Einzigartiges wirtschaftliches Entwicklungskonzept: Walas erwirbt Schalthaus und Hochofen auf PHOENIX West

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Die Stadt Dortmund und der Investor Walas stellten die Pläne für die Enwicklung des Areals vor. (Animationen: Walas)

Internationaler Investor sowie Stadt- und Projektentwickler ist langfristiger Partner für die Stadt Dortmund für die kommende Gestaltung und Nutzung zweier bedeutender Industriedenkmäler

Das Schalthaus und der Hochofen auf PHOENIX West zählen zu den beeindruckenden Industriedenkmälern Dortmunds. Mit dem kanadisch-niederländischen Stadt- und Projektentwickler Walas hat die Stadt Dortmund nun nicht nur einfach einen Käufer, sondern einen langfristigen Partner gefunden, der eine für die Region einzigartiges und neues wirtschaftliches Nutzungskonzept entwickelt hat. Dieses entspricht genau der Grundidee von PHOENIX West als Standort für Technologie, Dienstleistungen, Freizeit und Kultur. Einzigartig ist jedoch die ganzhaltige Gebietsentwicklung und das Projektdesign, das alles miteinander vereint.

Heute stellten die Stadt Dortmund und Walas gegenüber der Öffentlichkeit die Pläne für die Entwicklung des Areals vor. Diese werden auf dem Baufeld neben der Hochofenanlage mit spektakulären Baukörpern beginnen, gefolgt von der Entwicklung des Schalthauses 101. Mit der Entwicklung des neuartigen Gebäudes „4th Wave“ im Kontext der Hochöfen wird die Entwicklung abgeschlossen werden.

Neues optisches Highlight für Dortmund und die ganze Region
Für Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist vor allem das Gesamtkonzept überzeugend: „PHOENIX steht in Dortmund wie kein zweites Areal für Strukturwandel. Vor über 150 Jahren entstand hier das industrielle Herz von Dortmund. Hier fiel vor fast 20 Jahren der Startschuss für die Entwicklung als Technologie- und Dienstleistungsstandort, aber auch für die Bewahrung unserer Geschichte. Und heute wollen wir die nächste Phase einleiten, die beides miteinander zu etwas ganz Neuen verbindet. Die Pläne von Walas zeigen, dass Industriekultur im Ruhrgebiet und wirtschaftliche Dynamik überhaupt kein Widerspruch sein müssen. Ganz im Gegenteil: Die Pläne inszenieren das Industriedenkmal vollkommen neu. Daher bin ich davon überzeugt, dass es nicht für Unternehmen ein absoluter Gewinn sein wird, sich hier anzusiedeln, sondern auch gerade viele Besucherinnen und Besucher sich dieses werden ansehen wollen.“

Es ist geplant, den Hochofen während der Entwicklung als retro-futuristischer Industrieerlebnisraum mit vielfältigen Angeboten zu inszenieren, während die Neubauten westlich davor und das Schalthaus östlich als Exzellenzzentren für Innovation und Technologie genutzt werden. Beide werden für sich, aber gerade im Zusammenspiel, ein neues optisches Highlight für Dortmund – aber auch der ganzen Region sein.

Ziel ist Exzellenzzentrum mit internationalem Vorzeigecharakter
Gerben van Straaten, CEO Walas, freut sich sehr auf den Standort und die Arbeit an diesem besonderen Umfeld: „Unsere Arbeit hier ist Stadtentwicklung im weitesten Sinn des Wortes. Für Walas bedeutet Stadtentwicklung mehr als Immobilien und Gebietsgestaltung. Stadtentwicklung bringt die Aktivitäten, Wünsche und Interessen von Menschen, Unternehmen und einer Stadt zusammen und vereinigt sie zu einem lebendigen und lebenswerten Ganzen – ökonomisch, sozial, nachhaltig, ökologisch und finanziell. Für uns bewahren authentische Elemente wie der Hochofen die Substanz einer Stadt. Ziel ist hier, durch Mehrfachnutzung eine neue und effektive Dichte und Diversität rund um das Industriedenkmal zu erschaffen.“

Für Walas ist die Entwicklung nicht rein regional begrenzt. Das Ziel ist es, ein Exzellenzzentrum mit internationalem Vorzeigecharakter für Innovation und Nachhaltigkeit zu schaffen. Dieses soll sich nicht nur darin abbilden, was im Gebäude stattfindet, sondern gerade auch am Bau selbst zeigen. Als auffälliges Element sind blaue Solarpanels geplant, welche sich durch das ganze Ensemble ziehen werden – daher der Name „4th Wave“.

Westphal sieht große Vorteile für Unternehmen
Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, die den Prozess in den letzten 12 Monaten für die Stadt begleitet hat, sieht für Unternehmen große Vorteile in dem Konzept: „In Dortmund wird mit der Investition von Walas ein europaweit einmaliger Schritt gemacht. Für die Region ist es ein gutes Signal: Ein Industriedenkmal wird wieder produktiv genutzt und zum Ort für neue Arbeitsplätze.“

PHOENIX West: Von der Stahlproduktion zum Technologie- und Dienstleistungsstandort
Die 1841 von Hermann Diedrich Piepenstock gegründete Hermannshütte wurde 1852 in die „Hoerder Bergwerks- und Hüttenverein Aktiengesellschaft“ umgewandelt und erhielt ein Jahr später die Konzession zur Errichtung einer Hochofenanlage. 1854 fand hier der erste Hochofenabstich im Dortmunder Raum statt. Die ersten Hörder Hochöfen erzeugten 1855 23.000 Tonnen Roheisen, was einer Tagesleistung von 17,9 Tonnen pro Ofen entsprach. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die zwischenzeitlich sechs Hochöfen daher immer wieder umgebaut, modernisiert oder durch leistungsfähigere Neubauten ersetzt. Zuletzt standen hier noch drei Hochöfen, von denen der Letzte bis 1998 im Schnitt täglich rd. 4.200 Tonnen Roheisen erzeugte, das im benachbarten Stahlwerk nahe der Hörder Burg zu Stahl umgewandelt wurde. Dort können Sie heute den PHOENIX See sehen, das Zwillingsprojekt von PHOENIX West.

Nach der Stilllegung der zuletzt zur ThyssenKrupp Stahl AG gehörenden Hochofenanlage wurde die Stranggussanlage mit Nebenaggregaten unter großer medialer Begleitung demontiert und nach China verschifft. Das 110 Hektar große Werksgelände wurde im Mai 2001 vom Grundstücksfonds des Landes Nordrhein-Westfalen erworben. Die Flächen sollen als Technologie- und Dienstleistungsstandort für Zukunftstechnologien und für kultur- und freizeitwirtschaftliche Nutzungen entwickelt werden. Dieses auf Innovation ausgerichtete Nutzungskonzept wird seitdem mit dem Entwicklungspartner in Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen Schritt für Schritt umgesetzt.

Die wesentlichen Teile des Hochofenwerks wurden 2002 unter Denkmalschutz gestellt. Dominiert wird der Standort durch die beiden Hochöfen V (1962) und VI (1969). Während Hochofen V saniert und im Rahmen eines Erlebnispfades im Rahmen von Führungen begehbar gemacht wurde, ist der Hochofen VI komplett entkernt worden. Ebenfalls erhalten sind unter anderem die Gießhalle, die Gasgebläsehalle I (später Reserveteillager) von 1905, die Gasgebläsehalle II von 1923 und das Schalthaus 101 von 1898.

Seit der Schließung des Werks wird diese einst „verbotene Stadt“ auch immer wieder der Bevölkerung näher gebracht. Veranstaltungen wie der Tag des offenen Denkmals, das Theaterfestival Ruhr, das DEW-Open-Air-Kino oder die ExtraSchicht vor der illuminierten Hochofenkulisse haben bis heute bereits Tausende von Besuchern angezogen und begeistert. Die Phoenix-Halle (früher Gasgebläsehalle I) hat sich mittlerweile unter Leitung der Four Artists als Konzertort etabliert. Daneben finden sie mit der Bergmann-Brauerei auch eine neue beliebte Freizeitgastronomie – mit echtem Dortmunder Bier. Insgesamt arbeiten hier bereits heute wieder 2.200 Menschen, mit weiteren laufenden Ansiedlungen wird die Zahl noch einmal erheblich steigen.

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Optisches Higlight? Das Teil ist doch hässlich wie sonst was. Damit wird das schöne Phönixwest Gelände noch mehr zerstört