Eine Königin der Instrumente – neue Orgel für St. Reinoldi

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Kirchenkreis-Architektin Susanne Kideys und Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann zeigen das Modell der Orgel vor dem Turmportal, in dem sie stehen wird. (Foto: Stephan Schütze)

Lange war sie geplant, jetzt nimmt die Umsetzung Gestalt an. In der Stadtkirche St. Reinoldi hat der Bau der neuen Orgel Fahrt aufgenommen. Die Arbeiten begannen mit dem Abbau der alten Walcker-Orgel im Sommer 2019.

Spätestens im Jahr 2021 soll die neue Hauptorgel zum ersten Mal erklingen.

Der Orgelbau führt dazu, dass die Kirche St. Reinoldi, die sich grundsätzlich als offene Kirche für alle Besucherinnen und Besucher in der Stadt versteht, von Zeit zu Zeit ihre Türen schließen muss. So war Reinoldi im Herbst, außer zu Gottesdienstzeiten, ganz geschlossen. In der Adventszeit wurden zwischenzeitlich alle Baugerüste abgebaut und die Kirche wieder geöffnet. Anfang Januar wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

Für Gottesdienste, Abendgebete, und Seelsorge bleibt die Kirche in der Regel geöffnet. Und auch darüber hinaus kann St. Reinoldi, wenn irgend möglich, besucht werden. Die aktuellen Öffnungszeiten finden sich auf der Internetseite der Kirche und am Eingang.

Wenn der Bau zu Ende geführt ist, dürfen sich die Kirchenbesucherinnen und -besucher auf eine einzigartige Orgelanlage freuen. „Sie wird zweifellos eine echte Königin der Instrumente“, urteilt Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann. Das künftige kirchenmusikalische Schmuckstück ist exklusiv für St. Reinoldi konzipiert und wird klangliche Qualitäten auf höchstem Niveau bieten.

Die neue Orgel wird mit vier Manualen (Hauptwerk, Oberwerk, Schwellwerk, Solowerk und Pedal) ausgestattet sein. Die Orgelpfeifen der 63 Register werden mit Hilfe einer mechanischen Spieltraktur vom angebauten Spieltisch auf der Empore oder von einem fahrbaren Spieltisch im Kirchraum aus zum Klingen gebracht.

Erstellt wird das neue Instrument von der renommierten Werkstätte für Orgelbau Mühleisen (Leonberg) in Kooperation mit dem Architekturbüro Bernhard Hirche (Hamburg). Ihren Standort auf der Orgelempore über dem Westportal, mit Durchgang zum Turmraum, hat das Architekturbüro unter Berücksichtigung der Vorgaben der Orgelbauwerkstätte und der Orgelsachverständigen konzipiert. Eine gläserne Rückwand hinter der Orgel wird den Blick in den Turmraum öffnen und die Silhouette der Orgel betonen.

Der Neubau der Orgel war notwendig geworden, weil die alte Orgel aus der Nachkriegszeit zum Probleminstrument geworden war. Sie fiel oft aus und verursachte hohe Reparaturkosten. Drei Expertisen bescheinigten, dass sie defekt und nicht mehr zu retten war.

Dennoch finden 20 noch brauchbare Register aus der Walcker-Orgel von 1958 in der neuen Hauptorgel Wiederverwendung. So kann auch das Klangbild der Orgel in Grundzügen erhalten bleiben, wird aber um umfangreiche Klangdimensionen erweitert. Zudem greife die Orgel Stilelemente der 1945 zerstörten, hochgerühmten Walcker-Orgel von 1909 auf, erläutern Pfarrer Michael Küstermann und Kirchenkreis-Architektin Susanne Kideys. Zu erwarten seien Raum-Klang-Erlebnisse mit überregionaler Ausstrahlung.

Zusätzlich entsteht in St. Reinoldi eine kleinere Chororgel. Sie wird vorne im rechten südlichen Seitenschiff, unterhalb der großen Fensterrosette stehen. Die Chororgel fungiert als kleineres Teil-Instrument der zweiteiligen Orgelanlage in St. Reinoldi und thront auf einem durchschreitbaren Unterbau, der einem geöffneten Tor ähnelt. Besucherinnen und Besucher, die St. Reinoldi durch die Ostenhellweg-Pforte betreten oder verlassen, können direkt unter der Chororgel hindurchgehen.

Wenn die Instrumente fertig aufgebaut sind, werden sie vor Ort gestimmt. Orgelbaumeister und weitere Experten prüfen den Klang jeder einzelnen Pfeife und das Zusammenspiel aller Raumelemente. Erst dann können die Dortmunderinnen und Dortmunder die neue Königin an St. Reinoldi ausgiebig genießen.

 

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