Erschreckendes Risiko: fehlerhafte Medikamenteneinnahme

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Bundeseinheitlicher Medikationsplan soll endlich Sicherheit bringen – Deutschlandweit sterben jährlich 50.000 Menschen an einem falschen Medikamentenmix, in NRW sind es laut NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens 4.300 Menschen pro Jahr – ein wahres Horrorszenario!  Schätzungen des Bundesinstitutes für Arzneimittel zufolge führen vermeidbare Medikationsfehler in Deutschland innerhalb nur eines Jahres zu rund 500.000 Notaufnahmen in Krankenhäusern, jeder dritte Mensch über 70 Jahre ist davon betroffen.

Hier geht es um Leben und Tod
Während der Verbraucher hinsichtlich vieler Gesundheitsfragen mittlerweile gut aufgeklärt scheint, so ist er bezüglich des Themas „Medikamenteneinnahme“ noch bei weitem zu wenig informiert. Dabei geht es hier um Leben und Tod. Hält man sich vor Augen, dass deutschlandweit jährlich ca. 4.000 Verkehrstoten rund 50.000 durch einen falschen Medikamentenmix gestorbenen Menschen gegenüberstehen, wird das Ausmaß der Tragödie besonders ersichtlich.

Doppelverordnungen und Wechselwirkungen
Noch gibt es kein einheitliches Speichersystem für die Gesamtmedikation eines Patienten, so dass Krankheiten unabhängig voneinander behandelt werden. „Doppelverordnungen, Wechselwirkungen der Arzneimittel untereinender, Unverträglichkeiten bei der Einnahme mit bestimmten Nahrungsmitteln sowie die Haltbarkeit von Arzneimitteln müssen aktiv vom Patienten an den Arzt oder Apotheker herangetragen werden“, weiß Angelika Schulten, Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie aus Dortmund-Huckarde. Dabei ist zwingend darauf zu achten, wann genau ein Medikament einzunehmen ist und wie genau es angewendet werden muss. „Die lückenlose Überprüfung sämtlicher Arzneimittel eines Patienten auf Wechselwirkungen untereinander ist unabdingbar und kann Leben retten“, erklärt Angelika Schulten. „Schon der Genuss von Grapefruitsaft bei zeitnaher Einnahme eines bestimmten Arzneimittels kann lebensgefährlich sein!“

Bundeseinheitlicher Medikationsplan kommt 2016
Ab dem 1. Oktober 2016 erhalten alle Patienten mit drei und mehr regelmäßig einzunehmenden Arzneien einen Medikationsplan. In diesem sind alle Arzneimittel mit Anwendungshinweisen zu dokumentieren, die verordnet werden. Das Bundesministerium für Gesundheit begründete die Dringlichkeit des Medikationsplanes mit der „dramatisch“ ansteigenden Zahl von Patienten mit drei und mehr Medikationen sowie der hohen Zahl von durch Fehlmedikation hervorgerufenen Todesfälle. „Bis das neue System eingeführt wird und sich etabliert hat, müssen wir leider noch mit den sehr negativen Folgen von falscher Medikamenteneinnahme leben“, konstatiert Angelika Schulten.

Navi für die Gesundheit des Patienten
Doch schon heute kann sich der Verbraucher schützen: Mit einem individuell für und mit dem Patienten erarbeiteten Medikationsplan, in dem alle Medikamente erfasst werden, die von den behandelnden (Fach-) Ärzten verordnet und selbst vom Patienten gekauft wurden, kann ein Gesamteindruck über die Medikation des Patienten dauerhaft und sicher realisiert werden. So auch in der Huckarder Dorf-Apotheke, eine von 11! qualifizierten Apotheken in Dortmund – AMTS ist die Abkürzung für Arzneimitteltherapiesicherheit, der strukturierten Begleitung der Therapie und der Vermeidung von Wechsel- und Nebenwirkungen.

„Zwar klären viele Ärzte ihre Patienten hinsichtlich der Medikamenteneinnahme gut auf, jedoch leider nicht alle. Dank unseres Medikationsplanes konnten wir hier vor Ort schon für Patienten lebensbedrohende Situationen entschärfen“, berichtet Angelika Schulten.

Sensible Patientengruppe
Vor allem pflegebedürftige Menschen leiden an einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen. In deutschen Pflegeheimen wird die Gabe von Medikamenten häufig nur drei bis vier Mal am Tag praktiziert. Um die nötige Wirkung entfalten zu können, müssen moderne Arzneimittel zu ganz bestimmten Zeiten verabreicht werden. Wird diese Zeit nicht beachtet, wirken die Medikamente nicht oder es kommt zu einer teils gefährlichen Über- oder Unterdosierung. „Ein Spiel mit dem Feuer“, warnt Angelika Schulten.

VidoMed in Vorreiter-Rolle
„Als ambulanter Pflegedienst mit hohem pflegerischen Qualitätsanspruch haben wir uns bei VidoMed dazu entschlossen, Mitarbeiter in Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu schulen“, erklärt Geschäftsführer Philipp Ostermann. „Denn die Tatsache, wann Medikamente aus der Originalverpackung entnommen und wie lange sie in welcher Form vor der Einnahme aufbewahrt werden oder ob die Einnahme vor oder nach einer Mahlzeit praktiziert wird, spielt eine enorm wichtige Rolle bei der Medikamentensicherheit – insbesondere für pflegebedürftige Menschen. Entsprechend strikt halten wir uns an den Medikationsplan, der uns von der mit uns kooperierenden Dorf-Apotheke vorgegeben wird.“

„Dabei geht nichts ohne die Einwilligung des Patienten“, ergänzt Angelika Schulten, die mit Informationsvorträgen die von VidoMed betreuten pflegebedürftigen Menschen aufklärt und künftig in weiteren Pflegediensten und Pflegeheimen für die Arzneimitteltherapie offensiv werben wird.

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