Jede Menge Potential – das ehemalige HSP-Gelände hat das Zeug zu einem zukunftsweisenden Stück Stadt

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Links die Rheinische Straße mit dem einstigen Hoesch-Verwaltungsgebäude. Das jetzige Brachgelände hat die Abmaße eines kleinen Stadtteils. (Foto: Die Urbanisten)

„Strukturwandel“ mag im Ruhrgebiet zu einem im Laufe der Zeit etwas abgenutzten Begriff geworden sein, abgeschlossen aber sind weder der Prozess noch das Thema. Mit der Schließung des Stahlbauunternehmens HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH im Jahre 2016 ist es, ganz im Gegenteil, in Dorstfeld und der westlichen Innenstadt seit einiger Zeit wieder hochaktuell.

Das seither brach liegende Gelände im Rücken des alten Hoesch-Verwaltungsgebäudes nämlich ist riesig und bietet enormes stadtplanerisches Potential: Möglichkeiten, die ebenso genutzt wie verpasst werden könnten.

Die Karten dabei hält in erster Linie der Essener Investor Wolfgang Thelen in der Hand, in dessen Besitz das mittlerweile unter der Bezeichnung „Neue Werk Union“ bekannte Areal vor rund zwei Jahren überging. Wirklich ins Blatt schauen lassen sich allerdings derzeit weder er noch die Dortmunder Stadtverwaltung bei ihren diesbezüglichen Sondierungen.
Klar wiederum ist, dass die Kommune einer möglichen Einbindung des Geländes in die für 2027 angedachte Internationale Gartenschau (IGA) ausgesprochen positiv gegenübersteht, hier allerdings die Finanzierungszusage des Landes noch aussteht. Ihre Hausaufgaben in dieser Sache erledigte die Stadt nichtsdestotrotz mit der Aufstellung eines Rahmenplans bereits kurz vor den Sommerferien.

Währenddessen sprießen auch im engagierten Teil der Bevölkerung die kreativen Konzepte hinsichtlich der künftigen Nutzung der 45 ha, u. a. entwickelte eine Gruppe der Dortmunder TU bereits Ideen. Diese zu bündeln und nach Möglichkeit den Entscheidungsträgern zukommen zu lassen haben sich die Urbanisten an der Rheinischen Straße zur Aufgabe gemacht.

Auf Initiative der Raumplaner setzte man sich auch vor drei Monaten in einer offenen Diskussionsrunde mit dem städtischen Rahmenplan auseinander. Leider waren die Reaktionen von Laien wie Fachleuten auf breiter Front von Begeisterung ein enormes Stück entfernt. Eher uninspiriert nämlich versuchen die kommunalen Planungen das Modell Phoenix See in kleinerer Form an die Rheinische Straße zu exportieren. Ein gestalterischer Grundgedanke ist nur schwer zu erkennen, stattdessen werden Gewerbe- und Wohnflächen jenseits des Wasserbassins einfach in weitgehend isolierten Blocks nebeneinander platziert.

Nicht nur auf Seiten der Urbanisten ist daher die Hoffnung groß, dass die städtischen Planspiele lediglich als Diskussionsgrundlage zu sehen sind. Für Impulse aus der Bevölkerung – seien es nun bloße Denkanstöße oder detailliertere Überlegungen – sind sie aufgrund dessen mehr denn je die richtige Adresse.

Wer immer möchte, ist folglich herzlich eingeladen, sich unter neuewerkunion@dieurbanisten.de per Mail aktiv am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Durch Aufnahme in den Mailverteiler wird er/sie künftig auch über Infotermine zum Thema auf dem Laufenden gehalten und erfährt so unmittelbar, ob der Traum von einem zukunftsweisenden urbanen Quartier am Rande der Innenstadt weiter geträumt werden darf.

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