In Gedenken an 13 Menschen – Erinnerung an den Hubschrauberabsturz im Jahr 1996

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Stellvertretend für die Stadt Dortmund hielt Bürgermeisterin Birgit Jörder die Gedenkansprache. (Fotos: IN-StadtMagazine)

Niemals werden die Angehörigen die vergessen, die beim schwersten Unglück der Bundeswehr ihr Leben verloren. Am 6. Juni 1996 starben auf einem Rundflug mit einer Bell UH-1D der Luftwaffe 13 Menschen zwischen 18 und 48 Jahren. Zum vierten Mal fand am Totensonntag an der Unglücksstelle in der Bittermark eine Gedenkfeier für die Gestorbenen statt.

„Lass uns Hoffnung gewinnen in der Gewissheit, dass unsere Toten bei dir geborgen sind“, bat Pfarrer Karl-Heinz Schanzmann, der mit Almut Schanzmann die Angehörigen als Seelsorger begleitete – in dem Sommer, der ihr Leben veränderte. Zu einigen hat er noch immer Kontakt. „So lange noch ein Mensch da ist, der uns braucht, sind wir für ihn da“, sagte er im August gegenüber den Ruhr Nachrichten. Und dass die Angehörigen auch nach 23 Jahren noch trauern, wurde bei der Gedenkfeier am 24. November deutlich. Weinend legten sie weiße Rosen zu Füßen der Stele zur Erinnerung an die Opfer.

Als Seelsorger begleitet Pfarrer Karl-Heinz Schanzmann noch immer einige Angehörige.

Im Rahmen der Messe „YOU“ waren diese an den Westfalenhallen zu einem Rundflug mit der Bundeswehr-Maschine gestartet. Ob der Pilot mit seinen waghalsigen Flugmanövern seine Fluggäste beeindrucken oder schlicht erfreuen wollte, wird man nie erfahren, denn auch sein Name steht auf dem Gedenkstein. Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass die Rotorblätter die Baumwipfel in der Großholthauser Mark berührten, woraufhin der Hubschrauber in das Waldstück stürzte.

Ein Mann, der mit seinem Auto auf der nahegelegenen A45-Brücke unterwegs war, bemerkte den Absturz und handelte schnell. Er fuhr zur Unglücksstelle und half einem 25-Jährigen aus dem Wrack. Kurz darauf explodierte der Hubschrauber. Die Aussagen des Überlebenden trugen maßgeblich zu den Ermittlungen zur Unglücksursache bei.

Ein Jahr später wurde an der Absturzstelle die Stele errichtet, mit der Aufschrift „Hier starben am 6. Juni 1996 auf tragische Weise durch einen Hubschrauberabsturz 13 junge Menschen“ auf einer und den Namen der Opfer auf der nebenliegenden Seite. Aufgrund des Pilotenfehlers übernahm die Bundeswehr die Pflege der Gedenkstelle, bis sie im Jahr 2012 oder 2013 – hier widersprechen sich die Berichte – durch eine Frau des privaten Grundes verwiesen wurde. Daraufhin stellte die Bundeswehr die Pflege ein. Der Landwirtsfamilie Oehmchen, der das Grundstück gehört, kannte die Frau jedoch nur flüchtig und war weiterhin damit einverstanden, dass die Gedenkstätte gepflegt würde.

Als sich der Absturz im Jahr 2016 zum 20. Mal jährte, fotografierte die Ruhr Nachrichten die Stelle, die mittlerweile vollkommen zugewachsen war, und titelte: „Das vergessene Gedenken“. Im November desselben Jahres wurden die wuchernden Rhododendron-Büsche zurückgeschnitten und das Laub entfernt. Etwa zwei Wochen später wurde an der Stelle die erste Gedenkfeier seit langer Zeit abgehalten, die von da an jährlich stattfindet.

In diesem Jahr wandte sich die Mutter eines Opfers an Bezirksbürgermeister Hans Semmler. Sie äußerte die Bitte, die Stele um einige Zentimeter zu drehen, um sowohl die Inschrift als auch die Namen der Toten vom Weg aus sichtbar zu machen. Auf Semmlers Antrag stellte die Bezirksvertretung hierfür 1169 Euro zur Verfügung, sodass Steinmetz Oliver Nogalla damit beauftragt werden konnte, den Wunsch zu erfüllen. Im August war es dann soweit.

Mit freier Sicht auf den Stein konnten so am 24. November die Anwenden aus der Politik und von der Bundeswehr, aber vor allem die Angehörigen der in der Bittermark Gestorbenen gedenken.

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