Sankt Petersburg – historische Gebäude & „Weiße Nächte“

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Eindrucksvoll: das Krestovsky Stadium, Spielstätte von Zenit St. Petersburg. 2008 gewann der mehrfache russische Meister den UEFA-Pokal und damit den ersten internationalen Titel seiner Vereinsgeschichte (Foto: Sputnik/Ruslan Shamukov)

Die nördlichste Millionenstadt der Welt liegt an der Mündung der Newa in die Newabucht, am Ostende des Finnischen Meerbusens. Neben Sankt Petersburg ist die zweitgrößte russische Stadt außerdem unter den Namen Petrograd (1914–1924) und Leningrad (1924–1991) bekannt. Die Stadt war vom 18. bis ins 20. Jahrhundert die Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches, ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen. Die historische Innenstadt mit 2.300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern wurde zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Die „Weißen Nächte“ Sankt Petersburgs sind allseits bekannt und bergen die Gefahr, sich zu dieser Zeit völlig in die Stadt zu verlieben. Von Ende Mai bis Mitte Juli geht die Sonne nicht ganz unter, so dass es auch nachts hell bleibt. Der Tag hat somit durchschnittlich 19 Stunden. Das Phänomen der „Weißen Nächte“ ist auch in anderen Regionen nördlich des 60. Längengrades zu beobachten. In Deutschland ist es in abgeschwächter Form auf Sylt zu erleben.

Eine der insgesamt 300 NEWA-Brücken in Sankt Petersburg (Foto: Sputnik/Alexei Danichev)

Darüber hinaus werden Einheimische und Touristen jedes Jahr von einem weiteren Schauspiel verzaubert: das Hochziehen der Newa-Brücken. Um 1:35 und 3:10 Uhr öffnet sich die beleuchtete Schlossbrücke, um große Schiffe passieren zu lassen. Von insgesamt 300 Brücken werden 13 nachts geöffnet.

Markantestes und höchstes Gebäude der Stadt ist der Fernsehturm Sankt Petersburg, der sich außerhalb der Innenstadt befindet. Der mit hunderten historischen Palästen und Gebäuden ausgestattete Newski-Prospekt, die Haupteinkaufsstraße der Stadt, erstreckt sich über vier Kilometer von der Admiralität beziehungsweise der Eremitage nebst Dworzowaja Ploschtschad – dem Parade- und Schlossplatz – bis zum Alexander-Newski-Kloster, der sogenannten Lawra. Letzteres ist nach dem russischen Volkshelden Alexander Newski, der Prospekt allerdings nach der Newa benannt. Zu den am Newski-Prospekt gelegenen Sehenswürdigkeiten zählen die Kasaner Kathedrale und das Kaufhaus Gostiny Dwor. Der Prospekt stößt auf den Ploschtschad Wosstanija, den „Platz des Aufstandes“.

Sankt Petersburg ist eine Stadt, in der Kunstsammlungen, Theater, Literatur, Ballett und Musik Weltgeltung besitzen. Die Eremitage ist mit drei bis vier Millionen Besuchern im Jahr der bestbesuchte und wohl international wichtigste Ausstellungskomplex. Sie gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt und beherbergt eine immens große Sammlung der europäischen bildenden Kunst bis 1917 sowie die weltweit größte Juwelensammlung. Das Museum nimmt fünf Bauten in Anspruch mit einer Gesamtausstellungsfläche von 57.475 m² und einer Lagerfläche von 45.000 m².

Der Winterpalast, in dem sich ein Großteil der Sammlung befindet, ist dabei eine eigene Sehenswürdigkeit. In ihrem Archiv beherbergt die Eremitage mehr als 2,7 Millionen Ausstellungsstücke. In den 350 Ausstellungsräumen sind davon 65.000 organisiert in sechs Sammlungen ausgestellt. Es sind Sammlungen über Prähistorische Kunst, Kunst und Kultur der Antike, Kunst und Kultur der Völker des Ostens, Westeuropäische Kunst und Russische Kunst zu sehen sowie Juwelenschätze und numismatische Exponate. Da der größte Teil der russischen Kunst mittlerweile in das Russische Museum ausgelagert wurde, ist die westeuropäische Kunst und Kultur der bedeutsamste Teil der Sammlung.

Der bekannteste Sportverein der Stadt ist der 1925 gegründete Fußballklub Zenit Sankt Petersburg. Die Saison 2007 konnte Zenit erstmals als russischer Meister abschließen. Von 1950 bis 1992 diente das mittlerweile abgerissene Kirow-Stadion, das insgesamt 72.000 Zuschauern Platz bot, als Heimspielstätte für Zenit Sankt Petersburg. Im Jahre 1993 zog die Mannschaft in das 1925 erbaute und 21.570 Zuschauer fassende Petrowski-Stadion um, das bis April 2017 vom Verein für die Heimpartien genutzt wurde. Der Verein gehört seit einigen Jahren dem gleichzeitigen Hauptsponsor Gazprom, der seit der Übernahme viele Millionen in die Verstärkung des Kaders sowie den laufenden Bau der neuen Gazprom-Arena gesteckt hat.

Im Spieljahr 2007/2008 gewann der Fußballklub nach 4:1 im Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen und 4:0 gegen Bayern München im Halbfinale den UEFA-Pokal in Manchester durch ein 2:0 gegen die Glasgow Rangers sowie in Monaco den UEFA Super Cup mit einem 2:1 gegen Manchester United. Zur Saison 2010 feierten sie den russischen Pokalsieg durch ein 1:0 gegen FK Sibir Nowosibirsk im Rostower Stadion Olimp-2. 2011 und 2012 wurde Zenit erneut russischer Meister. Für die Fußballweltmeisterschaft wurde das neue Krestovski-Stadion errichtet, das bereits für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 genutzt wurde.