt es, ständig aufmerksam und aktiv zu sein, um „im Wettlauf der neuesten Nachrichten“ nicht zurück zu fallen. Wer auf Werbung verzichtet, ist auf Spenden und Online-Abos angewiesen. Neue Geschäfts- und Arbeitsmodelle sind die Folge.

Einen ganz anderen Weg gehen viele „Influencer“, deren Video-Beiträge im Internet nicht selten reichlich Wellen schlagen. In kurzen Interviews erzählen solche „Medienproduzent/ innen“ von ihrem Berufsalltag und ihren Einnahmequellen.

Den Abschluss bildet eine eindrucksvolle Medieninstallation von Bernd Lintermann, ZKM Karlsruhe. Sie spielt mit den Abbildern der Menschen und ihrer Digitalisierung. Wirft der Spiegel noch ganz analog die Lichtstrahlen zurück, verändern und verfremden digitale Verfahren das Bild in unterschiedlicher Weise. Das Spiel mit den Welten endet in einer Entdeckungsreise zu sich selbst.

Die Ausstellung ist Teil der DASA Arbeitswelt Ausstellung und zu den Öffnungszeiten zu besichtigen: Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr, Wochenende und Feiertage, 10–18 Uhr.

Der Standard-Eintritt beträgt 8 EUR. 

DASA Arbeitswelt Ausstellung
Friedrich-Henkel-Weg 1–25
44149 Dortmund

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