Bayer 04 Leverkusen kommt in den Pott

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Julian Brandt – hier noch im Dress von Bayer 04 – bei der 2:3 Niederlage in Dortmund. (Foto: Bayer 04 Leverkusen)

An Spöttern herrscht im Falle von Bayer Leverkusen kein Mangel. Das geht bei der Bezeichnung „Werkself“ los und hört beim ungewollten Titel „Vizekusen“ noch lange nicht auf. Und tatsächlich landeten die Rheinländer innerhalb der letzten zwanzig Jahre in der Endabrechnung nur zweimal nicht auf einem einstelligen BL-Tabellenplatz, ohne dabei je einen Fußballgipfel zu stürmen.

Mindestens so ambivalent wie das Verhältnis der schwarzgelben Anhänger zu den Leverkusenern ist allerdings das zu ihrem Trainer: Peter Bosz sorgte in seiner Zeit an der Strobelallee bei den hiesigen Fans mit seiner Philosophie des hohen Ballbesitzes und frühen, aggressiven Gegenpressings nach furiosem Start in erster Linie für Sorgenfalten. Eine naive taktische Ausrichtung warfen ihm dabei nicht wenige Kritiker vor.

Doch siehe da: bei Bayer 04 griffen Taktik und Ideen des Holländers im Laufe der letzten Saison weitestgehend gut, und ein für die Zuschauer ansehnlicher Fußball kam bei der Angelegenheit unterm Strich sogar auch noch raus. Mittlerweile dürften seine Spieler die Vorstellungen ihres Coachs eher noch besser verinnerlicht haben. Den Verlust von Julian Brandt konnten die Leverkusener möglicherweise durch ihre Neuzugänge Nadiem Amiri und Kerem Demirbay kompensieren. Gerade an den ballsicheren und torgefährlichen Demirbay – seinerseits ein Spieler mit BVB-Vergangenheit – knüpfen sie am Rhein große Hoffnungen.
Schlüsselspieler allerdings bleibt weiterhin Deutschlands Nachwuchs-Juwel Kai Havertz, der mit seinen 20 Jahren bereits unverzichtbar im Spielaufbau wie auch vor dem Tor ist: stolze 17 Saisontreffer etwa stehen in der letzten Spielzeit für ihn zu Buche.

An mangelndem Offensivgeist dürfte die Leverkusener Truppe, wie für von Peter Bosz trainierte Mannschaften üblich, wohl auch künftig nicht scheitern. In der vergangenen Rückrunde kam man nur ein einziges Mal über 90 Minuten nicht zum Torerfolg, und sorgte „nebenbei“ mit der 6:1-Halbzeitführung gegen die Frankfurter Eintracht für einen Bundesliga-Rekord. Bei der Konstanz hingegen besteht immer noch Luft nach oben.

Immerhin: Ex-Bundesliga-Coach Peter Neururer sieht bei den Rheinländern, die von den bisherigen 88 Duellen gegen die Borussia 28 gewannen, sogar Außenseiterchancen auf den Titel. Unterm Bayer-Kreuz würde man den ungeliebten inoffiziellen Titel sicherlich liebend gerne endlich einmal gegen einen „richtigen“ eintauschen.

Anstoß: Samstag, 14. September 2019, 15.30 Uhr

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