Endlich Chance auf Heilung: Afghanisches Mädchen im Klinikum Dortmund operiert

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Roqaya hat die Operation gut überstanden. (Foto: Klinikum Dortmund)

Die kleine Roqaya aus Kabul leidet an einer angeborenen Hüftgelenksdysplasie. Bei dieser Erkrankung ist die Hüftpfanne zu kurz und der Gelenkkopf rutscht beim Wachstum aus der Pfanne heraus. Als Folge ist das rechte Bein der Sechsjährigen etwa fünf Zentimeter kürzer. Markus Dewender von der Hilfsorganisation „Kinder brauchen uns“ e. V. (KBU) ist in Afghanistan auf das Mädchen aufmerksam geworden, hat den Kontakt zum Klinikum
Dortmund hergestellt und die kleine Patientin schließlich aus Kabul hergeholt. Dort wohnt sie mit ihrem Vater und ihren fünf Geschwistern.

Anfang September haben Dr. med. André-Ramin Zahedi, leitender Oberarzt der Orthopädie, und Dr. med. Katrin Rosery, Oberärztin in der Kinderorthopädie, in einer viereinhalbstündigen OP die Fehlbildung behoben. Finanziert wurde diese von der Organisation Löwenherz e. V. Die Ärzte konnten das Hüftgelenk wieder rekonstruieren
und es mit acht Schrauben und einer Platte fixieren. Geplant ist, diese in einem Dreivierteljahr hier im Klinikum wieder zu entnehmen. Die kleine Patientin
hat diesen komplizierten Eingriff sehr gut überstanden. „Roqaya wird dann endlich
wieder normal rennen und spielen können“, so Dr. Katrin Rosery.

„Roqaya ist sehr dankbar und so tapfer für ihr Alter. Da haben die Lebensumstände
in Afghanistan sie zu gemacht“, so Mirvais Karsai, Dolmetscher der Sechsjährigen und Mitglied von KBU.

Nachdem die Organisation Löwenherz e. V. 13.500 € für das Projekt gespendet
hatte, erkundigten sich Klaus Bullmann und Rolf Neumann persönlich nach der
kleinen Patientin aus der Provinz Bamyan. Auch Markus Dewender und Mirvais Karsai von KBU und Roqayas Pflegefamilie waren vor Ort.

Schon 667 Kinder wurden von KBU an deutsche Kliniken vermittelt. Diese Kinder leiden an schweren Krankheiten, welche in Kabul nicht behandelt werden können. „Die medizinische Versorgung in der staatlichen Kinderklinik dort ist eine Katastrophe“, so Dewender. Schon am Sonntag kommen weitere zehn Kinder, finanziert durch KBU, nach Deutschland und bekommen mit der Behandlung endlich eine Chance auf Heilung.