Emscherallee bleibt gesperrt – neue Umleitung über das Hansa-Gelände

107

Noch für Monate soll die Emscherallee gesperrt bleiben. Die bislang weiträumige Umleitung des Verkehrs über Deusen soll durch eine neue Streckenführung über das Hansa-Gelände ersetzt werden.

Weitere Absenkung verhindern
Infolge des Tagesbruchs Anfang Oktober ist an der Emscheralle ein Abwasserkanal in 8 Metern Tiefe gebrochen. Er bildet in west-östlicher Richtung eine Hauptzuleitung zur Emscher. „Damit ist die Archillesferse von Huckarde getroffen“, umschreibt Dr. Christian Falk, Technischer Betriebsleiter der Stadtentwässerung Dortmund die Tragweite dieses Ereignisses. Mittlerweile hat sich durch weitere Absenkungen ein Krater von drei Metern Tiefe und fast 20 Metern Ausweitung entwickelt. Die nötigen Sicherungsmaßnahmen wurden vorgenommen, um ein weiteres Absacken zu verhindern. 300 Kubikmeter einer Zementsuspension wurden ins Erdreich gepresst, um Hohlräume auszufüllen und den Boden zu verdichten.

Provisorische Überleitung an der Oberfläche
Das Abwasser wird derweil über Hochleistungspumpen mittels einer Druckrohrleitung großräumig oberirdisch um die Schadenstelle verlegt. „Das kann man sich vorstellen wie ein Bypass“, erklärt Falk. Sie soll das Abwasser sowie anfallendes Regenwasser umleiten.

Wie lange dieses Provisorium im Einsatz bleibt, kann er nicht sagen. Die Reparaturen an der Schadenstelle können erst beginnen, wenn die Ursachen für den Einbruch feststehen. „Mit ihren 20 bzw. 30 Jahren waren die Kanäle noch jung“, so Falk. Der Wiederaufbau, verspricht er, soll aber für die nächsten 150 Jahre halten. Wann damit begonnen werden kann, ist noch ungewiss. Die Bodenuntersuchungen laufen weiter. „In diesem Jahr wird es wohl noch keine belastbaren Ergebnisse geben“, betont Falk.

Dass der Baugrund schwierig ist, steht für ihn aber jetzt schon fest: „Wir haben es hier mit einem breiigen, weichen Untergrund zu tun.“ Auch soll es dort von Jahrzehnten Grabensysteme geben, die Wasser zur Emscher leiteten. Er sieht zudem das anhaltend trockene Wetter des vergangenen Sommers als weitere Ursache. „Das Grundwasser sank stark ab und der Boden begann sich zu setzen, wonach es zu Brüchen kam“, so Falk.

Neue Umleitung über das Kokerei-Gelände
Die Emscherallee bleibt weiterhin nördlich der Einmündung Lindberghstraße für beide Fahrtrichtungen einschließlich der Geh- und Radwege gesperrt. Für eine direkte Baustellenumfahrung wurde auf dem angrenzenden Grundstück der ehemaligen Kokerei Hansa östlich der Emscherallee eine Fahrbahndecke gelegt. Diese soll noch im November mit einer Fahrbahnmarkierung und einer Lichtzeichenanlage versehen fertiggestellt werden. Die Umleitung wird dann von der Lindbergstraße aus in nördlicher Richtung verlaufen und unmittelbar hinter der Baustelle auf der Emscherallee münden.