Flüchtlingsfamilien nähen Gesichtsmasken

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Susanne Schulte (AWO) und Andreas Schmitz-Grender (lokal willkommen) freuen sich über das Engagement. (Foto: Stadt Dortmund)

„Können wir dabei helfen, Gesichtsmasken zu nähen?“ Mit dieser Frage wandte sich eine afghanische Flüchtlingsfamilie an das Dortmunder Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ – und das wurde aktiv. Nach einer ersten Kontaktaufnahme bei anderen Flüchtlingen, die ansonsten Rat und Hilfe bei „lokal willkommen“ suchen, meldeten sich quasi über Nacht 20 geflüchtete und ehrenamtliche Näherinnen und Näher, die sich an der Hilfsaktion beteiligen wollten.

Zwei Anrufe des gut vernetzten Teams genügten, um die Arbeiterwohlfahrt Dortmund mit ins Boot zu holen. Die AWO sucht dringend Ehrenamtliche, die Behelfsmasken herstellen können, um sie Beschäftigten in den Seniorenzentren, der ambulanten Pflege und in den Notgruppen der Kindertageseinrichten und Tagespflege zur Verfügung zu stellen.

In einem ersten Schritt stellte die AWO das Material für 100 Behelfsmasken, den zugeschnittenen Stoff, das Garn, den Draht, das Gummiband und die Nähanleitung zur Verfügung. Die Nähanleitung wurde ins Persische und Arabische übersetzt. Die Mitarbeitenden von „lokal willkommen“ verteilten es an die Näherinnen und Näher. Bis heute konnten bereits über 400 fertig genähte Masken an die AWO übergeben werden.

Sozialdezernentin Birgit Zoerner, Leiterin des Krisenstabs, freut sich über diese Aktion. „Dieses Hilfsangebot beweist, dass viele Menschen, die als Flüchtlinge in unsere Stadt gekommen sind, gut in Dortmund angekommen sind und sich als aktiver Teil der solidarischen Stadtgesellschaft verstehen. Darüber freue ich mich sehr“, sagt sie.

Im nächsten Schritt wird „lokal willkommen“ selbst weiteres Material für Behelfsmasken zur Verfügung stellen. Geplant ist, dass künftig die AWO das Material zuschneidet, „lokal willkommen“ es an die helfenden Flüchtlingsfamilien verteilt, die fertigen Masken abholt und sie auch Einrichtungen außerhalb der AWO zur Verfügung stellt. Ziel ist die Herstellung von mindestens 2000 Masken. Dabei will das Integrationsnetzwerk auch mit weiteren Nähinitiativen zusammenarbeiten.

Auch Menschen, die keine eigene Nähmaschine besitzen, haben ihre Unterstützung angeboten. Der Verein „Projekt Ankommen“ ist auf der Suche nach „Leihgeräten“, um die Produktion steigern zu können.

AWO-Vorsitzende Anja Butschkau ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Dortmunderinnen und Dortmunder. „Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich bei allen, die genäht haben und noch nähen“, sagt sie. Wenn das Begegnungsverbot aufgehoben wird, möchte sie alle Helferinnen und Helfer gerne im Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ besuchen, sich persönlich bedanken und in den Austausch gehen.

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