Reiseapotheke – gut gerüstet in den Urlaub

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Foto: Mukhina1/gettyimages.com/UPD/akz-o

Ob Sonnenbrand, Durchfall oder ein Splitter im Finger – mit einer Reiseapotheke können Sie auch im Urlaub Beschwerden lindern und kleine Wunden selbst versorgen.

„Zur Grundausstattung gehören die Medikamente und Verbandsmittel, die sich auch in einer Hausapotheke finden“, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Dazu zählen: Erkältungs- und Schmerzmittel sowie fiebersenkende Medikamente. Ebenso sollten Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit dabei sein, aber auch solche, die Sonnenbrand und Insektenstiche lindern. „Um kleine Verletzungen versorgen zu können, braucht es Desinfektionsmittel für Wunden und Hände, eine Pinzette zum Entfernen von Fremdkörpern sowie Verbandsmaterial wie Pflaster und Mullbinden.“

Individueller Bedarf
Urlauber, die aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten diese in ausreichender Menge mitnehmen. „Sprechen Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt ab.“ Handelt es sich um verschreibungspflichtige Medikamente, lassen Sie sich von ihm eine Bescheinigung über Ihre Erkrankung und die nötige Medikation geben. Beim Besuch im fremdsprachigen Ausland sollte das Dokument in Englisch verfasst sein. „So können Sie Missverständnissen bei einer Zollkontrolle vorbeugen.“ Bei konkreten Fragen zur Mitnahme von Medikamenten kann die Botschaft des Reiselandes in Deutschland weiterhelfen.

Was sonst noch hineingehört in Ihre Reiseapotheke, hängt vom Ziel und der Art Ihres Urlaubs ab. „Führt er in ein Malariagebiet, sollten Sie insektenabweisende Hautmittel, ein imprägniertes Moskitonetz und Imprägnierungsmittel für die Kleidung mitnehmen. Zusätzlich sollte im Rahmen einer individuellen reisemedizinischen oder tropenmedizinischen Beratung abgeklärt werden, ob eine medikamentöse Malariaprophylaxe notwendig ist.“

Berücksichtigt werden müssen auch die im Land üblichen Hygienestandards, die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung sowie die Verfügbarkeit von Medikamenten. Rucksacktouristen, die abgelegene Gebiete erkunden, benötigen eine andere Ausrüstung als Pauschalurlauber, die im Hotel wohnen.

Sie haben Fragen zum Thema? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät Sie neutral und kostenlos unter 0800/011 77 22. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.patientenberatung.de.

Frühzeitig impfen lassen
Vergessen Sie Ihre Reiseschutzimpfungen nicht! „Lassen Sie sich vom Hausarzt oder einem Tropenmediziner beraten, welche Immunisierungen für Ihr Reiseziel empfohlen werden. Ebenso stehen dafür Tropeninstitute und teilweise auch Gesundheitsämter zur Verfügung“, sagt Dr. Schenkel. Bedenken Sie, dass einige Impfungen eine längere Vorlaufzeit oder mehrere Dosen benötigen, bevor sich der Schutz aufbaut. „Planen Sie die Termine frühzeitig in Ihre Reisevorbereitungen ein.“