Es lebe die Sunviva-Tomate

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Begeistert von dem Projekt müssen die Schülerinnen und Schüler nun Abschied nehmen von den vorgezogenen Surviva-Tomaten. (Foto: Nisa Yalcinkaya/Claudia Werner)

Ein Projekt zu Klimawandel und Klimaanpassung an der Johann-Gutenberg-Realschule

201 Tomatenpflanzen wurden innerhalb von 3 Wochen in der Johann-Gutenberg-Realschule im Rahmen der Open-Source-Saat-Kampagne zur Sunviva-Tomate für die Earth Hour am 30. März rund um die Pauluskirche mit großer Begeisterung und viel Wissenszuwachs vorgezogen. Bei der Earth Hour wurden sie an Dortmunder Bürgerinnen und Bürger verschenkt.

Als Christian Nähle vom Team Klimaschutz und Klimaanpassung des Umweltamtes der Stadt Dortmund Mitte Februar beim Netzwerktreffen „Schule der Zukunft“ im Dortmunder Rathaus von der Kampagne zur Open-Source-Saat und der Tomate „Sunviva“ spricht, hören alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessiert zu. Der Vortrag endet mit der Idee, dass zur Earth Hour am 30. März in der Pauluskirche etwa 200 vorgezogene Sunviva-Tomatenpflanzen an interessierte Dortmunder Bürgerinnen und Bürger verschenkt werden sollten. Ein gutes Projekt für die Johann-Gutenberg-Realschule – und so trafen sich Christian Nähle vom Umweltamt, die Lehrerin Claudia Werner und Jörg Lüling vom Lernbauernhof Schulte-Tigges nach der Veranstaltung und für die nötigen Absprachen.

Die Tomatenpflänzchen gedeihen gut. (Foto: Claudia Werner)

Christian Nähle wurde zu einem Interview in die Johann-Gutenberg-Realschule eingeladen und von Schülerinnen und Schülern mit Fragen gelöchert. Viele sind geschockt, als sie von den übermächtigen Saatgutkonzernen hören und Fakten zum Verschwinden von 75 Prozent aller Kulturpflanzen in den letzten 100 Jahren erfahren. Begriffe wie „Hybridsaat“ und „samenfeste Saat“ haben sie noch nie gehört, doch nun wissen sie, dass man sich wieder mehr auf Anbaumethoden besinnen sollte, bei denen eine Saat eine Pflanze hervorbringt und diese auch wieder eine Saat. „Open Source“ meint in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch diese Saat verwenden und sie auch vermehren, sogar damit züchten darf. Eine Saat für alle bedeutet dann auch eine Tomate für alle!

Das gefällt den Schülerinnen und Schülern und in den folgenden drei Wochen wurden Upcyclingpflanztöpfe aus Tetrapaks gebastelt, mit Komposterde gefüllt, Saat eingesät und gegossen. Natürlich wurden die Töpfe von nun an kontrolliert und Erleichterung und Stolz machten sich breit, als die ersten Pflänzchen ihre Blätter aus den Töpfen steckten.

Ab jetzt gab es kein Halten mehr: fächer- und jahrgangsstufenübergreifend wurden unter anderem Tomatencomics gezeichnet, eine Sunviva-Modekollektion designt und Saattütchen gebastelt.

Als das Foto zur Verabschiedung auf dem Schulhof mit vielen Kindern gemacht wurde, hörten manche zum ersten Mal von dem Tomaten-Projekt. „Kann man da mitmachen? Muss man sich in eine Liste eintragen?“, stürmte es los. Ach ja, auch im Kollegenkreis gibt es schon viele Anfragen nach Tomatenpflanzen.

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