Hochwasserschutz und Biodiversität gehen an der Emscher Hand in Hand

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Die Baustelle des künftigen Hochwasserrückhaltebeckens Dortmund-Ellinghausen an der Emscher. © Jörg Saborowski/EGLV

Am Hochwasserrückhaltebecken Dortmund-Ellinghausen, das aktuell von der Emschergenossenschaft gebaut wird, gibt es seit einigen Jahren regelmäßig seltenen Besuch: Die Uferschwalbe nistet dort im Bereich der Baustelle.

Im Rahmen seiner Biodiversitätsinitiative hat sich der Wasserwirtschaftsverband in Kooperation mit dem Nabu den Erhalt der Artenvielfalt auf die Fahne geschrieben – daher wird das Habitat der kleinsten Schwalbenart in Europa auch zukünftig geschützt.

Dass das Hochwasserrückhaltebecken zukünftig nicht nur dem Schutz vor Überflutungen dient, sondern auch die bedrohte Uferschwalbe beheimatet, liegt tatsächlich an den Baumaßnahmen der Emschergenossenschaft: Denn durch eine Abbaukante entstand in einem der drei Becken eine Insel mit einem vegetationslosen Steilufer – ideal für die Besiedlung der Uferschwalbe. Sie nistete dort also trotz intensiver Baumaßnahmen und dem Einsatz von großen Baugeräten.

2017 wurde die Ansiedlung der Uferschwalbe während der Arbeiten durch eine Brutvogelkartierung erstmals festgestellt. Seitdem kehrt sie jährlich ab April für ihre Brut nach Ellinghausen zurück – dabei handelt es sich um die einzige Kolonie der Schwalbenart in Dortmund.

Aktiv gegen den Rückgang der Artenvielfalt
„In Kooperation mit dem Naturschutzbund Nabu setzen wir uns mit unserer Biodiversitätsinitiative gegen den Rückgang der Artenvielfalt ein. Bestände wie in Dortmund zeigen, welch wichtiges Potenzial wasserwirtschaftliche Anlagen selbst während der Bauzeit bieten können und dass sie einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten“, so Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Zuletzt machte der Uferschwalbe der Verlust ihres natürlichen Lebensraums zu schaffen, denn für ihre Brut benötigt sie steile Uferwände, in die sie lange Niströhren graben kann. Diese waren für die kleinen Vögel in der Vergangenheit zunehmend schwerer zu finden. Daher steht die Uferschwalbe in Deutschland auch auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Künstlich erschaffene Lebensräume wie beispielsweise frische Abbruchkanten haben sich für die Schwalbenart zu wertvollen Ersatzlebensräumen entwickelt – so wie am Hochwasserrückhaltebecken Dortmund-Ellinghausen.

Schritte zur Erweiterung der Brutplätze
Um die Bestände der Uferschwalbe zu schützen, hat sich die Emschergenossenschaft den Erhalt des neuen Habitats zur Aufgabe gemacht und verzichtet dafür sogar auf einen Teil des Stauvolumens des Beckens. Die Bauarbeiten werden aus diesem Grund unter Einhaltung eines schonenden Abstands zur Insel fortgesetzt. Zudem werden in Zusammenarbeit mit dem NABU Dortmund weitere Schritte zum Schutz und zur Erweiterung der Brutplätze unternommen.

So werden die Steilufer der Insel außerhalb der Brutzeiten freigehalten und nachprofiliert, sodass sie sich langfristig als Brutplätze für die Uferschwalbe eignen. Darüber hinaus sollen neugierige Besucher und tierische Räuber in Niedrigwasserzeiten durch einen Wassergraben von der Insel ferngehalten werden. Damit vereint die Emschergenossenschaft die Ziele des Hochwasserschutzes und der Biodiversitätsinitiative in einer ökologischen Wasserbewirtschaftung.

Für ihr Engagement zum Schutz der Uferschwalbe haben Dr. Erich Kretzschmar (Nabu Dortmund) und Michael Wulf (Emschergenossenschaft) übrigens bereits im Jahr 2018 den Bürgerumweltpreis der Stadt Dortmund erhalten!

 

 

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