Löwenzahn – Heilpflanze und Superfood

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Foto: pixabay

Der gelb blühende Löwenzahn dürfte jedem bekannt sein, da er nicht nur fast überall zu finden ist, sondern auch seit vielen Jahren als sehr gute Wissenssendung im Kinderfernsehen läuft. Er sieht also nicht nur schön aus, er eignet sich auch für unsere Küche (nicht nur als Kaninchenfutter!).

Zum Einsatz als Heilpflanze:
Es werden alle Teile der Pflanze verwendet, also Blüten, Blätter und Wurzel. In der Regel wird eine Mischung aus allem (in der Fachsprache der Apotheker Taraxaci herba cum radice) verwendet.

In ihnen finden sich sogenannte Sesquiterpenlactone und Terpene, die als Bitterstoffe verdauungsfördernd wirken. Sie regen den Fluss von Verdauungssäften wie Speichel, Magensäure und Galle an, wodurch fettreiche Mahlzeiten besser vertragen werden. Auch Völlegefühl und Blähungen bessern sich. Des Weiteren regen diese Inhaltsstoffe durch ihre Bitterwirkung den Appetit an, eignen sich also auch in der Erholungsphase nach längerer Krankheit. Manche Veröffentlichungen bezeichnen den Löwenzahn auch als „europäischen Ginseng“, da er eine ähnlich stärkende Wirkung zeigt.

Außerdem enthält der Löwenzahn Flavonoide und Kalium, die eine harntreibende Wirkung besitzen. Daher wird er zur Durchspülungstherapie bei leichteren Blasenbeschwerden eingesetzt.

Wenn Sie allerdings Wert auf einen ruhigen Schlaf legen – trinken Sie den Tee bitte nicht abends, da der Harndrang dann Ihre Nachtruhe stört.

In der Küche:
Die leuchtend-gelben Blüten eignen sich zur Dekoration im Salat, sie lassen sich aber auch zu Löwenzahnblütenwein, -gelee oder -bier verarbeiten. Die (bevorzugt jungen) Blätter ergeben einen sehr schmackhaften Salat mit würzig-herber Note – sehr gut in Kombination mit Brennnesselblättern. Die Löwenzahnblätter enthalten sehr viele Mineralstoffe, wie auch die der Brennnessel; z. B. mehr Eisen als Spinat, viel Vitamin C und Kalium.

Es müssen also nicht unbedingt die exotischen Pflanzen und Samen sein, mit denen wir unsere Nahrung bereichern. Sehen Sie sich einfach mal die Schätze vor der Haustür an.
Und auch die Wurzel ist verwendbar. Gut gewaschen und in kleine Stücke geschnitten wird sie ohne Fett in der Pfanne geröstet. Die abgekühlten Stückchen fein mahlen und das entstehende Pulver wie Kaffeepulver aufgießen.

Warnhinweis:
Bitte verwenden Sie den Löwenzahn nicht ohne ärztliche Rücksprache, wenn sie unter Leber- oder Nierenerkrankungen leiden. Ebenso sollten Sie ihn nicht einsetzen, wenn Sie an Gallensteinen oder einem Darmverschluss erkrankt sind.
Und natürlich fragen Sie bitte auch in der Schwangerschaft und Stillzeit zuvor Ihren Arzt um Rat.

Katharinen Apotheke aus Kirchlinde