Vereinsliebe mit Außenwirkung

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Die erste Meisterschaft mit Jürgen Klopp war den Winkelmanns eine schwarzgelbe Fassade wert.

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass „Echte Liebe“ mehr als nur ein Werbeslogan ist, dann haben die Winkelmanns aus dem Dortmunder Stadtteil Brackel ihn geliefert. Seit 2011 erstrahlt das Heim der eingefleischten BVB-Fans in knalligem Schwarzgelb.
Für Katja und Martin Winkelmann stand zu Beginn der Rückrunde 2011 fest: der BVB holt sich die Meisterschale – jede Wette! Während manche Fans sich im Falle eines ersehnten Titelgewinns schon mal eine Glatze rasieren lassen oder auch ein Jahr lang nicht mehr zum Frisör gehen, musste es für die Winkelmanns etwas Dauerhafteres sein: würde Borussia nach neun Spielen noch immer die Tabelle anführen, sollte die graue Fassade ihres 1938 erbauten Heimes fortan in meisterlichem Schwargelb erleuchten. Genauso kam es auch.

Katja Winkelmann ist eine von drei Eigentümern des Hauses. Die anderen waren von der Idee schnell überzeugt, erzählt uns die Einzelhandelskauffrau. Immerhin seien alle drei waschechte BVB-Fans. Die Winkelmanns annoncierten in den regionalen Tageszeitungen: „Borussen-Maler gesucht!“ Um 6 Uhr am Morgen des folgenden Tages stand Uwe Walter vom gleichnamigen Malerbetrieb vor der Tür. Der engagierte Malermeister und diplomierte Farbberater bot an, das Haus gratis zu gestalten. Die Winkelmanns konnten ihr Glück kaum fassen. Einen leichten Dämpfer erfuhren sie erst, als die Idee scheiterte, das BVB-Emblem in 3-D an die Frontfassade streichen zu lassen. Einem Miteigentümer war das dann doch zu viel des Guten. Man einigte sich schließlich auf ein abnehmbares Transparent. „Zwischendurch gab es auch mal Theater“, erinnert sich Martin Winkelmann gelassen. Unbekannte hatten einmal den Rasen zerstört, aber „jetzt ist Ruhe“, so der Elektriker. Reporter aus Dänemark und Polen hat das Haus seit seiner Umwandlung angelockt sowie diverse internationale ,Stadionhopper’. BVB-Urgestein Alfred „Aki“ Schmidt ist heute Pate des Gebäudes.

Es versteht sich fast von selbst, dass sich für so ergebene Fans wie die Winkelmanns einfach alles um den Lieblingsverein dreht. In den Urlaub geht es nur, wenn der BVB garantiert kein Spiel mehr zu absolvieren hat. „Wir leben danach“, so das Ehepaar zeitgleich.

Seit 1978 schaut Martin Winkelmann im Stadion von der Südtribüne zu. Kurz nachdem sie sich kennen gelernt hatten, nahm er seine spätere Frau mit ins Stadion – „gegen 1860“, erinnert sie sich. Das war 1999. Seitdem ist auch sie dem schwarzgelben Fieber erlegen. Zwei Jahre später hielt Katja um Martins Hand an – natürlich im Stadion!

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