Menschen in NRW qualmen mehr als der Bundesdurchschnitt

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Viele Raucher hoffen, mit der E-Zigarette den Ausstieg zu schaffen. Als Hilfsmittel für einen Rauchstopp sind elektronischen Zigaretten allerdings wenig geeignet. (Foto: AOK/hfr.)

Mit dem neuen Jahr beginnt die Zeit der guten Vorsätze: Dabei steht für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen der Wunsch mit dem Rauchen aufzuhören ganz weit oben auf der Agenda. Denn in NRW wird weiterhin mehr geraucht als im Bundesdurchschnitt:

So qualmten im Jahr 2017 insgesamt 22,6 Prozent der Bevölkerung, 26,1 Prozent Männer und 19,4 Prozent Frauen. Das übersteigt den Bundesdurchschnitt von 22,5 Prozent. Dies teilte heute die AOK NordWest auf Basis der aktuellen Mikrozensus-Auswertung des Statistischen Bundesamtes mit.

„Rauchen schädigt nahezu jedes Organ im Körper. Dennoch greift fast jeder Vierte in NRW zur Zigarette. Das zeigt uns, dass wir nicht nachlassen dürfen, über die Gefahren des Rauchens aufzuklären und für die Vorteile des Nichtrauchens zu werben. Und das so früh wie möglich, damit Kinder und Jugendliche erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

Rauchen ist neben Stress, mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs und Typ 2 Diabetes. Rauchen verursacht bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle und erzeugt daneben zahlreiche weitere Krebsarten. An den Folgen des Rauchens sterben in Deutschland jedes Jahr rund 120.000 Menschen. „Obwohl die Gesundheitsgefahr, die vom Rauchen ausgeht, seit langem bekannt ist, ist die Raucherquote in NRW immer noch zu hoch und muss weiterhin reduziert werden“, so Ackermann.

Das betrifft auch die Verwendung von E-Zigaretten oder E-Shishas, die besonders bei jüngeren Menschen im Trend sind. Der Suchtbericht 2018 der Bundesregierung zeigt, dass in der Altersgruppe der 16 bis 29-Jährigen fast jeder Fünfte bereits E-Zigaretten verwendet hat. Viele Raucher glauben, dass E-Zigaretten gesünder sind als konventionelle, oder erhoffen sich sogar, dass sie mit Hilfe der elektronischen Variante den Ausstieg schaffen.

„Als Hilfsmittel für einen Rauchstopp sind die elektronischen Zigaretten allerdings wenig geeignet, weil sie das orale Ritual – also das Ziehen an einer Zigarette – aufrechterhalten und damit das Suchtgedächtnis aktivieren“, so Ackermann. Bei Jugendlichen sind besonders E-Shishas beliebt, die scheinbar nikotinfrei und bunt bemalt mit süßen oder fruchtigen Aromamischungen locken und der Einstieg zum Tabakrauchen sein können.

 

 

 

 

 

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