Zurück zu Hause – Marc-André Kruska hängt in der Landesliga noch ein Stück Karriere dran

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Keine gelbe Wand mehr im Rücken, stattdessen mit ehemaligen Schulkollegen gemeinsam auf dem Rasen. Konsequenterweise holte Marc-André Kruska (l.) Keeper Daniel Schultz dann auch mit aufs Foto. Zumal man beim FC Frohlinde für jedes eigene Foto in der Presse ein wenig in die Mannschaftskasse einzahlen muss. (Foto: IN-StadtMagazine)

Die Strobelallee kann sich zu Beginn der neuen Saison einmal mehr darüber freuen, neue Heimatadresse für Spieler mit reichlich nationaler sowie internationaler Erfahrung zu sein. Das allerdings gilt für die Brandheide in Castrop-Rauxel auch! Der FC Frohlinde nämlich hat sich vor wenigen Wochen die Dienste eines Spielers gesichert, dessen Name den allermeisten BVB-Fans immer noch sehr geläufig sein dürfte:

Marc-André Kruska ist einer dieser Kicker aus der Region, die es nicht nur in die Jugendabteilung der Schwarzgelben schafften, sondern denen tatsächlich sogar der Sprung in den Bundesligakader gelang. Ende 2004 machte der heute 32-Jährige unter Bert van Marwijk sein erstes Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse, über hundert weitere sollten im Laufe der nächsten vier Jahre folgen. Etliche seiner Matches lieferte der Mittelfeldakteur dabei im Übrigen in Vertretung eines gewissen Sebastian Kehl ab. Die Zeiten allerdings waren dereinst bekanntermaßen andere und rauere, und für den BVB ging es nicht um Champions League-Plätze, sondern ums nackte (finanzielle) Überleben.
Nach einer Karriere, die ihn unter anderem nach Cottbus, Paderborn und Luxemburg führte, ist der Castroper Junge nun also wieder im Heimathafen angekommen – und er lässt keinen Zweifel daran, dass es sich auch genauso anfühlt: Im Herzen, so sagt er, sei er halt immer ein Kind des Ruhrgebiets geblieben.

Der persönliche Rückblick fällt dabei – jetzt, da sich der Kreis schließt – eindeutig positiv aus: Für einen Fußballer mit seinen Qualitäten sowie seinen Schwachstellen habe er eine wirklich zufriedenstellende Karriere hingelegt, gibt der als selbstkritisch bekannte Kicker zu Protokoll. Zudem seien ihm schlimmere Verletzungen immer erspart geblieben.
Und auch mit der Tatsache, in Borussias „Seuchenjahren“ zum Kader gestoßen zu sein, hadert Marc-André Kruska heute in keinster Weise: Seine persönlichen Chancen nämlich habe die Zeit des verschärften Spardiktats sicherlich eher gesteigert.

So nimmt er dann auch amüsiert bis erstaunt zur Kenntnis, wie viel sich im Trainingsalltag des BVB-Nachwuchses seit seiner Zeit geändert hat: „Wir haben ja im Hoeschpark noch auf Asche trainiert. Und in den Duschen gab’s reichlich Schimmel.“ Über einen Standard wie den des Brackeler Trainingsgeländes verfügten nach Einschätzung des Kickers damals wohl nicht mal die Profis. Zu denen – also seinen ehemaligen Weggefährten – hat er mittlerweile nicht mehr viel Kontakt, ist dafür einfach schon zu lange ‘raus. Lediglich mit Dede und Nuri Sahin tausche er sich noch ab und an aus.

Die Gegenwart hingegen heißt Landesliga und liegt in Kruskas „alter Heimat“. Parallel dazu hat er beim Reviernachbarn aus Bochum angefangen, als Trainer in der Jugendabteilung mitzuarbeiten und sein Wissen weiterzugeben. An der Brandheide wiederum steht der Mann, der einst vor 80.000 aufgelaufen ist, jetzt wieder mit ehemaligen Schulkollegen auf dem Feld. Aber genau so soll es auch sein: Marc-André Kruska ist halt „zurück zu Hause“.

Mit dem BVB lief Marc-André Kruska nie in Euro- oder Champions League auf. Zu internationalen Einsätzen kam er ausgerechnet bei seiner letztjährigen Station, dem FC Düdelingen aus Luxemburg. Hier gab es sogar das nationale „Double“ noch mit dazu!

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