Nachdem Ende März mit der Einweihung des Eingangs Nord ein Meilenstein für die strategische Neuausrichtung der Messe Dortmund gesetzt wurde, soll nun in einem mittelfristig angelegten Entwicklungsprozess das Areal rund um die Strobelallee weiter entwickelt und aufgewertet werden. Grundlage der Entwicklung ist die Rahmenplanung „Messe- und Veranstaltungszentrum Strobelallee“.

Sport- und Eventmeile Strobelallee
Die Strobelallee ist das prägende Element und bildet die zentrale Achse des Messe-, Sport- und Veranstaltungszentrums südlich der B1. Während sich im Norden die Westfalenhallen mit der Messe Dortmund und das Eissportzentrum befinden, positionieren sich der Signal-Iduna-Park, das Stadion Rote Erde, die Helmut-Körnig-Halle sowie das Freibad Volkspark südlich der Strobelallee.

4,2 Hektar großer Eventbereich
Zukünftig wird sich der Bereich der Strobelallee mit seiner derzeit trennenden Wirkung innerhalb des Messe- und Veranstaltungszentrums als zentrale neue Erlebnismeile präsentieren, die für alle Altersgruppen als Begegnungs- und Verweilort offensteht. Durch die verkehrliche Abbindung des Kernbereiches und unter Einbeziehung der derzeitigen Grünfläche vor dem Verwaltungsgebäude der Westfalenhallen GmbH und des Eingangsbereiches des Signal-Iduna-Parks entsteht zukünftig ein ca. 4,2 Hektar großer Eventbereich, der ein markantes Aushängeschild der Stadt sein wird. Im weiteren Qualifizierungsverfahren ist noch zu prüfen, ob der Durchgangs- und Erschließungsverkehr auf der Strobelallee dauerhaft abgebunden werden oder nur temporäre Sperrungen bei Nutzungen erfolgen soll.

Als neuer Imagefaktor für die Fußballhauptstadt und Sport- sowie Messemetropole Dortmund wird im Kernbereich, zwischen der Helmut-Körnig-Halle im Osten und der Straße ‚Im Rabenloh‘ im Westen, das Ziel verfolgt, einen multifunktional bespielbaren Open Air Eventbereich zu entwickeln. Als neue lebendige und repräsentative Adresse, die dem erlebnisorientierten Freizeitverhalten gerecht wird, entsteht mit der „Sport- und Eventmeile Strobelallee“ zwischen Körnig-Halle und „Im Rabenloh“, ein attraktiver Raum der neue Maßstäbe setzt für

  • ein aktives und passives Sporterlebnis,
  • regelmäßige Aktivitäten und Großveranstaltungen,
  • gemeinsame Auftritte der anliegenden Einrichtungen,
  • regional/überregional bedeutsame Veranstaltungen.

Zwei Ideen-Workshops wurden bereits durchgeführt. Zur Schaffung dieser neuen etablierten Adresse innerhalb des Messe- und Veranstaltungszentrums bedarf es

– der Verbesserung der Aufenthaltsqualität,
– der Integration von Trendsportelementen,
– sowie der Umsetzung einer durchgängigen Besucherlenkung.

Es wird angestrebt, den Umbau der Strobelallee hin zu einer Eventmeile über ein Förderprogramm zu finanzieren, welches zur Fußball-Europameisterschaft EM 2024 eingerichtet wird.

EM 2024: Neues Konzept für die Straße „Im Rabenloh“
Pünktlich bis zur Eröffnung der  Fußball-Europameisterschaft (EM 2024) im Juni 2024 soll als ein erster Meilenstein die Straße ‚Im Rabenloh‘, inkl. des westlichen Kreisverkehrs, ein neues Gesicht erhalten und dem Konzept der „Sport- und Eventmeile Strobelallee“ entsprechend gestalterisch angepasst werden.

Messe-Erweiterung
Ein wesentliches Element der städtebaulichen Rahmenplanung ist die strategische Neuausrichtung der Gebäude und des Geländes der Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH. Der Fachmesse- und Fachkongressstandort verfügt über optimale verkehrliche
Anreisevoraussetzungen für Messebesucher und Business-Reisende.

Mehrere Bauabschnitte
Durch einen schrittweisen Neubau von in die Jahre gekommenen Bestandshallen und damit einhergehender Neuordnung der im westlichen Geländeteil liegenden Hallen strebt die Messe Dortmund in einem langfristig angelegten Prozess ihre Flächenentwicklung an. Aufgrund der komplexen Maßnahmen, die miteinander zeitlich abgestimmt werden müssen, erfolgt die Flächenentwicklung auf dem zentralen Messe-Areal in einem langfristig angesetzten Prozess in mehreren Bauabschnitten. Oberste Prämisse bleibt bei der baulichen Umsetzung bei laufendem Betrieb, den Status Quo des Messe-Angebotes zu halten.

Drei neue Messehallen und Großkongress-Zentrum
Mit der Eröffnung des Eingangs Nord des Messezentrums, der Besucherpassage und der Vorplatzgestaltung wurden bereits erste Meilensteine gesetzt. Als weiterer Meilenstein steht die bauliche Entwicklung nördlich der Strobelallee, auf den Flächen des derzeitig durch den Reiterverein genutzten Areals an. Hier werden künftig drei neue Messehallen, die mit einem Großkongresszentrum unterbaut sind, ein Pendant zum Signal-Iduna-Park bilden. Das neue Kongresszentrum wird im Westen um einen neuen Eingang SÜD ergänzt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird in Abhängigkeit zu den Finanzierungsmöglichkeiten und abgestimmt auf die Flächenbedarfe und Termine der Bestandsveranstaltungen von einem ca. 20- bis 30-jährigen Realisierungszeitraum ausgegangen. Im Einklang mit der beschriebenen Entwicklung im Hochbau wird auch die verkehrstechnische Erschließung
und die Lenkung der unterschiedlichen Verkehrsarten (KFZ-Verkehr; Fuß-/Rad-Verkehr) optimiert.

Verkehrliche Erschließung weiter verbessern
Im Rahmen der Flächenentwicklung im Messebereich sind auch für die Freiflächen nördlich und östlich der Messe Dortmund und Westfalenhalle Maßnahmen zur Aufwertung vorgesehen. Die Ansprüche an Flächen und Funktionsabläufe – um Kundenansprüchen gerecht werden zu können – beziehen sich insbesondere auf zusätzliche  Stellplatzkapazitäten sowie die An- und Abreise der Pkw-Benutzer wie auch der Fußgänger und Radfahrer, die deutlich verbessert werden. Der Bereich südlich des Rheinlanddamms/B1 liegt dabei besonders im Fokus der Optimierung einer Verkehrstrennung (Erschließung, ruhender Verkehr und Fuß-/Rad-Verkehr).

Um die verkehrlich hochbelasteten Straßen ‚Im Rabenloh‘ und Strobelallee dauerhaft zu entlasten, soll eine wichtige zentrale Erschließung über die B1/Rheinlanddamm erfolgen. Eine erste Einschätzung eines Gutachters geht dazu von der Schaffung einer doppelten Abfahrtspur aus, die den Anreiseverkehr und die Event-Logistik schneller von der Straße bringt und Rückstaus weitestgehend vermeidet. Zudem soll über eine durchgängige interne Geländeumfahrt die Erschließung sämtlicher Logistik- und Parkplatzflächen an und unter den Hallen auf dem Areal gesichert werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen eröffnet die Option, das nördliche Vorfeld der Messe-Hallen neu zu ordnen und zu gestalten. Unter Einbeziehung des neuen Brückenauslaufs des barrierefreien Ersatzneubaus der „Lindemannbrücke“, dem mit dem Eingang Nord neu geschaffenen Vorplatz und der Anordnung der Geländeumfahrt parallel zum Rheinlanddamm/B1 werden Überlappungen der unterschiedlichen Verkehre konsequent voneinander getrennt.

Neuordnung des östlichen Westfalenhallen Umfeldes
Im Kontext mit den Umbaumaßnahmen der Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH südlich Rheinlanddamm/B1 soll auch das östliche Umfeld der unter Denkmalschutz stehenden Westfalenhalle und den Rosenterrassen eine funktionale, städtebauliche und gestalterische Aufwertung erhalten. Wesentlicher Bestandteil ist eine stadträumliche
Fassung des halböffentlichen Bereiches zwischen Eissportzentrum und Westfalenhalle.

Dreigeschossiger Neubau nördlich des Eissportzentrums
Die Olympiastützpunkt (OSP-Westfalen) gGmbH plant schon seit längerer Zeit, den nördlichen Eingangsbereich mit einem Neubau zu schließen. Mit der Realisierung eines ca. dreigeschossigen Gebäudes nördlich des Eisportzentrums wird eine Raumkante entstehen, die den östlichen Vorplatz der Westfalenhalle an seiner südlichen Kante räumlich fasst. Durch die hier mögliche bauliche Erweiterung ließe sich dieser halböffentliche Bereich des Messe- und Kongresszentrums über den gesamten Tageszeitraum zu beleben. Je nach Nutzungsart könnte der Erweiterungsbau, der in untergeordneter Flächengröße auch
notwendige Betriebs- und Büroräume der OSP gGmbH aufnehmen wird, dazu beitragen, einen weiteren attraktiven Erlebnisraum im Umfeld des Messe- und Veranstaltungszentrums zu eröffnen.

Prägnanter Stadtraum statt oberirdischer Stellplätze
Aufgrund seiner Lage in direkter Nähe zur Westfalenhalle und den östlich angrenzenden Grünflächen könnte die derzeitige ebenerdige Stellplatzanlage städtebaulich aufgewertet werden. Sie könnte kurz- bis mittelfristig zu einem erlebbaren Stadtraum entwickelt werden. Wesentlicher Bestandteil ist die Reduzierung des oberirdischen Stellplatzangebotes, welches derzeit vom Kongresszentrum genutzt wird. Zur Kompensation ist daran gedacht, die bestehende Tiefgarage unterhalb des Eissportzentrums zu erweitern. Damit verbunden wäre eine neue Anbindung in den Bereich der Ardeystraße.

Sowohl die Freiflächengestaltung als auch die hochbauliche Entwicklung an der sensiblen Stelle östlich der Westfalenhalle und den Rosenterrassen soll im Rahmen vonWettbewerben oder Gutachterverfahren qualifiziert werden. Die Umsetzung dieser Entwicklung steht im direkten zeitlichen Zusammenhang mit der Umgestaltung im Bereich nördlich des Messezentrums (Optimierung der verkehrstechnischen Erschließung und der Parkraumsituation) durch die Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH. Daher können bauliche Maßnahmen nördlich des Eissportzentrums auch erst nach Abschluss dieser Arbeiten erfolgen.

Platz A8: Kongresshotel und Parkpalette mit Logistik-Fläche
Wesentlicher Bestandteil der Messe-Planungen ist eine bauliche Entwicklung auf dem heute als Logistikfläche A8 für die Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH genutzten sog. Parkplatz A8 westlich der Straße ‚Im Rabenloh‘. Angedacht sind hier der mittelfristige Bau eines hochmodernen und selbständig stehenden Kongresshotels sowie eine Parkpalette mit integriertem Logistikbereich. Die räumlich flexible Standortwahl für das Kongresshotel ermöglicht einen autarken Betrieb und verfügt über eine separate Erschließungsmöglichkeit. Die Positionierung in direkter Nähe zum neuen Eingang SÜD und zum Signal-Iduna-Park soll zudem Synergien erzeugen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird bei der Standortentwicklung der Parkpalette eine hohe Beachtung auf die Berücksichtigung von zukünftigen Mobilitätsformen gelegt und ein entsprechendes Angebot berücksichtigt. Zur zukünftigen Konfliktvermeidung zwischen dem
Individual- und Fußgängerverkehr soll die Nutzung der Parkpalette zu Gunsten der Fußgängerströme, zu den Zeiten von Großveranstaltungen mittels technischer/digitaler Lösungen gesteuert werden.

Weiteres Verfahren
Im weiteren Verfahren wird das Konzept planerisch qualifiziert und mit sämtlichen Beteiligten einvernehmlich abgestimmt. Das Ergebnis dieses Qualifizierungsprozesses bildet dann die Grundlage für die schrittweise Umsetzung. Nach einer groben Terminplanung werden erste Baumaßnahmen im II. Quartal 2022 angestrebt. Unter Berücksichtigung
der örtlichen Restriktionen bei Großveranstaltungen kann die Umsetzung nur in kleinteiligen Bauabschnitten erfolgen.

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