Hortus Medicus – Heilkräutergarten im Rombergpark offiziell eröffnet

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Die Auszubildenden (v. l.) Dominik Lux, Thomas Lukmann, Tim Bachmann, Fynn Röhr haben den Hortus Medicus gemeinsam mit ihrem Ausbildungsleiter Benjamin Sziedat angelegt. (Fotos: IN-StadtMagazine)

„Ich hab´ da mal `ne Idee.“ Wenn Dr. Patrick Knopf mit diesem Satz auf Benjamin Sziedat zugeht, weiß dieser, dass es knifflig wird. Doch glücklicherweise hat der Ausbildungsleiter viele junge Menschen an der Hand, „die auch unmögliche Sachen mal probieren“, so Dr. Knopf. So geschehen beim Hortus Medicus im Rombergpark, der am 17. September – nun auch offiziell – eröffnet wurde.

 

Denn die Menschen zuvor vom Schaffensprozess auszuschließen, hält Dr. Knopf für wenig sinnvoll. Seit Anfang Juli sind die Beetreihen bereits zugänglich. Aber auch zuvor ließen sich niemand davon abhalten, zu erfahren, was hier passierte. Über den „Gesprächs- und Feedbackzaun“ hinweg erkundigten sie sich teilweise sehr genau bei den werdenden Garten- und Landschaftsbauern, die hier mit Pflanz-, Holz- und Steinarbeiten beschäftigt waren.

Besonders gern erzählt Azubi Thomas Lukmann die Geschichte von zwei Kindern, die ihn und seine Kollegen an die zwei Stunden beobachtet und immer wieder Fragen gestellt hätten, bis ihre Mutter sie schließlich zum Gehen bewegt habe. Nicht aber, bevor die Kinder versichert hatten, nun auch im Garten- und Landschaftsbau tätig werden zu wollen.

Dr. Knopfs Leitsätze
Vier große Substantive sind es, die Dr. Knopf an diesem sommerlichen Septembertag als Leitsätze für den Hortus Medicus nennt: Nachhaltigkeit, Wissensvermittlung, Barrierefreiheit und Upcycling. Dabei gehen Nachhaltigkeit und Upcycling naheliegender Weise Hand in Hand. So scheinen die Beetkästen auf den ersten Blick aus einem dunklen Gestein zu bestehen. In Wirklichkeit aber handelt es sich um Recycling-Ware aus Plastikabfällen. Allemal besser als den Müll „nach Malaysia zu schicken“, findet Dr. Knopf: „Es ist unser Müll und deshalb sollten wir auch was damit tun“. Und auch die Laternen, die den Garten bei Dunkelheit beleuchten, sind nicht etwa Neuware, wenn sie auch optisch genau so daherkommen. Repariert und restauriert stehen hier vielmehr die alten Laternen, die zuvor rund um das Café Orchidee zu finden waren.

Nun beleuchten sie bald unter anderem drei Infokästen im hinteren Teil des Gartens. Und auch die kleinen Schilder, die über den zu verwendenden Pflanzenteil, die Inhaltsstoffe sowie die Wirkung einer jeden Pflanze informieren, dienen der Wissensvermittlung. Alle Wege zwischen den Reihen sowie der äußere Weg mit seinen Sitzbänken sind rollstuhlgerecht ausgebaut. Es geht Dr. Knopf – wie schon gesagt – um die Barrierefreiheit.

Der Plan, den 21 Jahre alten Heilkräutergarten unter diesen Aspekten aufzuwerten, gibt es schon lange. Nun ist er umgesetzt und die Dortmunder Stadtgesellschaft ist um einen „kleinen Garten für Medizinalpflanzen“ – so der deutsche Name für den „Hortus Medicus“ – reicher.

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