Färbemittel können echte Chemiekeulen sein!

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Foto: Jeanette Dietl

Im Herbst haben Haarfarben wieder Hochsaison: Wenn die Blätter in rot-goldenen Nuancen erstrahlen, greifen viele junge Menschen zu Haarfärbemitteln. Doch Vorsicht! Bunte Haarfarben sind oft wahre Chemiebomben und bergen ein gesundheitliches Risiko. Jugendliche müssen daher auch beim Friseur oder im Drogeriemarkt im Zweifel den Personalausweis vorweisen. Schon seit 2011 dürfen sich, nach dem Tod eines Teenagers aufgrund eines allergischen Schocks durch chemische Haarfarbe, unter 16-Jährige nicht mehr die Haare färben – selbst wenn die Eltern zustimmen. Denn in vielen Haarfärbemittel stecken Stoffe, die lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen können.

Welcher Stoff ist dabei besonders brisant? Es geht um Phenylendiamin kurz PPD. Ein chemischer Stoff, der die Farbe wesentlich intensiver zur Geltung kommen lässt. Nachteil: Einige Menschen reagieren auf PPD allergisch – was sogar bis zum Tod führen kann. Der in Deutschland schon länger nicht mehr zugelassene Stoff gelangt dennoch mit importierten Haarfärbepräparaten in den deutschen Handel, da die Vorschriften der EG bis zu 3 % PPD in den Farben zulassen. Da bestimmte Oxidationsprozesse nicht komplett ablaufen, gelangt der schädliche Stoff auf die Kopfhaut – geringe Mengen werden über Jahre aus dem Fertigprodukt abgegeben und können Allergiker gefährden.

Blasenkrebsrisiko steigt
Knapp 50 % derer, die sich die Haare färben, legen selbst Hand an. Drogerien, Supermärkte und Onlineshops bieten ein mannigfaltiges Angebot an Haarfärbemitteln, der teurere Friseurbesuch wird daher aus Kostengründen gerne umgangen. Sie versprechen zwar „von Friseuren & Coloristen“ mitentwickelt und getestet worden zu sein, doch ein guter Friseur würde diese Drogeriefarben kaum anwenden. Denn oftmals geht das Färben der Haare zu Hause mit einer gereizten Lunge und brennenden Augen einher – denn die Mittelchen können mit etlichen Chemikalien gespickt sein. Besonders die aromatischen Amine PPD und PTD zählen zu den bedenklichen Inhaltsstoffen, die unter anderem krebserregend sein sollen. Sie stehen im Verdacht, das Risiko für Blasenkrebs bereits nach rund 5 Jahren regelmäßigem Haarefärben zu verdoppeln.

Auch
• Resorcin
• Ammoniak
• Parabene (Konservierungsmittel)
• PEG/PEG-Derivate sowie
• halogenorganische Verbindungen

zählen zu den bedenklichen Stoffen in Haarfärbemitteln. Selbst wenn auf der Packung steht: „Haarfärbemittel mit Pflanzenextrakten“, ist Vorsicht angeraten – denn auch so ein Produkt kann durchaus problematische Färbe-Chemikalien enthalten.

Das Gift auf dem Kopf muss nicht sein: Der Gang zum guten Friseur ist zwar nicht immer preiswert, doch werden hier professionelle und qualitativ hochwertige Salon-Haarfarben angewendet.

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