Erster Bienen-Automat steht in Dortmund

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Bienen sind unverzichtbar für die biologische Artenvielfalt. (Foto: Unsplash)

Bienen Rettung aus dem Kaugummi-Automaten: Seit Mitte Oktober hängt unweit der Fußgängerzone in Dortmund-Hombruch ein knallgelber Kasten, dessen Beschriftung „Bienenfutter-Automat“ vom ersten Moment an neugierige Blicke der Passanten auf sich zieht.

Der neue „Bienenfutter-Automat“ unweit der Hombrucher Fußgängerzone. (Foto: Sebastian Everding)

Initiator dieses außergewöhnlichen Tier- und Umweltprojektes ist der Dortmunder Sebastian Everding, der vor einigen Monaten zunächst einen ehemaligen Kaugummiautomaten mit Witzen befüllte. „Nachdem ich mit dem Witzeautomaten die Welt ein bisschen lustiger gemacht haben, gehe ich nun einem Herzensprojekt nach“, so der 36Jährige, der als Inhaber einer ökologischen Hausverwaltung unweit seiner beiden Automaten Praxis- und Seminarräume an Heilpraktiker und andere Heilberufe vermietet. Everding erklärt, dass es den Bienen aktuell sehr schlecht geht: „Dies liegt zum einen an der starken Flächenversiegelung, wie auch an den Monokulturen, steinernen Vorgärten und dem massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – und das, wo „Bienen unverzichtbar für die biologische Artenvielfalt und Ernährung weltweit sind. Alleine 80% aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen werden durch Bienen bestäubt“, so der Tierfreund. Für seine Projektidee fand der Dortmunder schnell Mitstreiter, so unterstützt das Bildungsprojekt Bienenretter vom Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. (FINE) mit entsprechenden Samen und Infomaterial sowie die Tierrechtler des PETA Zwei Streetteams Dortmund.

Im zweigeteilten Gehäuse finden sich insgesamt zwei Automaten, der linke enthält dabei eine mehrjährige Spezial-Blühmischung für viele Wild- und Honigbienenarten, bei der die Aussaat ab April erfolgen kann. Das rechte Automatenfach beinhaltet aktuell Frühlingskrokus-Zwiebeln. Die Knollen können jetzt sofort gepflanzt werden, solange der Boden noch frostfrei ist. Die Krokusse fungieren als Frühblüher und bieten vor allem Hummeln auf ihren Touren im Frühjahr erste Nahrung. Die gebrauchte Technik der klassischen Kaugummi-Automaten nimmt 20 Cent für die Samenmischung und 50 Cent für die Blumenzwiebeln.

Lebensräume schaffen
Je nach Pflanzsaison soll die Befüllung des Automaten variieren, verrät Everding und hofft darauf, dass Dortmund dadurch ab dem Frühjahr ein bisschen bunter und blühender werden wird. Zum Pflanzen eigenen sich dabei der eigene Garten, wie auch Blumenkästen auf dem heimischen Balkon. Auch brachliegende Grundstücke und Grünflächen bieten sich an, zu attraktiven Lebensräumen mit viel Nahrung für heimische Insekten und Bienen umgewandelt zu werden. Gewinne aus dem Automatenprojekt gehen als Spende zurück an das Bildungsprojekt Bienenretter, weitere Informationen finden Sie auf www.bienenretter.de.

Initiator Sebastian Everding würde sich freuen, wenn andere hier ebenfalls in Sachen Bienen und Wildbienen aktiv werden und bietet seine Unterstützung bei weiteren Projekten dieser Art an.

Kontakt
Sebastian Everding
Tel. 0171-1990222
sebastian.everding@lingenhoff.de

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