Zurück zu Hause – VfL Hördes Neuzugang Julian Koch meldete einst „CR7“ ab

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Ganz ohne Fußball geht’s halt nicht: In der neuen Saison ordnet Julian Koch (Mitte) als „Sechser“ das Mittelfeld des VfL Hörde. (Foto: IN-StadtMagazine)

Vor fast genau zehn Jahren, am 19. August 2009, war Real Madrid eine Nummer zu groß für Schwarz-Gelb, und es setzte – wenngleich nur im Freundschaftsspiel! – eine 0:5-Packung.

Cristiano Ronaldo allerdings schaute hinterher trotzdem missmutig, war die Partie doch komplett an ihm vorbeigelaufen. Das wiederum war nicht zuletzt das Verdienst des gerade mal 18-jährigen Julian Koch bei dessen Profi-Debüt (!) für den BVB.

Bald verglich die „Zeit“ den gebürtigen Schwerter mit dem „jungen Bastian Schweinsteiger“, und in Dortmund wuchs die Hoffnung auf das nächste ganz große Talent aus der eigenen Nachwuchsabteilung. Eine Horror-Verletzung während seiner Ausleihe zum MSV Duisburg indes stellte die Karriere-Weichen im Februar 2011 in eine komplett andere Richtung: Der Mittelfeldspieler, bei dem zwischenzeitlich die Sportinvalidität und sogar eine Unterschenkelamputation im Raum gestanden hatten, brauchte fast anderthalb Jahre, um sich ins Spiel zurückzukämpfen.

Eine Laufbahn im Profi-Fußball legte Julian Koch nichtsdestotrotz hin, allerdings eine Nummer kleiner als von vielen prognostiziert – auch weil das Verletzungspech nie mehr ganz von seiner Seite weichen sollte. Im Juli dann sagte der Kicker seinem letzten Verein Ferencvaros Budapest – und damit auch der großen Bühne – Lebewohl.

Ein Leben ganz ohne Fußball wiederum kommt für ihn genauso wenig in Frage wie für Marc-André Kruska. Und wie für sein Pendant im defensiven Borussen-Mittelfeld konnte das auch für den heute 28-Jährigen nur bedeuten: zurück zu den Wurzeln! Und so kann sich der VfL Hörde über einen Transfercoup freuen, um welchen den Kreisligisten so manch höherklassige Verein beneiden dürfte.

Zeit wäre nun also, Bilanz zu ziehen und sich mit der eigenen Karriere zu versöhnen – das allerdings, unterstreicht Julian Koch, ist erst gar nicht nötig. Denn gerade seine Fähigkeit, den Blick immer wieder nach vorne zu richten, habe ihn wohl vor allem durch die schwierigen Phasen der letzten zehn Jahre gebracht, gibt er gegenüber unserer Zeitung zu Protokoll. Über die beeindruckende Menge seiner Blessuren staunt er im Rückblick daher fast schon selbst.

Am eindrücklichsten im Gedächtnis ist ihm dagegen der sensationelle Durchmarsch der „Zebras“ bis ins Pokalfinale 2011 mit dem Ex-Borussen als Kapitän, auch wenn er dann in Berlin aus den genannten Gründen nicht mehr selbst mit auflaufen konnte.

Nun also wieder Hörde, wo alles begann und wo er nach eigener Aussage „fast jeden kennt“: Trumpfkarten, gegen die kein anderer an ihm interessierter Club zu Anfang der Saison ankam. Und weil er sich genauso wenig wie Marc-André Kruska ein Leben ohne den rollenden Ball vorstellen kann, widmet auch er sich – so gewissenhaft, wie man es von ihm gewohnt ist – gleichzeitig der Ausbildung zum Trainer.

Einstweilen allerdings bleibt ihm noch genügend Zeit, um zweigleisig zu fahren. Wer also mal einen Fußballer spielen sehen will, der einst Cristiano Ronaldo kaltstellte: auf ins Hörder Goystadion!

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